Sonntag, 04. Dezember 2016


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Europäischer IPO-Markt erholt sich - IPO-Boom in China hält an

Analyse zu Börsengängen im ersten Quartal 2010 / Weltweit Zahl der Börsengänge gegenüber 1. Quartal 2009 verfünffacht / Deutlich stärkere Aktivitäten in Schwellenländern als in Industrienationen / Marktanteil Chinas steigt weiter

(lifePR) (Stuttgart, ) Der weltweite Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings, kurz IPOs) hat zum Jahresbeginn 2010 an die positive Entwicklung des Vorquartals angeknüpft: Im traditionell etwas schwächeren ersten Quartal sank die Zahl der Börsengänge im Vergleich zum vorangegangenen Quartal von 297 auf 267, das Emissionsvolumen von 67 auf 53 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum ersten Quartal 2009, als sich die weltweiten Emissionserlöse nur auf 1,4 Milliarden US-Dollar beliefen, hat sich die Zahl der Börsengänge aber mehr als verfünffacht (von 52 auf 267). In Europa gingen in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 39 Unternehmen an die Börse - im vierten Quartal 2009 hatte es 29 IPOs in Europa gegeben, im Gesamtjahr 2009 waren es 61. Das sind Ergebnisse des vierteljährlich durchgeführten weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

China baut Marktführerschaft aus

Nach wie vor werden in China (inkl. Hongkong und Macao) die meisten Börsengänge durchgeführt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gab es dort 109 IPOs, im Vorquartal waren es ebenfalls 109, im Vergleichsquartal des Vorjahres (Januar bis März 2009) hingegen nur fünf. Bei den bisherigen chinesischen Börsengängen des Jahres 2010 betrug das Emissionsvolumen 19,5 Milliarden US-Dollar (viertes Quartal 2009: 24,8 Milliarden US-Dollar).

Chinas Bedeutung für das weltweite IPO-Geschäft ist in den vergangenen Jahren dramatisch gewachsen: Der Marktanteil stieg von 15 Prozent im Jahr 2006 auf 30 Prozent im Jahr 2009. Im ersten Quartal 2010 lag der Marktanteil sogar bei 41 Prozent.

Wie im vergangenen Jahr sind auch im aktuellen ersten Quartal die Schwellenländer mit 192 (von insgesamt 267) Börsengängen die wichtigste Säule des weltweiten IPO-Geschäfts. Sieben der zehn größten Börsengänge des laufenden Jahres fanden in Schwellenländern statt.

"Im IPO-Geschäft spielt die Musik nach wie vor in den Schwellenländern, die sich schneller von der Wirtschaftskrise erholen und wo es noch echte Wachstumsstorys gibt", so Heinrich Lind, Partner bei Ernst & Young.

Europa erholt sich

Der europäische IPO-Markt findet langsam Anschluss an den weltweiten IPO-Boom: Von Januar bis Ende März 2010 gab es an den europäischen Märkten 39 Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von insgesamt knapp 8 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal des Vorjahres waren 29 Börsengänge gezählt worden, die 6,6 Milliarden US-Dollar einbrachten.

Von seiner früheren Bedeutung ist der Europäische IPO-Markt allerdings noch weit entfernt: Im Jahr 2006 fand noch jeder dritte Börsengang in Europa statt (Marktanteil Europas: 31 Prozent). Seitdem hat Europa kontinuierlich an Bedeutung verloren. 2007 lag der Marktanteil Europas bei 26 Prozent, 2008 bei 22 Prozent, und 2009 fand nur noch jeder zehnte IPO in Europa statt. Im ersten Quartal 2010 lag der Marktanteil Europas mit 15 Prozent wieder etwas höher.

"Europa hat in den vergangenen Jahren als IPO-Markt stark an Bedeutung verloren", kommentiert Michael Oppermann, Partner bei Ernst & Young. "Und die weltweite Erholung kam erst mit einiger Verspätung in Europa an. Nun scheint es aber, als fasse der europäische IPO-Markt langsam wieder Tritt".

Deutschland in Europa vorn

Mit vier Börsengängen in Deutschland - drei davon von deutschen Unternehmen - hat sich der Börsenplatz Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres eindrucksvoll zurückgemeldet. Bei den vier Börsengängen wurden insgesamt 2,24 Milliarden US-Dollar eingeworben - so viel wie an keinem anderen europäischen Börsenplatz. Der Börsengang von Kabel Deutschland war im weltweiten Vergleich der neuntgrößte Börsengang im ersten Quartal.

Nachdem der deutsche IPO-Markt 2008 und 2009 praktisch zum Erliegen gekommen war, lassen die Aktivtäten des ersten Quartals auf eine nachhaltige Erholung des Marktes hoffen: "Der Börsengang von Kabel Deutschland im März hat sich tatsächlich als der erhoffte Türöffner für weitere Kapitalmarktdebüts erwiesen", stellt Lind fest. Von einem Boom könne allerdings noch keine Rede sein, schränkt er ein: "Börsengänge sind nach wie vor keine Selbstläufer, die Unsicherheit ist weiterhin relativ groß. Der Markt bleibt volatil und anfällig für schlechte Nachrichten - das Fenster könnte sich schnell wieder schließen." Zudem müssten die Unternehmen, die den Gang an die Börse wagen, zu Zugeständnissen bereit sein: "Wir haben noch immer einen Käufermarkt. Börsenaspiranten bzw. deren Eigentümer müssen bei den Erlösen Abschläge in Kauf nehmen".

Dennoch spreche einiges für eine weitere Verbesserung des IPO-Klimas, so Oppermann: "Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld hat sich aufgehellt, die Unternehmen können wieder bessere Zahlen vorweisen. Zudem ist die Pipeline gut gefüllt. Sollte das aktuell relativ gute Klima anhalten, könnte es im laufenden Jahr bis zu 20 IPOs in Deutschland geben, denn viele institutionelle Investoren verfügen nach wie vor über viel Liquidität und suchen nach Anlagemöglichkeiten".

Größter Börsengang in Japan

Der größte Börsengang des ersten Quartals 2010 - und gleichzeitig der weltweit größte Börsengang seit März 2008 - fand Ende März in Japan statt: Der japanische Versicherungskonzern Dai-ichi Life nahm beim Börsengang umgerechnet knapp 11 Milliarden US-Dollar ein.

Auf dem zweiten Rang folgt der chinesische Broker Huatai Securities, der bei seinem Börsendebüt 2,3 Milliarden US-Dollar einnahm. In Hongkong gab es den drittgrößten Börsengang: Der russische Aluminiumkonzern UC Rusal ging im Januar an die Börse und erlöste dabei 2,2 Milliarden US-Dollar.

Chinesische und indische Börsen vorn

Gemessen an der Zahl der Erstnotierungen liegt die Chinesische Börse (Shenzhen, 81 IPOs) an erster Stelle, gefolgt von der Bombay Stock Exchange (19 IPOs) und der New York Stock Exchange (16 IPOs). Das meiste Kapital - 11 Milliarden US-Dollar - wurde an der Tokyo Stock Exchange aufgenommen. Auf Platz zwei folgt die Shanghai Stock Exchange mit 8,7 Milliarden US-Dollar: Dritter ist die Shenzhen Stock Exchange mit (8,6 Milliarden US-Dollar).

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