Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Konjunkturreport der Handelskammer zum Sommer 2008: Geschäftsaussichten deutlich eingetrübt

(lifePR) (Bremen, ) Die allgemeine Konjunkturabschwächung macht auch vor Bremen nicht halt. Die bremische Wirtschaft, die stark vom Auslandsgeschäft getragen wird, spürt zunehmend den Rückgang der Exportkonjunktur und leidet zugleich unter der schwächeren Binnennachfrage. Die weiteren Aussichten, auch für den bremischen Arbeitsmarkt, trüben sich damit spürbar ein. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage für den Sommer 2008, die die Handelskammer Bremen bei 164 Betrieben aus Verarbeitendem Gewerbe, Handel und Dienstleistung vorgenommen hat.

Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger: "Die bremische Wirtschaft hatte in den letzten Jahren in besonderem Maße von der Expansion der Logistikwirtschaft, der Hafenwirtschaft und des Exports profitiert. Diese positive Sonderkonjunktur ist nun vorbei, die allgemein schwächere Geschäftslage hat auch Bremen erreicht. Wirtschaftspolitisch bedeutet dies: Die mittelständischen Betriebe, die einen Großteil der Beschäftigung stellen, brauchen gerade jetzt eine verlässliche Standortpolitik." Die bestehende Beratungsinfrastruktur in den Bereichen Existenzgründung, Unternehmensnachfolge und Innovationsförderung müsse gesichert bleiben, Entscheidungswege verkürzt und Verwaltungsbürokratie nachhaltig abgebaut werden.

Zugleich wandte sich der Hauptgeschäftsführer gegen überzogenen Pessimismus: "Konjunkturzyklen hat es immer gegeben. Der Abwärtstrend nach mehreren guten Jahren ist insoweit zwar unerfreulich, aber nicht unbedingt überraschend. Zudem wirken die gegenwärtige Normalisierungstendenz bei den Rohstoffpreisen - insbesondere beim Rohöl - und die für die Exportwirtschaft verbesserte Währungsrelation zum Dollar aktuell stabilisierend auf die Konjunktur." Die Handelskammer lehne ein Konjunkturprogramm entschieden ab. Es müsse vielmehr darum gehen, so Dr. Fonger, die Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt zu verbessern. Dr. Matthias Fonger: "Auch das Land Bremen braucht vorausschauende wirtschaftspolitische Konzepte, um den Wachstumskurs zu halten." Die Handelskammer werde daher im Herbst ihr Positionspapier "Perspektive Bremen 2020" vorlegen, in dem Vorschläge für den weiteren Ausbau Bremens als Hafen-, Industrie- und Logistikstandort, die Aufwertung der Aus- und Weiterbildung und die Profilierung der Metropolregion als europäische Wirtschaftsregion aufgezeigt werden.

Der Handelskammer-Konjunkturindikator notiert mit 98 Punkten unter seinem langjährigen Durchschnittswert von 104 Punkten. Gegenüber der Frühjahrsumfrage senkt die Industrie ihre Geschäftsprognosen. Der Export bleibt positiv, wird aber an Fahrt verlieren. Unbefriedigende Geschäfte verzeichnen derzeit die Verbrauchsgüterhersteller, insbesondere das Ernährungsgewerbe. Sie können gestiegene Kosten nicht in ausreichendem Maße an ihre Kunden weiterreichen. Die Investitionsgüterindustrie profitiert dagegen immer noch von der anhaltend hohen Nachfrage. Die Bauwirtschaft sieht der weiteren Entwicklung überwiegend mit Skepsis entgegen.

Die Unternehmen des Groß- und Außenhandels haben ihre Erwartungen stark zurückgenommen. Der Geschäftstrend veranlasst viele Betriebe, ihre Personal- und Investitionsplanungen zu reduzieren. Der Einzelhandel erwartet angesichts der rückläufigen Konsumbereitschaft vieler Kunden eine negative Geschäftsentwicklung. Die Personalplanungen haben sich leicht verschlechtert.

Zufrieden zeigen sich die bremischen Hoteliers. Sie profitieren von der guten Auslastung ihrer Betten und weisen vielfach eine verbesserte Ertragslage auf. Dieser Trend dürfte anhalten. Die Gastronomen beurteilen die weitere Entwicklung aufgrund der Abkühlung des Konsumklimas zurückhaltender.

Das Kreditgewerbe erwartet eine freundliche Geschäftslage. Für Impulse sorgen das noch immer feste Firmenkreditgeschäft sowie die gestiegene Nachfrage nach sonstigen Bankdienstleistungen. Mit einem neutralen Geschäftsverlauf rechnet das Versicherungsgewerbe. Weniger gut als zuvor beurteilen die Verkehrs- und Logistikwirtschaft die Geschäftsaussichten. Die globale Konjunkturabschwächung und hohe Energiepreise werden immer mehr zum Belastungsfaktor für die Branche. Dem Straßengüterverkehr drohen weitere Kostensteigerungen aus der Erhöhung der LKW-Maut zum 1. Januar 2009.

Die unternehmensorientierten Dienstleister verzeichnen eine stabile Geschäftsentwicklung und planen für den weiteren Jahresverlauf keine Abstriche beim Personal. Besser als der Durchschnitt der Branche bewerten insbesondere die DV-Diensleister die weiteren Aussichten, schlechter die Zeitarbeitsfirmen.

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