Donnerstag, 18. Dezember 2014


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Ein Bock macht sich zum Gärtner

KZVB kritisiert Anfrage der Grünen zur zahnmedizinischen Versorgung

(lifePR) (München, ) Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) kritisiert eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag zur zahnmedizinischen Versorgung.

Sechs Gesundheitspolitiker der Grünen wollen von der Bundesregierung wissen, wie es um die Qualität der Zahnheilkunde in Deutschland bestellt ist.

Dazu meint KZVB-Chef Dr. Janusz Rat:

"Hier macht sich der Bock nachträglich zum Gärtner. Die Grünen waren während ihrer Regierungsbeteiligung immer dabei, wenn es darum ging, dem deutschen Gesundheitssystem Mittel zu entziehen. Das GKV-Gesundheitsreformgesetz, das 1999 unter ihrer Führung verabschiedet wurde, war sicher kein Beitrag zur Versorgungsverbesserung. Eine Vielzahl der bürokratischen Vorschriften, unter denen Ärzte und Zahnärzte zu leiden haben, geht auf die grüne Gesundheitsministerin Andrea Fischer zurück."

Dass Deutschland in der Zahnmedizin weltweit noch immer einen Spitzenplatz einnehme, sei vor allem das Verdienst der Zahnärzte selbst. "Wir haben zusammen mit unseren Patienten enorme Erfolge bei der Verbesserung der Mundgesundheit erzielt. Die Anstrengungen bei Prävention und Prophylaxe zahlen sich aus. Ganze Schulklassen haben heute ein kariesfreies Gebiss. Auch erwachsene Patienten benötigen heute wesentlich seltener Zahnersatz als noch vor 20 Jahren. Das belegen auch die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie und die epidemiologische Begleituntersuchung zur Gruppenprophylaxe-Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. Doch das ist sicher nicht das Verdienst der Grünen. Unser Anteil an den Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung geht seit Jahren zurück. Wir haben unsere Patienten davon überzeugt, dass sie selbst in ihre Zahngesundheit investieren", so Rat.

Der von den Grünen angeführte sogenannte Zahnreport der Barmer-GEK hält aus Sicht der KZVB wissenschaftlichen Kriterien nicht stand.

Dr. Janusz Rat kritisiert: "Die Studie stellt die Kostenentwicklung erst ab dem Jahr 2006 dar. Davor sind aber die Ausgaben der Kassen für die Zahnmedizin massiv zurückgegangen. Diese Einbrüche wurden bis heute bei weitem nicht wieder ausgeglichen. Ferner beziffert die Studie den Kostenanstieg bei der Individualprophylaxe von Kindern und Jugendlichen auf 50 Prozent. Tatsächlich sind es aber nur 28 Prozent (von 301 auf 386 Millionen Euro). Außerdem kann man nicht behaupten, eine hohe Zahl an Zahnsteinentfernungen zeuge automatisch von einem hohen Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Weniger Zahnsteinentfernungen in einem bestimmten Bundesland können auch auf eine bessere Mundhygiene hinweisen. Außerdem berücksichtigt die Studie nicht, dass jede professionelle Zahnreinigung, die der Patient selbst bezahlt, die Anzahl der über die Krankenkasse abgerechneten Zahnsteinentfernungen reduziert."

Die Anfrage der Grünen ist aus Sicht der KZVB deshalb ein leicht durchschaubares politisches Ablenkungsmanöver, das lediglich eine unseriöse Krankenkassenkampagne unterstützt.

Über Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB)

Die KZVB ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mitglieder sind die rund 9500 bayerischen Vertragszahnärzte, also die Zahnärzte, die berechtigt sind, Leistungen über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Die KZVB stellt die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung für die mehr als zehn Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Bayern sicher, organisiert den zahnärztlichen Notdienst und rechnet die zahnärztlichen Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.

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