Samstag, 03. Dezember 2016


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Junge Gründer beim Marketing aktiver als "alte Hasen"

(lifePR) (Düsseldorf, ) Ihre Fähigkeiten in Sachen Marketing und Werbung schätzen Handwerker als recht hoch ein, bei den konkreten Einzelaktivitäten hat eine aktuelle Befragung der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) jedoch "Optimierungsbedarf" offen gelegt. So gab nur jeder fünfte Betrieb an, seine Werbeziele und -maßnahmen längerfristig zu planen. Für den Geschäftsführer der LGH, Reiner Nolten, eröffnen die Umfrageergebnisse ein weites Feld für die Marketingunterstützung durch Handwerkskammern und Fachverbände.

Basis dieser Daten ist eine Erhebung der LGH und ihres wissenschaftlichen Partners, des Lehrstuhls für Gründungsmanagement an der Universität Lüneburg, unter den insgesamt etwa 15.000 Empfängern der Meistergründungsprämie und der Go!-Gründungsprämie des Landes NRW und der EU. Unter ihnen führt die vom Land mit der Abwicklung der Förderungen betraute LGH in ihrem Projekt Gründungsforschung regelmäßig Befragungen zur wirtschaftlichen Lage und zu einem Spezialthema, diesmal die Vertriebs- und Werbeaktivitäten betreffend, durch. LGH und Uni Lüneburg haben damit einen in Deutschland einmaligen Datenfundus zur Verfügung.

Aus den Antworten der "Jung-Unternehmer" ergibt sich, dass sie ihre akquisitorischen Fähigkeiten in Bezug auf Werbung und Marketing mit im Schnitt 7,7 auf einer zehnteiligen Skala einstufen. Beim Index 10 für höchstes akquisitorisches Können rangiert immerhin noch jeder achte Gründer. Ihre konzeptionelle Marketingkompetenz sehen die Befragten, ebenfalls auf einer zehnteiligen Skala, mit 5,8 als geringer ausgeprägt an. Nur 7,7 Prozent wurden bei 9 und 10 eingeordnet - und damit weniger als bei 1, 2 und 3 zusammen.

"Die Antworten von jüngeren und älteren Betrieben unterscheiden sich ganz deutlich", lesen der Lüneburger Gründungsforscher Professor Reinhard Schulte und LGH-Geschäftsführer Nolten aus den Fragebögen heraus. "Insbesondere die erst nach 2007 geförderten Handwerksmeisterinnen und -meister betreiben Werbung und Marketing merklich aktiver als etwa die Gründer der Jahrgänge vor 2004. Parallel dazu schätzen sie sich als kompetenter ein als die "alten Hasen". Die Gruppe "MGP ab 2007" hat Indexwerte von 7,82 bei den akquisitorischen Fahigkeiten und 5,94 bei den konzeptionellen Fähigkeiten, die Gruppe "MGP alt", die alle Förderfälle vor 2004 umfasst, Werte von 7,67 und 5,48."

Mit fast 93 Prozent erhielt die Aussage "Ich kenne die Anzahl und Nachfrage meiner Abnehmer genau" die höchste Zustimmung. Acht von zehn geförderten Gründern gaben an, er oder sie habe zu Beginn der Selbstständigkeit ein Budget für Werbung und Marketing eingeplant. Dass diese Vorausplanung inzwischen deutlich nachgelassen hat, zeigen jene nur knapp 22 Prozent, die aktuell "jährlich konkrete Werbeziele und Marketingmaßnahmen planen, aus denen sich die Höhe des Werbebudgets ergibt".

Eine eigene Internetseite haben immerhin zwei Drittel der Gründerfirmen und gut jeder Zweite nutzt die Dienste von Werbefachleuten. Die eigenen Mitarbeiter bezieht bei diesem Thema dagegen nur ein Drittel der Chefs und Chefinnen ein. Allerdings schüttelten auf die Statements "Ich kenne mich mit Werbung und Marketing gut aus" und "Werbung und Marketing interessieren mich sehr" jeweils gut ein Drittel der Befragten den Kopf. In die gleiche Richtung geht, dass über 60 Prozent angaben, ihnen mache das handwerkliche Arbeiten mehr Freude als das Verkaufen. Auf die Aktivitäten der Mitbewerber reagieren etwa 47 Prozent der Gründer, auf deren Preisgestaltung 40 Prozent. Fast ebenso viele betreiben aktive "Kundenbeobachtung", knapp sieben von Zehn passen ihre Angebote den wechselnden Kundenbedürfnissen an und 57 Prozent ermitteln regelmäßig die Zufriedenheit der Kunden. Zwei von drei Geförderten sehen im Umgang mit Kunden eine ihrer Stärken. "Eher nein" oder gar "völlig falsch" antworteten hierauf gerade einmal 2,2 Prozent. Dass es ihnen leicht falle, Kunden von der Qualität der Arbeit zu überzeugen, meinen 47 Prozent mit voller Überzeugung und 29 Prozent mit Einschränkungen ("eher ja"). Jeweils jeder Fünfte nimmt an Messen und Ausstellungen teil beziehungsweise betreibt aktiv Pressearbeit. Verbesserungsbedarf bei den Vertriebs- und Werbeaktivitäten in Richtung auf mehr Kunden sieht knapp ein Drittel der Befragten, aber doppelt so viele kreuzten an, sie hätten Beratungsbedarf auf diesem Feld. Hier empfahl LGH-Geschäftsführer Nolten die Kontaktaufnahme mit dem LGH-Projekt Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen, das sich ja unter anderem um das Marketing im Handwerk kümmert (www.zih-nrw.de).

Deutliche Unterschiede ergab die Auswertung der Antworten nach dem Geschlecht: Die Handwerkerinnen sind aktiver bei der Planung der Werbeziele und -maßnahmen, sie binden ihre Mitarbeiter stärker ein, wenden sich intensiver an die Presse und haben häufiger ihre Zielgruppen unter den Kunden definiert. Allerdings sind ihre Firmen seltener im Internet präsent und sie äußern häufiger Beratungsbedarf.

Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)

Die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Handwerkskammern und der Fachverbände des Handwerks in NRW. Sie unterstützt diese Organisationen bei Fördermaßnahmen und koordiniert die Aktivitäten auf Landesebene. Darüber hinaus übernimmt sie Aufträge für öffentliche Förderungen und Projekte.

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