Donnerstag, 19. Januar 2017


"Kleckern bei Kindern - Klotzen bei Banken"

(lifePR) (Nürnberg, ) Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) kritisiert die vorgesehene Erhöhung des Kindergeldes als völlig unzureichend. Eine Erhöhung um 10 EURO für das erste und zweite Kind hilft nicht Kinderarmut abzubauen. Auch die Erhöhung um 16 EURO ab dem dritten Kind ist zu wenig, denn gerade Mehrkindfamilien - das betrifft oft auch Zweitfamilien - sind von einem hohen Armutsrisiko betroffen. Der Verband kritisiert, dass die letzte Erhöhung des Kindergeldes vor sechs Jahren (2002) stattfand, wenn Familien den damaligen Sta-tus hätten wieder erreichen sollen, dann wäre eine Erhöhung um etwa 20 EURO für die ersten beiden Kinder und 25 EURO ab dem dritten Kind angemessen gewesen.

ISUV-Vorsitzender Josef Linsler stellte fest: "Diese Erhöhung des Kindergeldes hat nur Feigenblattfunktion, Kinderarmut wird weiter zunehmen. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Reden am Weltkindertag nichts als Sonntagsreden waren. Die Kindergelderhöhung bringt weder den Kindern noch den stark belasteten Unterhalt zahlenden Eltern Entlastung, weil sie einfach zu geringfügig ist. Wir fordern, dass Kindergeld regelmäßig entsprechend den durchschnittlichen Lohnerhöhungen angepasst wird. Schließlich handelt es sich um eine Investition in die Zukunft, schließlich muss Kinderarmut abgebaut werden"

Des Weiteren kritisierte der ISUV-Vorsitzende: "Wir als Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) fordern seit Jahren mehr Solidarität mit Kindern, Solidarität darf keine Einbahnstraße sein, Jung mit Alt. Wenn Kinderarmut zentrales soziales Problem ist, dann gilt die Solidaritätsforderung primär auch für die ältere Generation. Es zeigt sich eben immer wieder, wer nicht wählen kann, hat keine Macht. Seine Interessen bleiben im politischen Prozess auf der Strecke. Daher fordern wir ein Wahlrecht für Kinder, weil dadurch die legitimen Interessen von Kindern berücksichtigt werden müssen."

Der ISUV-Vorsitzende ging auch auf Reaktionen von betroffenen Eltern ein: "Die Bankenkrise und die Kindergelderhöhung wird in Zusammenhang gebracht und das ungleiche Verhalten des Staates in Zusammenhang gegenübergestellt. Grundtenor der Aussagen ist: Kleckern bei Kindern, Klotzen bei Banken. Was ich für gefährlich halte, bei der staatstragenden Schicht, der Mittelschicht, verfestigt sich der Eindruck, dieser Staat ist grob ungerecht, beim Ehebankrott wird auf Eigenverantwortung gepocht und abkassiert, wird die Bank in den Bankrott gesteuert, gilt das Prinzip der Eigenverantwortung nicht."

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