Montag, 05. Dezember 2016


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Kapitalmarkt kompakt

Frühlingsgefühle am Kapitalmarkt

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Der Euro-Dollar-Kurs konnte sich zwar aufgrund nachlassender Sorgen um die Staatsfinanzen in der Währungsunion erholen. Die dynamischere US-Konjunktur spricht aber für die US-Währung.
- Nach der Stimmungsunterkühlung in den ersten beiden Monaten herrscht nun Tauwetter an den Aktienmärkten. Die Chancen auf eine Fortsetzung der zyklischen Hausse sind insgesamt günstig.
- Die Verzinsung von Bundesanleihen ist mit ein bis drei Prozent historisch niedrig. Zur geringen Attraktivität von Renten tragen auch wachsende Kursrisiken bei, die vom US-Anleihemarkt ausgehen.

Devisen: US-Dollar im zyklischen Vorteil

Die Sorgen um Griechenland haben sich zuletzt etwas gelegt. Spekulationen, dass das hochverschuldete Mitglied der Währungsunion sich nahe am Staatsbankrott befindet, haben sich vorerst nicht bewahrheitet. Griechenland war in der Lage, am Kapitalmarkt mit einer Anleihe neue Gelder aufzunehmen. Zuvor hatte die Regierung drastische Sparmaßnahmen angekündigt. Zudem häufen sich vonseiten der EU bzw. einzelner Regierungen die Aussagen, dass den Griechen im Notfall geholfen werden würde. Die Risikoprämien auf griechischen Staatsanleihen haben sich entsprechend verringert. Der Euro erholte sich deshalb gegenüber dem US-Dollar von 1,35 auf 1,38.

Die akuten Ängste um die schuldengeplagten Länder der Eurozone dürften allmählich abebben. Die strukturellen Ungleichgewichte bleiben aber bestehen. Die Haushaltsprobleme in einzelnen Teilnehmerländern sind noch nicht gelöst. Die Konsolidierung wird das Wachstum der Eurozone insgesamt dämpfen und eröffnet der EZB somit einen größeren zeitlichen Spielraum für die Zins-wende. Die Wettbewerbsfähigkeit hat sich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich entwickelt, so dass einige Staaten der Währungsunion in der Leistungsbilanz sehr hohe Defizite, andere wieder-um sehr hohe Überschüsse erwirtschaften. Die notwendige und zum Teil schmerzliche Anpassung der Ungleichgewichte könnte die EZB mit einer laxeren Geldpolitik abmildern.

Die spezifischen Schwierigkeiten einer Währungsunion betreffen den US-Dollar zwar nicht. Jedoch ist das Haushaltsdefizit bzw. die Staatsverschuldung in den USA nicht weniger prekär als in der gesamten Eurozone. Eine langfristige Lösung zeichnet sich derzeit nicht ab, was das Abwärtspotenzial des Euro-Dollar-Kurses begrenzt. Kurzfristig befindet sich aber die US-Währung in einem zyklischen Vorteil. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2010 mit rund 3 % in etwa doppelt so stark wachsen wie in der Eurozone. Die Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt ist derzeit noch schwierig, eine Verbesserung ist jedoch bereits in Sicht. Auch wenn die Federal Reserve noch keine konkreten Signale sendet, wird sie angesichts der konjunkturellen Verbesserung im zweiten Halbjahr eine Zinswende vollziehen, und damit vor der EZB. An den Kapitalmärkten bewegen sich die Zinsdifferenzen deswegen auch zu Gunsten des Greenback. Der Euro-Dollar-Kurs dürfte somit in den kommenden Monaten auf 1,30 zurückgehen.

Das Britische Pfund geriet im Sog Griechenlands unter Druck, da die Finanzlage des britischen Staatshaushalts ebenfalls sehr angespannt ist. Jedoch ist Großbritannien aufgrund der eigenen Währung flexibler. Nach der deutlichen Abwertung in den letzten beiden Jahren ist das Pfund Sterling bereits sehr günstig bewertet. Mit dem Beginn einer Haushaltskonsolidierung nach den Parlamentswahlen im Mai bzw. dem Rückgang der übertriebenen Sorgen um Großbritannien dürfte das Pfund sich gegenüber dem Euro allmählich erholen. Umgekehrt werden nachlassende Ängste um den Euro die Fluchtwährungen Schweizer Franken und Japanischen Yen belasten.

Aktien: Neue Höchststände im Visier

Während der Winter die Nordhalbkugel lange Zeit fest im Griff behielt, stellten sich an den Aktienmärkten bereits erste Frühlingsgefühle ein. So konnten sich die international führenden Aktienindizes zuletzt spürbar erholen und die während der ersten Wochen des Jahres erlittenen Kursverluste zumeist wieder wett machen. Eine Reihe von wichtigen Börsenbarometern, darunter das US-Schwergewicht S&P 500 oder der Nasdaq Composite, markierten sogar neue Höchststände innerhalb der laufenden zyklischen Hausse.

Der jüngste Kursanstieg ist breit angelegt. Dies bestätigt auch der Verlauf der Advance/Decline-Linie für die an der New York Stock Exchange gehandelten Aktien, die weiter nach oben zeigt. In der Vergangenheit lieferte dieser Indikator häufig wertvolle mittelfristige Timing-Signale. Überschritt die Advance/Decline-Linie ihren 200-Tage-Durchschnitt wie im Frühjahr 2003 bzw. im Frühjahr 2009, markierte dies jeweils günstige Einstiegszeitpunkte. Der Rutsch unter den 200-Tage-Durchschnitt im Herbst 2007 erwies sich in der Rückschau als klares Ausstiegssignal. Bislang signalisiert dieser Indikator keine Ermüdungserscheinungen des Marktes.

Das zyklische Erholungsmuster ist somit weiterhin intakt. Aufgrund der von den wichtigsten Früh-indikatoren für die kommenden Monate angezeigten Umsatzbelebung werden auch hierzulande die Nettoergebnisse deutlich zulegen können, zumal bei steigender Kapazitätsauslastung mit einer Verbesserung der Rentabilität zu rechnen ist. Für die DAX-Unternehmen sind daher für 2010 Gewinnsteigerungen von 40 % bis 50 % zu erwarten. Diese positiven Ertragsperspektiven dürften Aktien in den kommenden Monaten noch tragen. Zwar haben die Notierungen im Verlauf der seit März 2009 laufenden zyklischen Hausse bereits einen Großteil des Aufschwungs vorweggenom-men. Die Dividendentitel sind jedoch nicht nur im Vergleich zu Anleihen immer noch günstig bewertet.

Auch aufgrund der technisch sichtbar verbesserten Lage an den Aktienmärkten haben sich Anleger zuletzt wieder aus der Deckung gewagt. Trotz dieser inzwischen offensiveren Portfolioausrichtung bestehen gegenwärtig noch immer überdurchschnittlich hohe Liquiditätspolster, die erfahrungsge-mäß prozyklisch in Aktien investiert werden. Allerdings werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen: Die konjunkturellen Frühindikatoren werden in den kommenden Monaten wohl ihren Gipfel erreichen und auch von Seiten der Geldpolitik wird der Rückenwind im späteren Jahresver-lauf nachlassen. Daher empfiehlt es sich, in den kommenden Monaten bei noch steigenden Notie-rungen einen Teil der Kursgewinne zu realisieren.

Renten: Schwieriges Ertragsumfeld

Nach den enttäuschenden BIP-Zahlen für das letzte Quartal sorgten deutlich ansteigende Auftragseingänge in Deutschland für wieder wachsenden Konjunkturoptimismus. Die Vorjahresrate notiert im Januar bei rund 20 %, immerhin der höchste Wert seit 1976. Die Stimmung in der I-dustrie ist in fast allen Euroländern in einem Aufwärtstrend. Dagegen ist das Verbrauchervertrauen in den Mittelmeerländern, insbesondere in Griechenland und Italien, zuletzt deutlich gesunken.

Im Februar sank die Euro-Teuerung von 1,0 % auf 0,9 %. Zwar hat die Kernrate ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise erstmals in diesem Zyklus die 1 %-Marke unterschritten und signalisiert damit Preisstabilität bei Gütern- und Dienstleistungen. Die Inflationsspitze 2010 dürfte jedoch noch nicht erreicht worden sein. Setzt sich die Konjunkturerholung fort und bleiben die Rohstoffpreise bei sinkendem Euro-Außenwert stabil, dürfte die Jahresdurchschnittsrate von +0,5 % auf +1,5 % ansteigen.

Entgegen aller Widerstände scheint die Athener Regierung einen strengen Sparkurs durchzusetzen. Das Vertrauen der Anleger kehrt langsam zurück. Die jüngste 10-jährige griechische Staatsanleihe war dreifach überzeichnet. Die Risikoaufschläge gegenüber Bunds sind mit drei Prozentpunkten jedoch immer noch sehr hoch. Es abzeichnet sich zwar ab, dass Griechenland notfalls mit Hilfe anderer Eurostaaten rechnen kann. Doch fehlt es bislang an verbindlichen Zusagen. Die Bedeutung von Bundesanleihen als sicherer Hafen würde erst dann nachlassen.

Die Ankündigung der EZB, Ende April zum variablen Dreimonatstender zurückzukehren sowie den Sechsmonatstender auslaufen zu lassen, zeigt, dass die Liquiditätshilfen langsam aber stetig zurückgeführt werden. Die Risiken, die von Griechenland für das Finanzsystem ausgehen, dürfte die EZB gleichwohl im Auge behalten. Mit höheren Leitzinsen im Euroraum ist auch angesichts der erzwungenen forcierten Haushaltskonsolidierung nicht vor dem vierten Quartal zu rechnen.

Gefahren für heimische Renten gehen derzeit vor allem vom US-Anleihemarkt aus. Die Fed wird angesichts der stärkeren Konjunkturdynamik in den USA die Zinswende noch vor der EZB einleiten. Zur Jahresmitte dürften die Renditen 10-Jähriger US-Treasuries auf über 4 % ansteigen. Erfahrungsgemäß werden Euro-Renten folgen. Anleger sollten sich daher bei Neuengagements eher an kurze und mittlere Laufzeiten halten. Allerdings ist hier die Verzinsung von Bundesanleihen mit ein bis zwei Prozent historisch niedrig. Im Euroraum stechen derzeit vor allem die Renditen griechischer Staatsanleihen mit über 4,5 % hervor. Das Kursrisiko ist jedoch noch immer sehr hoch, so dass griechische Papiere - falls der Versuchung nicht widerstanden werden kann - bestenfalls als moderate Beimischung in ein Rentendepot in Betracht gezogen werden sollten.

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