Dienstag, 24. Januar 2017


  • Pressemitteilung BoxID 545436

Flüchtlinge sind Fachkräfte von Morgen

Handwerk fordert Nachbesserung zum Bleiberecht für Lehrlinge mit Migrationshintergrund

(lifePR) (Koblenz, ) Am 2. Juli hat der Bundestag das Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung für Flüchtlinge verabschiedet. Das Ergebnis, das für Jugendliche, die eine qualifizierte Berufsausbildung aufnehmen wollen, eine Duldung für die Dauer der Ausbildung vorsieht, bleibt unter den Erwartungen des Handwerks zurück. Das Handwerk in Rheinland-Pfalz fordert ein insgesamt 6-jähriges Bleiberecht für die Betroffenen. Dazu wurde das Konzept "1+3+2- Strategie für Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz" erarbeitet und in die Beratungen des Ovalen Tisches bei der Landesregierung eingebracht.

Erfolgsformel laute "1+3+2"

Nach Auffassung des Handwerks sollten die ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Flüchtlinge, die keine oder marginale Sprachkenntnisse besitzen, in Berufs-Vorbereitungsklassen innerhalb eines Jahres zunächst die deutsche Sprache und Schrift lernen. Bereits im Verlauf der schulischen Berufsvorbereitung könnten die Weichen für eine anschließende Berufsausbildung gezielt gestellt werden, indem die Kammern bereits in der Schulphase in den Prozess der Kompetenzermittlung und der darauf gründenden Berufsfindung einbezogen werden. Nach der Ausbildung im Handwerk, die in der Regel 3 bis 3,5 Jahre dauert, und erfolgreichem Abschluss, sollte die Fachkraft dem Unternehmen für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich die Formel "1+2+3" - aus Sicht des Handwerks praxisorientierter und erfolgversprechend.

Schon immer haben Menschen mit Migrationshintergrund im Handwerk eine berufliche Heimat gefunden. Handwerk steht für Toleranz, dies jedoch nicht abstrakt, sondern realitätsbezogen. "Das Handwerk braucht junge Menschen, die eine handwerkliche Berufsausbildung erlernen können und wollen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung erschließt sich mit den in Deutschland ankommenden Flüchtlingen eine Quelle möglicher Nachwuchskräfte, die wir nutzen wollen, ja müssen. Das jetzt verabschiedete Gesetz ist aber für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen nicht optimal und bietet den Handwerksbetrieben zu wenig Planungssicherheit", betonen Kurt Krautscheid und Alexander Baden, Präsident und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HwK) Koblenz.

Win-Win-Situation für alle Beteiligten

Die Integration von Flüchtlingen ist vor allem eine menschliche Aufgabe. Kammerpräsident und Hauptgeschäftsführer verweisen aber darauf, dass Unternehmer mit der Ausbildung von handwerklichem Fachkräftenachwuchs auch ökonomische Interessen verfolgen. Demnach kann ein Betrieb erst mit einer vollausgebildeten Fachkraft wirtschaftlich arbeiten. "Ausbildungsinvestitionen müssen sich auch auszahlen. Diese Möglichkeit sollten wir unseren Betrieben geben. Es wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", so Präsident und Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz.

Informationen zur Ausbildung von Flüchtlingen bei der HwK-Koblenz, Tel. 0261/ 398-161, Fax -996, presse@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Handelsfachwirt (IHK) – welche Vorteile hat die neue Prüfungsverordnung?

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Seit 2014 gibt es eine neue Prüfungsverordnung der IHKs Wer im Handel arbeitet und den nächsten Karriereschritt machen möchte, entscheidet sich...

Fachwirt/ Fachwirtin für Büro- und Projektmanagement (IHK) – warum man diese Weiterbildung machen sollte

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Weiterbildung ist grundsätzlich für alle Menschen wertvoll, die sich beruflich und privat weiterentwickeln möchten. Auch viele Unternehmen haben...

Wedding Planner – Profis aus Liebe zum Detail

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Der Wedding Planner ist für viele von außen betrachtet ein Traumberuf, für diejenigen, die ihn ausüben ein Beruf mit hohem Anforderungsprofil. ­ Oft...

Disclaimer