Samstag, 21. Januar 2017


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Unzumutbare Zustände in der Flüchtlingsunterkunft Bernburg / Asylsuchende müssen unter massiver Kakerlakenplage leiden

Der Flüchtlingsrat fordert eine sofortige und nachhaltige Beseitigung der hygienischen Missstände

(lifePR) (Magdeburg, ) Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres waren akute Missstände wie Kakerlakenbefall, Gruppenduschen ohne Geschlechtertrennung und mangelnde Privatsphäre bekannt geworden. Erst durch das öffentliche Interesse sah sich die Heimleitung genötigt, einige Mängel zu beseitigen. Inzwischen gibt es zwar getrennte Duschräume für Frauen und Männer allerdings ohne Duschvorhänge oder Sichtschutz, die grundlegenden Missstände insbesondere der massive Ungezieferbefall haben sich jedoch nicht geändert.

Betroffen sind alle Bewohnerinnen und Bewohner, besonders unerträglich ist es jedoch für Mütter, die befürchten müssen, dass ihren Säuglingen im Schlaf die Kakerlaken über den Körper laufen. Statt einer intensiven Beseitigung teilt die Heimleitung Kakerlakenfallen aus, die angesichts des Ausmaßes der Plage unwirksam sind. Darüber hinaus sollen die Bewohnerinnen und Bewohner Kakerlakenspray in den Wohn- und Schlafräumen verwenden, dessen gesundheitliche Nebenwirkungen mindestens fragwürdig ist.

Die Gemeinschaftsunterkunft in Bernburg (Salzlandkreis) wird von dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betrieben. Das Heim befindet sich am Rand der Stadt in einem Industriegebiet. Dort gibt dort keine anderen Wohnhäuser, die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt ca.30 min zu Fuß, ebenso Sozialamt, Arzt, Schule und Kindergarten. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben beengt. Teilweise verlaufen Fallrohre der Sanitäranlagen durch Schlafräume von Bewohnerinnen und Bewohner mit Kindern. Das Heim verfügt nicht über Gemeinschaftsräume und Spielzimmer, obwohl dort Familien mit Kindern sowie eine große Anzahl von alleinstehenden Personen untergebracht ist.

Angesichts der dokumentierten Zustände ist eine menschenwürdige Unterbringung für Flüchtlinge nicht gegeben. "Wir fordern ein sofortige und nachhaltige Beseitigung des Ungezieferbefalls und Herstellung hygienischer Mindeststandards. Währenddessen muss für die Bewohnerinnen und Bewohner eine angemessene Ersatzunterkunft gefunden werden.", so Vorstandsmitglied Antje Arndt vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. "Außerdem ist eine Alternative zur menschenunwürdigen Flüchtlingsunterbringung in Sammelunterkünften längst überfällig." Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil vom 18. Juli 2012 bereits ausdrücklich festgestellt, dass Migrationspolitik kein Grund ist, an der Menschenwürde zu drehen. Wohnen gehört auch dazu.

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