Mittwoch, 07. Dezember 2016


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GfK Kaufkraftstudie für Österreich und die Schweiz im Jahr 2010

(lifePR) (Bruchsal, ) GfK GeoMarketing veröffentlicht die GfK Kaufkraftstudie für Österreich und die Schweiz 2010. In den Nachbarländern gibt es große regionale Unterschiede, extrem wohlhabende und kaufkraftschwache Regionen liegen oft direkt nebeneinander.

GfK GeoMarketing hat die aktuellen Kaufkraftprognosen 2010 für Österreich und die Schweiz berechnet. Die regionalen Kaufkraftdaten für Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen damit ab sofort flächendeckend für alle Regionen vom Bundesland bis zu Gemeinden und Postleitzahlgebieten auf neuestem Stand vor.

Die regionalen Kaufkraftverhältnisse in Österreich

Die Gesamtsumme der Kaufkraft liegt in Österreich im Jahr 2010 bei 164,3 Milliarden Euro. Das entspricht im Schnitt 19.664 € pro Kopf, die jedem Österreicher im Jahr 2010 für Lebensunterhalt und Konsum zur Verfügung stehen.

Neun der Top 10 Bezirke befinden sich im Bundesland Wien. Einzige Ausnahme ist der Bezirk Mödling in Niederösterreich Fünf der Top 10 Gemeinden über 5.000 Einwohner liegen im Bezirk Mödling.

Die kaufkraftschwächsten Regionen Österreichs befinden sich im nördlichen Niederösterreich, in der östlichen und südlichen Steiermark, sowie der Bezirk Lienz in Osttirol.

Das Burgenland, das Bundesland mit der kleinsten Einwohnerzahl, entwickelt sich zwar positiv, bleibt aber trotzdem Schlusslicht der österreichischen Bundesländer: Die Kaufkraft je Einwohner ist im Burgenland ca. 2.900 Euro niedriger als die durchschnittliche Kaufkraft des reichsten Bundeslands Österreichs, Wien.

Das Burgenland ist dabei durch eine Nord-Süd Teilung gekennzeichnet: Die 4 südlichen Bezirke weisen einen Kaufkraftindexwert unter 85 auf, während die 5 nördlichen, die näher an den reichen Bezirken süd-westlich von Wien liegen, mindestens 10 Indexpunkte mehr aufweisen. Die 12.744 Einwohner des Bezirkes Eisenstadt (Stadt) verfügen über die höchste Kaufkraft des Burgenlandes mit 23.833 € je Einwohner, dies entspricht etwa einem Sechstel mehr als die Bewohner der Gemeinden im umliegenden Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Schnitt zur Verfügung haben.

Das Bundesland, in dem sich die Kaufkraft am gleichmäßigsten auf die Bezirke verteilt, ist Vorarlberg. Dort weisen alle Bezirke eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft auf. Zwischen 20.363 und 21.000 Euro je Einwohner stehen dort zur Verfügung.

Generell weisen die Landeshauptstädte und die umliegenden Bezirke in den jeweiligen Bundesländern die höhere Kaufkraft auf. So liegt etwa der oberösterreichische Zentralraum mit den Städten Linz, Wels und Steyr und deren Umlandbezirken in Oberösterreich an der Kaufkraftspitze.

In Kärnten macht sich dieses Gefälle besonders bemerkbar. Außerhalb der beiden Zentren Klagenfurt Stadt/Land bzw. Villach Stadt/Land kommt kein Bezirk über einen Kaufkraftindex von 87 hinaus. Das bedeutet, dass die Kärntener außerhalb dieser beiden Zentren mindestens 2.556 Euro weniger zur Verfügung haben als der durchschnittliche Österreicher.

Eine weitere Ausnahme neben Vorarlberg stellt Niederösterreich dar, wo die kaufkraftstärksten Bezirke in der Umgebung der Bundeshauptstadt Wien zu finden sind.

Allerdings ist das reichste Bundesland Österreichs auch nicht frei von aufeinander prallenden Gegensätzen. Der Bezirk Wien I Innere Stadt belegt den ersten Platz der Rangfolge mit einer über 3-mal so hohen Kaufkraft je Einwohner wie der ärmste Bezirk Österreichs, nämlich Zwettl. Nebeneinander liegen die ganz verschiedenen 19. und 20. Bezirke, Döbling und Brigittenau: Die Einwohner Döblings, einem Villenviertel mit einer eher älteren Bevölkerung, verfügen im Schnitt über eine anderthalb mal höhere Kaufkraft als die Bürger Brigittenaus, einem jüngeren Viertel mit hohem Ausländeranteil. Der Donaukanal ist hier also nicht nur eine natürliche Trennlinie, sondern ebenso eine Grenze für die Höhe der Kaufkraft. Die 10 kaufkraftstärksten Bezirke Wiens liegen östlich vom Donaukanal. Wien weist damit innerhalb eines Bundeslandes die größten Kaufkraftgegensätze auf.

Die regionalen Kaufkraftverhältnisse in der Schweiz Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt im Jahr 2010 bei 208,9 Mrd. Euro. Damit hat jeder Schweizer im Schnitt 27.123 Euro im Jahr für private Konsumausgaben, wie Mieten, Sparen, Urlaub oder Einzelhandel zur Verfügung.

Unter den Schweizer Großstädten (mit mehr als 50.000 Einwohner) liegen Zürich und Genf vorn, mit einer Kaufkraft, die in beiden Städten etwa 16 % über dem Schweizer Durchschnitt liegt.

Die Spitzenreiter unter den Kantonen sind Zug, Genf, Zürich und Schwyz. Besonders die Zentralschweizer Kantone Schwyz und Zug zeichnen sich seit Jahren durch kontinuierliches Wachstum aus. Resultat und Motor der hohen Kaufkraft dieser Kantone sind besonders günstige Steuersätze. Die Steuerbelastung zwischen den Schweizer Kantonen und selbst von Gemeinde zu Gemeinde unterscheidet sich aufgrund des föderalistischen Steuersystems und damit einhergehendem Steuerwettbewerb der Kommunen. Die Gebiete mit den kaufkräftigsten Einwohnern haben häufig auch die günstigsten Steuersätze. So reizen entlang des Zürichsees nicht nur die schöne Aussicht, sondern auch teils sehr günstige Steuersätze.

Auch in der Schweiz liegen arm und reich oft nah beieinander. In der Nachbarschaft des wohlhabenden Bezirks Zug mit 36.019 Euro pro Kopf liegt der Bezirk Hochdorf, in dem die dort ansässigen 65.000 Einwohner mit durchschnittlich 23.293 Euro nur 65 % des Einkommens der Bewohner Zugs zur Verfügung haben.

In den eher dünn besiedelten Bergregionen Wallis, Tessin oder Graubünden liegen die Gegensätze oft besonders augenfällig beieinander. Während viele Gebiete dort mit Strukturproblemen kämpfen und über eine niedrige Kaufkraft verfügen, profitieren andere in hohem Maße vom Tourismus. Zu nennen ist hier beispielsweise der Bezirk Maloja / Maloggia, in welchem z. B. der bei Touristen sehr beliebte Ort St. Moritz liegt, der mit 29.831 Euro je Einwohner eine Kaufkraft von 10 % über dem Schweizer Durchschnitt aufweist. Im Gegensatz dazu steht der benachbarte Bezirk Bernina, in dem die 4.651 Einwohner durchschnittlich nur über 21.648 Euro verfügen - Bernina liegt damit gut 20 % unter dem Schweizer Durchschnitt.

Vergleich der DACH-Region Vergleicht man die drei deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz, fällt das hohe Niveau der Kaufkraft in der Schweiz auf. Mit 18.904 Euro hat ein Deutscher nur knapp 70 % der Kaufkraft eines Schweizers (27.123 Euro je Einwohner) zur Verfügung. Zu einem großen Teil wird diese höhere Kaufkraft jedoch wieder durch das höhere Preisniveau in der Schweiz aufgezehrt.

Nur der reichste Landkreis Deutschlands, der Hochtaunus-Kreis, mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von 27.426 Euro pro Kopf, liegt über dem Schweizer Durchschnittsniveau. Die Einwohner der deutschen Top 2 und 3, der Kreis Starnberg und der Landkreis München, haben "nur" eine Kaufkraft, die schon unterhalb des Schweizer Durchschnitts liegt. 50 deutsche Landkreise haben dabei aber eine höhere Kaufkraft als der kaufkraftschwächste Schweizer Bezirk.

In Österreich haben die Menschen mit durchschnittlich 19.664 Euro je Einwohner ca. 4 Prozent mehr Kaufkraft zur Verfügung als in Deutschland. Drei Bundesländer Österreichs können das Niveau des reichsten deutschen Bundeslands Bayern toppen: Wien, Salzburg und Vorarlberg. Der Bezirk Wien I Innere Stadt ist mit 43.292 Euro durchschnittlich pro Kopf eindeutig Spitze im DACH-Vergleich. Einzig der Schweizer Bezirk Höfe am Zürichsee hat eine noch höhere Kaufkraft (48.971 Euro).

Alle drei Länder haben ein Zentrum-Peripherie-Gefälle. Die besonders wohlhabenden Gebiete sind als Speckgürtel um große Zentren gelegen, so um München (Starnberg, Landkreis München), Frankfurt (Hochtaunuskreis), Zürich (Höfe und Meilen), Genf (Nyon) oder auch Wien (Mödling und Wien-Umgebung). Periphere Regionen in Deutschland und Österreich sind beispielsweise die Grenzregionen zur Tschechischen Republik, die beinahe durchweg eine schwächere Kaufkraft als der Landesdurchschnitt aufweisen. In der Schweiz und Österreich wird dieses Gefälle zudem beeinflusst und abgewandelt durch die Topographie und damit einhergehend den Tourismus in den Alpen.

Zur Studie

Die GfK Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas- oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen. Die Studie prognostiziert also das verfügbare regionale Einkommen nach Steuern und Sozialabgaben inklusive staatlicher Leistungen. Sie wird pro Kopf und Jahr in Euro und in Form eines Index (Durchschnitt = 100) ausgewiesen. Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. Die GfK Kaufkraft wird jährlich für 41 Länder Europas berechnet, meist bis zur feinsten regionalen Ebene wie Gemeinden und Postleitzahlgebiete.

Einsatzgebiete

Die GfK Kaufkraftdaten 2010 für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind bis zur Postleitzahl- und Gemeindeebene in die GeoMarketing-Softwarelösung "RegioGraph 2010" von GfK GeoMarketing integriert. Sie erlauben in Verbindung mit den ebenfalls enthaltenen digitalen Landkarten eine genaue Analyse des regionalen Marktpotenzials in diesen Ländern und sind damit die Basis für Entscheidungen in Marketing, Vertrieb, Controlling und Expansion.

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