Samstag, 10. Dezember 2016


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Exotenhaltung in Deutschland: Nordrhein-Westfalen in der Pflicht

Kobra tot, politischer Handlungsbedarf bleibt

(lifePR) (Bonn, ) Der Deutsche Tierschutzbund erinnert an den politischen Handlungsbedarf bei der Haltung exotischer Tiere. Ende März nutzte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg den "Kobra-Vorfall" in Mülheim für einen weiteren Vorstoß bei der Diskussion um ein Verbot der Haltung von Exoten im Privathaushalt. Sein Ministerium kündigte an, die Haltung exotischer Tiere auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz Ende April zu setzen. Der Deutsche Tierschutzbund hat nun im Vorfeld der Konferenz bei Minister Uhlenberg nachgehakt sowie bei der Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz, der schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf, um Unterstützung für diese Initiative gebeten.

Der Umgang mit wilden Tieren in Deutschlands Wohnzimmern ist uneinheitlich: Von einem generellen Halteverbot gefährlicher Arten im Vorreiterland Hessen seit 2007 über Regelungen im Landesnaturschutzgesetz wie in Schleswig-Holstein bis hin zu keinerlei gesetzlichen Steuerungen wie etwa in Nordrhein-Westfalen. Ergebnis: Interessenten reisen in die Bundesländer ohne Regelungen, um dort auf einer Tierbörse Exoten zu kaufen. Nachkontrollen gibt es nicht. Das führt dazu, dass Tiere zwar legal erworben, aber z. B. aufgrund der Gesetzeslage dann illegal gehalten werden. "Im Prinzip kann heute jeder gefährliche Tiere im Kinderzimmer halten. Daher brauchen wir ein klares Verbot. Den Ankündigungen von Herrn Uhlenberg müssen sichtbare Taten folgen. Nur laute Worte alleine reichen nicht mehr", mahnt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Aus Tierschutzsicht sollten exotische Tiere generell nicht im Privathaushalt gehalten werden. Fang und Transport, Handel und insbesondere die spätere Haltung im Privathaushalt führen zu erheblichen Schmerzen und Schäden. Des Weiteren werden die Tiere später oft weggegeben oder einfach ausgesetzt. Immer mehr dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Tierheime werden mit exotischen Tieren wie Schlangen, Leguanen oder Schildkröten konfrontiert - eine Aufgabe, die personell, räumlich und finanziell oft nur schwer bewältigt werden kann.

Rückblick, März 2010: Ein 19-jähriger hatte auf einer Reptilienbörse eine hochgiftige Monokelkobra erstanden. Aufgrund ihrer kleinen Größe entkam das Tier zwei Tage später durch die Lüftung des Terrariums. Resultat: Die Feuerwehr hatte die Wohnung des Mannes in Mülheim entkernt, die anderen Bewohner wurden für zwei Monate ausquartiert und das Haus versiegelt. Kostenpunkt ca. 100.000 Euro. Und die Schlange? Wie sich herausstellte, ist sie bedauerlicherweise tot.

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