Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 151733

Makroregion Alpen - nur mit gemeinsamer Identität

(lifePR) (Schaan, ) Die CIPRA begrüßt die gemeinsame Erklärung von wichtigen Amtsträgerinnen und Amtsträgern aus vier Alpenstaaten zur Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung des sensiblen Lebensraums Alpen, allerdings nur unter der Bedingung, dass mit der Schaffung einer europäischen Makroregion Alpen bestehende Instrumente wie die Alpenkonvention nicht ausgehebelt sondern gestärkt werden, und dass die Unterzeichnenden ihre Absichten auch in der täglichen Politik umsetzen.

Vertreterinnen und Vertreter von Bundesländern und Provinzen aus vier Alpenstaaten fordern am 12. März 2010 in Mittenwald/Bayern (D) in einer gemeinsamen Erklärung, dass eine europäische Makroregion Alpen zur nachhaltigen Entwicklung des sensiblen Alpenraums geschaffen werde.

Ergänzung der Alpenkonvention

Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA als Vertreterin von rund 100 Organisationen und Institutionen im ganzen Alpenraum begrüßt das Engagement der Unterzeichnenden der gemeinsamen Erklärung, wie es in einem vorab verteilten Entwurf zum Ausdruck kommt. Diese bringt zum Ausdruck, dass die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie die Bewältigung des Klimawandels, der Schutz der alpinen Artenvielfalt, die Erhaltung der Ressource Wasser oder die umweltgerechte Gestaltung des Verkehrs gemeinsam gelöst werden müssen und dass ein gemeinsames Vorgehen für die Alpen auch eine Chance darstellen könne. Umso mehr verwundert es, dass das von allen Vertragsparteien ratifizierte Vertragswerk der Alpenkonvention im Dokument nur am Rande erwähnt wird. Außerdem geht es in der "gemeinsamen Erklärung" im Gegensatz zum umfassenden Vertragswerk der Alpenkonvention vor allem um den Bereich der Regionalentwicklung, womit wichtige und für die Kooperation der Alpenregionen zentrale Aspekte zu wenig berücksichtigt werden.

Die vorgeschlagene Schaffung einer Makroregion Alpen nach dem Muster der Makroregion Ostseeraum beinhaltet nach Ansicht der CIPRA nur dann Potenzial, wenn die Aktivitäten in Ergänzung und Zusammenarbeit mit der Alpenkonvention stattfinden und nicht als Konkurrenz dazu. Die vorgesehene enge Verknüpfung der Makroregion mit den Fördermitteln des Interreg-Alpenraumprogramms der EU könnte dazu führen, die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung, wie sie in der Alpenkonvention formuliert sind, vermehrt zur Umsetzung zu bringen.

Abgrenzung der Makroregion unklar

Verwirrend ist aus Sicht der CIPRA, dass eine Alpenstrategie zur Unterzeichnung vorgelegt wird, die sich nicht klar zur Abgrenzung der geforderten neuen Makroregion ausspricht. Die Zusammenarbeit mit außeralpinen Gebieten ist dann eine Chance, wenn die Nachhaltigkeit im Zentrum steht und die Bedürfnisse und Besonderheiten der Alpenregion respektiert werden. Dies ist nur mit einer relativ engen Abgrenzung der Alpen möglich, wie sie die Alpenkonvention vorsieht. Eine Zusammenarbeit ohne eine gemeinsame alpine Vision und Identität würde nur dazu dienen, besser an Fördermittel zu kommen, würde aber in erster Linie die außeralpinen Zentren stärken und die kleineren Zentren sowie den ländlichen Raum in den Alpen schwächen.

Die Entwicklung der Vision einer Makroregion Alpen muss deshalb in enger Zusammenarbeit mit den Gremien der Alpenkonvention erfolgen. Die Einbindung der Kommunen und regionalen Gebietskörperschaften ist dabei von entscheidender Bedeutung. Außerdem müssen die Beobachterorganisationen der Alpenkonvention wie zum Beispiel die CIPRA eine wichtige Rolle spielen. Denn sie und andere alpenweit tätige Netzwerke sind es, die auch bei der Alpenkonvention immer wieder gegen den Stillstand kämpfen und neue Ideen einbringen.

Autobahnausbau untergräbt Glaubwürdigkeit

Weiter fordert die CIPRA die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner auf, die gemeinsam formulierten Grundsätze in allen Politikbereichen und auf allen Ebenen umzusetzen. Wenn die unterzeichnenden Amtsstellen die Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung nur auf dem Papier anstreben, bringt dies in der Praxis wenig. So ist es nach Ansicht der CIPRA zum Beispiel wenig glaubwürdig, wenn in einer gemeinsamen Erklärung für eine Alpenstrategie die umweltgerechte Gestaltung des Transitverkehrs gefordert wird und einzelne Unterzeichner sich gleichzeitig für eine dritte Spur der Brennerautobahn stark machen. Stattdessen fordert die CIPRA, dass zukunftsgerichtete Ansätze im Sinne der Alpenkonvention gestärkt werden, wie zum Beispiel die Umsetzung einer Modellregion Alpen für den Klimaschutz.

Internationale Alpenschutzkommission CIPRA

Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA setzt sich seit mehr als einem halben Jahrhundert ein für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen. Die Nichtregierungsorganisation sucht nach Wegen, wie sich Umwelt, Wirtschaft und Soziales im Alpenraum in Einklang bringen lassen.

Die CIPRA ist in sieben Alpenländern vertreten: in Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz und Slowenien. In Südtirol unterhält sie eine regionale Vertretung. Die Dachorganisation mit über 100 Mitgliedsorganisationen versteht sich als moderne Drehscheibe für alle Belange betreffend die Alpen. Sie sammelt Daten und Fakten zu Themen wie Klima, Verkehr, Berglandwirtschaft, Tourismus, Energie und Bauen, bereitet sie auf und lässt sie interessierten Menschen in- und ausserhalb der Alpen zukommen.

Alpenschutz von oben, auf Regierungsebene? Oder von unten, mit Gemeinden und Bevölkerung? Beides ist wichtig, davon ist die CIPRA überzeugt. Sie initiiert, inspiriert und kontrolliert einerseits ein internationales Vertragswerk wie die Alpenkonvention, und betreut andererseits kommunale und regionale Netzwerke - eine Doppelstrategie zum Schutze der Alpen, die sich bewährt hat.

Ebenso vielfältig wie die Themen und das Aufgabenspektrum ist das Team der CIPRA International, dem Dachverband aller nationalen CIPRAs. An ihrem Geschäftssitz in Schaan/FL finden Menschen aus fast allen Alpenländern zusammen, aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien, und der Schweiz, um gemeinsam nach Lösungen für anstehende Herausforderungen zu suchen, neue Projekte zu lancieren oder Plattformen für den Wissensaustausch der Akteure im Alpenraum zu organisieren.
www.cipra.org

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