Montag, 05. Dezember 2016


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Netzwerk ist eine Basis zur Wiedereingliederung ins Berufsleben

Veranstaltung informierte über Arbeitsmarktintegration Haftentlassener

(lifePR) (Münster, ) Wohl kaum etwas gestaltet sich nach einer Haftentlassung schwieriger, als der Weg zurück ins Berufsleben. Doch es gibt auch fundierte Starthilfen, betonte Heinz-Werner Haucke, Leiter des Referats 4b3 (Logistik) im Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, in seiner Begrüßungsrede anlässlich einer Informationsveranstaltung zum Thema "Möglichkeiten der Arbeitsmarktintegration Gefangener und Haftentlassener in Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen" in Düsseldorf. Gerhard Rocholl, Kriminologischer Dienst des Landes NRW, führte routiniert durch die Veranstaltung und bat zum Auftakt Dr. Jenny Rohlmann, Leiterin des Referats Marketing im Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), ans Rednerpult. Sie erläuterte den fast 60 Vertretern nordrhein-westfälischer Justizvollzugsanstalten (JVA) zunächst die Funktionsweise und Chancen der Zeitarbeit. Ein besonderer Vorteil der Branche sei die Vermittlung von Arbeitskräften in fast alle Sparten und Berufe (bis auf das Bauhauptgewerbe) - am stärksten vertreten seien hierbei der Helferbereich mit rund 33 Prozent, die Metall- und Elektrobranche mit 25 Prozent und der derzeit stark wachsende Dienstleistungssektor mit rund 16 Prozent. Dr. Rohlmann verwies auf den sogenannten "Klebeeffekt" - zwischen 30 und 40 Prozent der Zeitarbeitnehmer finden über die Zeitarbeitsbranche schließlich eine Anstellung in den Entleihunternehmen. Andrea Storck und Thomas Walter, Start Zeitarbeit GmbH, Duisburg, stellten die 1995 auf Initiative des Landes gegründete Start GmbH vor. Ziel sei es gewesen, die Arbeitnehmerüberlassung zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen zu erproben - mit durchschlagendem Erfolg: Das Unternehmen habe mittlerweile 30 Niederlassungen in NRW und blicke auf eine Übernahmequote von 44,6 Prozent - aus gutem Grund: Der Erlös des Unternehmens fließt unter anderem in Qualifizierungsmaßnahmen für die Zeitarbeitnehmer und die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche.

"Jetzt gilt es, der Branche diese potenziellen Zeitarbeitnehmer bewusst zu machen", unterstrich Georg Sommer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), im Rahmen eines anschließenden offenen Forums zur Zeitarbeit und der Kooperation mit Gefangenen sowie Haftentlassenen. Zudem sei es enorm wichtig, Vorbehalte der Entleihfirmen gegen diese Gruppe auszuräumen. Gerade in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels seien - so Heinz-Werner Haucke - Gefangene und Haftentlassene angesichts der professionellen Qualifizierungsangebote in den JVAen eine echte Alternative.

„Die Start GmbH spielt gegenüber den Kunden mit offenen Karten“, betonte denn auch Thomas Walter. Es gebe aber tatsächlich einige Unternehmen, „die keine Haftentlassenen nehmen“. Dennoch halte die Start GmbH an ihrer Praxis fest: „Spätestens bei der Einstellung kommt der Lebenslauf ja sowieso auf den Tisch“, verwies Walter auf das Procedere. Die drei Säulen der Wiedereingliederung präsentierte Beate Schmitz, MABIS.NeT: Berufliche Bildung, Entlassungsvorbereitung und die Nachsorge seien die Basis für die berufliche Integration. Dazu sei ein umfassendes Netzwerk zwischen der Agentur für Arbeit, den JVAen, den Arbeitgebern und der Zeitarbeitsbranche notwendig, um umfassende Information und Beratung bieten zu können. Als Beispiel nannte sie den Zugang zu einem Stellenpool und die Vermittlung zum Arbeitgeber. Es fehle nun noch an weiteren Ansprechpartnern in den JVAen zum Ausbau der Entlassungsvorbereitung. Sinnvoll sei ein „Entlassungsvorbereitungspool“ drei Monate vor der Entlassung. Daran solle sich ein „Arbeitskräftepool“ anschließen, in dem gesammelt werde, wer wann wo, mit welcher Qualifizierung entlassen wird und für Arbeit zur Verfügung steht. Die praktische Seite des Lebens danach stellte Angelika Ebel-Schiffner, MABIS.NeT-Nachsorgestelle Köln, vor. Die Nachsorge sei differenziert in die Eingangs-, Vermittlungs- und Stabilisierungsphase. „Erstes Ziel ist die Sicherung der Existenzgrundlage“, zeichnete sie den Ablauf nach. Dazu gehöre zunächst die Analyse der Ausgangssituation – neben Wohnen, Schulden und eventuellen Süchten müsse die eigene Situation reflektiert werden. Dann folge die Vermittlungsphase, in der Ausbildung, Qualifizierung und die Auswertung der Arbeitsmarktlage auf dem Plan stünden. „Ein besonderes Anliegen ist uns dabei die Stärkung der Eigenbemühungen“, erläuterte Angelika Ebel-Schiffner. In Kooperation mit den Zeitarbeitsunternehmen sei gegenüber dem Arbeitgeber ein offener Umgang mit der Straffälligkeit gefragt – eine schnelle Arbeitsaufnahme und das Erbringen von Leistung seien weitere Markierungen zum Einstieg ins geregelte Berufsleben. Die Zeitarbeitsbranche biete hier viele Vorteile: Neben einer sehr breiten Berufspalette unter einem Dach, habe man mit den Personaldienstleistern stets einen Ansprechpartner – und damit ganz kurze Informationswege bei Stellenbesetzungen. Umgekehrt ergeben sich für die Zeitarbeitsfirmen ebenfalls attraktive Aspekte – neben einem kompletten Bewerberprofil wird auch eine persönliche Einschätzung des designierten Zeitarbeitnehmers geliefert. Zudem gebe es unterstützende Angebote zur Stabilisierung der Arbeitnehmer – und dringend zu besetzende Stellen werden ins MABIS.NeT-Netz weitergeleitet. In der abschließenden Diskussion regte Georg Sommer eine Verzahnung der Schnittstellen an, und Dr. Rohlmann bestätigte: „Der Übergang soll möglichst fließend erfolgen“. Die Teilnehmer debattierten dazu die Realisierung von Kooperationsvereinbarungen u.a. zwischen der Agentur für Arbeit und den JVAen direkt vor Ort. Das Gespräch auf regionaler Ebene sei ein wesentlicher Faktor – Beate Schmitz verwies darauf, dass es bereits Bestrebungen in Form regionaler Fachforen gebe. dankte den Beteiligten für ihr Engagement.

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