Montag, 05. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 549826

Morbus Alzheimer noch immer unheilbar

(lifePR) (Oberschöna, ) Zwar sieht man im Kampf gegen das Vergessen heute etwas optimistischer in die Zukunft. Die Forschung ist zuversichtlich, Therapieansätze entwickeln zu können, die an den Ursachen ansetzen. Trotzdem sind mehr als 100 Jahre seit der Entdeckung dieser bestimmten Art der Demenz durch Alois Alzheimer vergangen und viele Milliarden weltweit in die Erforschung geflossen, ohne dass bisher ein Arzneimittel oder andere viel versprechende Ansätze vorlägen, um die Krankheit wirkungsvoll zu bekämpfen resp. zu heilen. In Anbetracht des multifaktoriellen Charakters der Alzheimer Demenz erscheint die Entwicklung einer Kombinationstherapie am ehesten denkbar.

In den USA wird momentan eine Studie durchgeführt, bei der dennoch nicht erkrankten Probanden gezielt Antikörper zur Auflösung der Amyloid-Plaques geimpft werden. Alle Teilnehmer tragen eine Genveränderung in sich, wodurch sie eines Tages sicher an der genetisch vererbten Alzheimerform leiden werden. Da man bei ihnen genau vorhersagen kann, wann die Krankheit ausbrechen wird, kann hier die Impfung prophylaktisch erfolgen und die Neurodegeneration im Idealfall verhindert werden.

In der Diagnostik ist man ebenfalls einen Schritt weiter. So bietet zum Beispiel der Amyloid-PET, die Positronen-Emissions-Tomographie, dank eines neuen Radiotracers eine gute Darstellung von Amyloid-Ablagerungen im Gehirn. Auch lässt sich mit der PET die Glucosestoffwechselrate im Gehirn ermitteln, die bei Alzheimer-Patienten in bestimmten Hirnregionen deutlich verringert ist. Seit einigen Jahren ist es zudem möglich, im Nervenwasser das Amyloid- und das Tau-Protein zu erkennen. Je nach Konstellation spricht dies mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 90 Prozent für eine Alzheimer-Erkrankung.

Trotz der Erkenntnisse der Grundlagenforschung und einer Vielzahl von klinischen Versuchen, wirksame Arzneimittel zu entwickeln - heilbar ist die Alzheimer Demenz bis heute bedauerlicherweise nicht.

Wie kann man sich selbst ein Bild machen, inwieweit Vergesslichkeit eine zunehmende Abnahme der Gedächtnisleistung aufgrund des Alters ist oder auf eine Demenz hindeutet? Dazu sollte man zunächst wissen, dass unser Gedächtnis aus zwei wichtigen Bereichen besteht - zum einen aus der Merkfähigkeit, zum anderen aus dem Erinnerungsvermögen. Damit man sich später an etwas erinnern kann, muss der Vorgang in unserem Gedächtnis abgespeichert werden. Bei der Alzheimer-Krankheit ist die Merkfähigkeit typischer Weise gestört, bei der normalen Altersvergesslichkeit ist überwiegend das Erinnerungsvermögen betroffen.

Allerdings - nicht jede kognitive Beeinträchtigung stellt ein sicheres Indiz für eine Demenz dar und nicht jede Demenz beruht auf einer Alzheimer-Krankheit. Hier ist die fachärztliche Diagnose des Neurologen gefordert!

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