Sonntag, 04. Dezember 2016


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Spatenstich für ein Bürogebäude der neuen Generation

Ein Liter Heizöl-Äquivalent und maximaler Einsatz nachwachsender Rohstoffe setzen Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

(lifePR) (Gülzow, ) In Anwesenheit von Minister Dr. Till Backhaus vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern und Bernd-Udo Hahn, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), fand heute in Gülzow der symbolische erste Spatenstich für das neue Bürogebäude der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) statt.

Dank eines Gebäudekonzeptes, das weitgehend auf Energieeinsparung und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe setzt, wird das künftige Gebäude Vorbild-Charakter in Sachen Nachhaltigkeit haben.

Die FNR wickelt als Projektträger des BMELV die bundesweite Projektförderung für nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie ab. Finanziert wird der rund 2 Millionen Euro teure Bau zu etwa drei Vierteln aus dem Konjunkturpaket II des Bundes, ein Viertel stammt aus Landesmitteln, die Fertigstellung ist für April 2011 geplant. Die Bauarbeiten führt der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) aus.

"Wer baut, muss mindestens 50 bis 100 Jahre voraus denken. Heute gilt das insbesondere für die Energieversorgung: Zur Neige gehende Energieträger und der Klimawandel erfordern neue Konzepte - auch von einem Bauträger der öffentlichen Hand. Der FNR-Neubau ist in diesem Zusammenhang vorbildlich, wir setzen hier konsequent auf zukunftsweisende Lösungen." sagte Minister Backhaus heute in Gülzow. Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der FNR, ergänzte: "Durch intelligente Energiekonzepte und die sehr gute Wärmedämmung hat das Haus einen nur noch äußerst geringen Heizenergiebedarf, den wir vollständig über erneuerbare Energien decken werden. Besonders freue ich mich jedoch, dass wir viele verschiedene nachwachsende Rohstoffe als Baustoffe im konstruktiven wie im gestaltenden Bereich einsetzen. Damit demonstrieren wir die Eignung und die Vielfalt natürlicher Materialien für moderne Bauten."

Möglich geworden ist dieser Neubau nicht zuletzt durch das Engagement des Landwirtschaftsministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern, das für die Unterbringung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FNR zuständig ist. Minister Backhaus hatte sich seit langem dafür eingesetzt, trotz knapper Haushaltsmittel ein Gebäude zu realisieren, das beispielhaft in punkto Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ist.

Den Entwurf für das auch äußerlich innovative Bürogebäude lieferte das Architektur-Büro Matrix aus Rostock.

So soll das Gebäude später aussehen: Auf einem massiven, halbseitig in das Erdreich eingelassenen Sockelgeschoss aus Mauerwerk und Beton liegen 2 Vollgeschosse in Holzbauweise. Im Sockel selbst kann durch den ständigen Erdkontakt kein Holz in den Außenwänden verbaut werden. Die beiden Obergeschosse sind mit Zellulose- und Holzfasern gedämmt, die Decken bestehen aus Brettstapeln mit Zementestrich und einer Trittschalldämmung aus Holzfaserdämmstoffen.

Die Fassade schließlich bekommt eine Verkleidung aus recyceltem Eichenholz, das Holz dazu stammt voraussichtlich aus alten landwirtschaftlichen Gebäuden. Dank des vorbildlichen Gesamtenergiekonzeptes und der sehr guten Wärmedämmung - sie entspricht dem Passivhausstandard - liegt der Gesamtenergiebedarf rund 40 Prozent unter den geltenden Anforderungen für Neubauten (Energieeinsparverordnung 2009). Für die Heizung benötigt das Haus nur noch ein Energieäquivalent von einem Liter Heizöl pro Jahr und qm Bürofläche. Tatsächlich wird hierfür jedoch nicht Heizöl oder Erdgas eingesetzt, sondern die Abwärme der im Haus betriebenen Server, die in einer 200 m³ großen Löschwasser-Zisterne aufgefangen wird. Eine mit Strom aus erneuerbaren Energien betriebene Wärmepumpe verteilt diese Wärme bei Bedarf im Haus.

Die FNR bezieht das neue Gebäude im Frühjahr 2011. Wer möchte, kann den Baufortschritt im Internet verfolgen: Auf http://www.natur-baustoffe.info/neubau-fnr/news-und-presse.html veröffentlicht die FNR-Bauberatung regelmäßig kommentierte Fotos von der Baustelle.

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