Sonntag, 04. Dezember 2016


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Wie lange reicht unser Erdöl noch?

Prof. Dr.-Ing. Martin Bierer hält Antrittsvorlesung an der Dualen Hochschule Heidenheim

(lifePR) (Heidenheim, ) Unter der Frage "Papa, wie lange reicht das Erdöl noch?" hat Prof.Dr.-Ing. Martin Bierer in seiner Antrittsvorlesung eine ganz persönliche Bewertung der Energie- und CO_2 -Problematik vorgenommen. Vor über 130 Gästen aus Unternehmen der Region und der DHBW Heidenheim beantwortete der Vortragende anhand von Beispielen aus dem individuellen Alltagsleben die Fragen:

Wie viel und wofür brauchen wir Erdöl?
Wie teuer ist Öl und Benzin wirklich?
Wie verantwortungsvoll gehen wir mit dieser Ressource um?
Wer hat wirkliches Interesse am Sparen und sind die schwindenden Ölreserven unsere größte Herausforderung auf dem Energiesektor?

Prof. Bierer studierte Maschinenwesen mit dem Schwerpunkt "Technologien zur Energieeinsparung" an der Technischen Universität in Stuttgart und Verfahrenstechnik an der Colorado State University in Boulder, Colorado (U.S.A.). In einem Kooperationsprojekt mit der Fa. Dornier Systems in Friedrichshafen promovierte er auf dem Gebiet der "Solaren Kühlung". Im Rahmen dieses Projektes entstand ein nur durch Sonneneinstrahlung betriebener Kühlschrank zur Medikamentenkühlung in Entwicklungsländern.

Seine Laufbahn in der Industrie begann als Entwicklungsingenieur und führte über das Qualitätswesen und die Produktion in das Management verschiedener Firmen der Kälte- und Klimabranche. Nach 15 Jahren in der freien Wirtschaft übernahm Prof. Bierer im September 2007 die Studiengangsleitung für Maschinenbau an der DHBW am Standort Heidenheim.

Mit einer Vielzahl von Zahlen und Fakten machte er in seinem Vortrag deutlich, dass der Rohstoff Öl sehr begrenzt ist. Der Großteil der Energie aus Erdöl und Ergas wird einfach "verheizt" oder "verfahren". Nur ein sehr kleiner Teil dieser Rohstoffe wird dazu verwendet zahlreiche Produkte des täglichen Lebens zu produzieren. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass Benzin inflationsbereinigt in den letzten 60 Jahren nicht teurer geworden ist. Die Preissteigerung um den Faktor 5 entspricht fast genau der Steigerung der allgemeinen Verbraucherpreise. Da die Nettoeinkommen sehr viel stärken gestiegen sind als die Preise, geben wir heute signifikant weniger für Benzin aus. Dies bedeutet, dass wir für einen Liter Benzin heute deutlich kürzer arbeiten müssen als vor 60 Jahren. Nach bisherigem Wissen über die vorhandenen Ölvorkommen würden wir bei gleichbleibendem Verbrauch noch für rund 45 Jahre über Öl verfügen. "In 2 bis 3 Generationen haben wir alles Mineralöl verbraucht", so der Vortragende.

Dabei wird teilweise sehr verschwenderisch mit dem knappen Gut umgegangen. So ist der Energieaufwand für den ganzjährigen Anbau von Tomaten in holländischen Treibhäusern extrem hoch, rechnet Prof. Bierer vor. "Eine im Januar gewachsene Tomate können sie 1:1 mit Heizöl aufwiegen". Tiefkühlprodukte sind ebenfalls extrem energieintensiv. So kann vom Fang des Fisches bis zum Verzehr eines Fischstäbchens über ein Jahr vergehen. "Damit ist der Energiewert höher als der Wert des Fisches", beschreibt der Dozent die absurde Situation unserer Konsumweise. Aufgrund des geringen Preises lohnt es sich auch nicht das bei der Rohölförderung anfallende Gas zu sammeln und zu nutzen. Deshalb werden große Mengen Erdgas einfach an der Förderstelle abgefackelt.

Ein Haupthindernis für einen sorgsameren Umgang mit den kostbaren Rohstoffen ist aber die mangelnde Motivation bei allen wichtigen Interessengruppen. Für den Verbraucher ist nur ein möglichst niedriger Preis attraktiv und Komfortverzicht keine wirklich ausgeprägte Eigenschaft. Allein sieben der zehn umsatzstärksten Unternehmen weltweit sind Ölkonzerne. Die Förderländer haben ebenfalls kein Interesse an einem Rückgang der Nachfrage nach Öl. Und die Politik handelt in der Regel nicht nachhaltig, da sie in sehr kurzfristigen Zeiträumen denkt.

Die wirkliche Herausforderung -- das eigentliche Problem -- besteht aber in den Auswirkungen der Energienutzung auf unsere Erdatmosphäre, die durch den hohen CO_2 -Ausstoß belastet wird. Als Lösungsstrategie bietet sich die Nutzung regenerativer Energiequellen, wie Wind, Wasser, Sonne, Geothermie und Biomasse an. Der ökonomische Vorteil dieser Technologien besteht darin, dass bei höherem Nutzungsgrad durch Reduzierung der Systemkosten, die Energiekosten sinken. Den Vortrag beendet Prof. Bierer mit einem Zitat des Umweltexperten Russel Train: "Die knappste Ressource ist nicht das Öl, nicht das Gas und auch nicht das Uran; es ist die Zeit, die wir noch haben, um unsere Verhaltensweisen den Anforderungen und Grenzen unserer Umwelt anzupassen."

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