Sonntag, 04. Dezember 2016


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Diakonie fordert Mindestrente, die armutsfest ausgestaltet ist und die Situation von Frauen besonders berücksichtigt

(lifePR) (Stuttgart, ) Angesichts der steigenden Zahl an Rentnern, die zu ihrer Rente hinzuverdienen müssen, fordert die Diakonie erneut eine gesetzliche Mindestrente, die steuerfinanziert ist. "Viele alte Menschen müssen trotz Rentenbezug arbeiten, um ihr Existenzminimum zu sichern. Die Zahl der Menschen, die im Alter Grundsicherung beziehen, ist seit 2003 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend. Sie zeigen: Es ist dringend notwendig, die Renten armutsfest auszugestalten. Wer arbeitet, erzieht und pflegt, darf im Alter nicht auf die Lebensmittelspende der Tafeln angewiesen sein", betont Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier.

Die Diakonie fordert, die Situation der Frauen besonders in den Blick zu nehmen. "Frauen haben im Rentenalter ein um drei Prozentpunkte höheres Armutsrisiko als Männer und liegen damit deutlich über der allgemeinen Armutsrisikoquote von 15,6 Prozent", so Stockmeier. Nach Erziehungs- oder Pflegezeiten verlieren viele Frauen im Beruf den Anschluss. Minijobs, für die keine Rentenbeiträge gezahlt werden müssen, sind oft die einzige Möglichkeit, das Einkommen wenigstens geringfügig aufzustocken. Frauen, die im Spagat zwischen Kinderbetreuung, der Pflege von Angehörigen und Berufstätigkeit nur mit Mühe ihr Existenzminimum sichern können, können zudem nicht oder nicht voll in eine private oder betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Lücken in der Beitragszahlung und geringe Renten sind die Folge.

"Die Deckelung der Rentenzuwächse in den vergangenen Jahren und der fehlende Inflationsausgleich haben dazu geführt, dass das Rentenniveau real gesenkt wurde. Auch dies trifft Frauen mit Minirenten besonders hart", kritisiert Stockmeier. Die gesetzliche Mindestrente müsse so ausgestaltet sein, dass sie Altersarmut verhindert und insbesondere Frauen wirklich erreicht. "Wir brauchen Regeln, die Pflege, Erziehung und fehlende Betreuungsmöglichkeiten hinreichend berücksichtigen und Frauen eigenständige Mindestansprüche in der Rente sichern - ohne wenn und aber", fordert der Diakonie-Präsident.

Diakonie Deutschland

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland mit "Brot für die Welt" fusionieren im Jahr 2012 zum "Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung". Die neue Dachorganisation besteht aus den zwei Werken "Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst" und "Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband".

Beide Werke nehmen unter dem Dach des "Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung" ihre Arbeit im Oktober 2012 in Berlin auf. Die Standorte Bonn und Stuttgart werden zu diesem Zweck aufgegeben.

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