Sonntag, 11. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 547517

"Wir sehen was, was Du nicht siehst" - Automatisiertes Parken mit Surround View-Kameras

(lifePR) (Hannover, ) .
- Continental demonstriert zusätzliches Anwendungspotenzial für Surround View-Kameratechnologie
- Surround View-Prototypfahrzeug demonstriert automatisiertes Einparken rein auf Kamerabasis
- In Zukunft muss sich der Fahrer beim Einparken nicht einmal mehr im Fahrzeug befinden: Auch Remote Parking lässt sich mit Surround View-Technologie umsetzen

Nie wieder Stress bei der Parkplatzsuche oder beim Einparken und auch kein Ärger mehr über enge Parklücken: Mithilfe eines Versuchsträgers zeigt der internationale Automobilzulieferer Continental, wie sich rein auf Basis von Surround View-Kameras ein automatisiertes Einparken umsetzen lässt. "Da solche Kameras zukünftig häufiger zur optionalen Fahrzeugausstattung gehören, liegt es nahe, sie für möglichst viele Funktionen einzusetzen", sagte Wolfgang Fey, Leiter des Segments Surround View im Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme der Continental Division Chassis & Safety.

Bereits im Mai hatte Continental auf einer Veranstaltung im Allianz Zentrum für Technik (AZT) in Ismaning einen Back-up Assist vorgestellt, der die im Heck befindliche Kamera eines Surround View- Systems nutzt, um Kollisionen beim Rückwärtsfahren zu vermeiden. "Für das automatisierte Einparken eignen sich die Fischaugen- kameras des Surround View Systems sehr gut, weil sie das gesamte Umfeld des Fahrzeugs erfassen", erklärte Alfred Eckert, Leiter Zukunftsentwicklung der Division Chassis & Safety. "Ihr großer Öffnungswinkel erlaubt beispielsweise auch den Blick in schräge Parklücken. Außerdem erkennen die Kameras die weißen Begrenzungslinien von Parkplätzen, was mit den traditionellen Ultraschallsensoren nicht gelingt." Mit dem von der Zukunftsentwicklung prototypisch im Fahrzeug umgesetzten automatisierten Einparken erweitert das Technologieunternehmen die Nutzungsmöglichkeit für die Kameratechnik, welche die Grundlage für Surround View darstellt.

Vorhandene Kameras zum Einparken nutzen

Im Versuchsträger sind vier Fischaugenkameras verbaut - eine vorne am Kühlergrill, eine am Heck und je eine im Fuß der Seitenspiegel. Jede Kamera hat mehr als 180° Erfassungswinkel, sodass sie das gesamte Fahrzeugumfeld in einem 360° Umkreis erfassen.

Dem Fahrer wird dieses Umfeld auf einem Touchscreen im Auto dargestellt und als ausreichend groß erkannte freie Parkplätze angezeigt. Durch Berührung mit dem Finger kann der Fahrer einen der freien Parkplätze anwählen und dem Fahrzeug dann im Anschluss durch eine weitere Aktivierung das Kommando zum Start des automatisierten Parkvorgangs geben. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sich die Parklücke parallel zur Fahrbahn befindet oder im rechten Winkel dazu. Gestützt auf die von der Bildinterpretation des Fahrerassistenzsystems erzeugte Objektkarte der Umgebung, übernimmt das Fahrzeug nun den kompletten Parkvorgang einschließlich Gas geben, Lenken, Gangwechsel, Anhalten und Verriegeln der Feststellbremse in der Endposition.

Surround View - eine Technologie mit weiterem Ausbaupotential

Auf dem Touchscreen hat der Fahrer grundsätzlich die Möglichkeit, die vom System vorgeschlagene Parkposition durch Verschieben des Fahrzeugumrisses in jede Richtung zu verändern. Mit dieser Option kann der Fahrer auf Besonderheiten in seinem Umfeld reagieren, die auch von einer leistungsfähigen Objekterkennung nicht ohne Weiteres interpretiert werden können - etwa auf ein vor oder hinter dem eigenen Fahrzeug abgestelltes Lieferfahrzeug, das mehr Rangierabstand benötigt als ein Pkw.

Beim automatisierten Parken mit Surround View wird es in Zukunft auch möglich sein, dass sich der Fahrer außerhalb des Fahrzeugs aufhält. Der Parkvorgang lässt sich auch aus der Distanz starten. "Beim Remote Parking wählt der Fahrer im Fahrzeug den Parkplatz aus und aktiviert dann per Touchscreen den Remote Modus. Anschließend kann er das Fahrzeug verlassen und auf dem Touchscreen seines Smartphones per App den Start des automatisierten Parkvorgangs anwählen und verfolgen", erklärte Eckert. Solange der Fahrer durch Berührung eines entsprechenden Buttons in der von Continental entwickelten App den Vorgang aktiv hält, parkt das Fahrzeug automatisiert ein - bis zur Endposition. In der aktuellen Implementierung wird am Ende des Parkvorgangs die Parkbremse gezogen, die Türen bleiben aber offen und der Motor an. Bei einem zukünftigen Seriensystem wird dies nicht mehr der Fall sein und das Fahrzeug wird sich verriegeln und den Motor abstellen.

Im Zuge der weiteren Entwicklung wird der aktuell erreichte Stand schrittweise in ein skalierbares serienreifes System überführt, das ein oder mehrere Assistenzfunktionen auf Basis von Surround View im Gesamtfahrzeugnetzwerk zur Verfügung stellen kann, wie beispielsweise einen Querverkehrsassistenten oder einen Back-up Assist mit automatischem Bremseingriff beim Rückwärtsfahren.

Continental Automotive GmbH

Continental entwickelt intelligente Technologien für die Mobilität der Menschen und ihrer Güter. Als zuverlässiger Partner bietet der internationale Automobilzulieferer, Reifenhersteller und Industriepartner nachhaltige, sichere, komfortable, individuelle und erschwingliche Lösungen. Der Konzern erzielte 2014 mit seinen fünf Divisionen Chassis & Safety, Interior, Powertrain, Reifen und ContiTech einen Umsatz von rund 34,5 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell rund 200.000 Mitarbeiter in 53 Ländern.

Die Division Chassis & Safety entwickelt und produziert sowohl integrierte aktive und passive Fahrsicherheitstechnologien als auch Produkte, die die Fahrzeugdynamik unterstützen. Das Produktportfolio reicht von elektronischen und hydraulischen Brems- und Fahrwerkregelsystemen über Sensoren, Fahrerassistenzsysteme, Airbagelektronik und -sensorik sowie elektronische Luftfedersysteme bis hin zu Reinigungssystemen für Windschutzscheiben und Scheinwerfer. Der Fokus liegt auf einer hohen Systemkompetenz und Vernetzung von einzelnen Komponenten. So entstehen Produkte und Systemfunktionen entlang der Wirkkette SensePlanAct. Diese bilden das Fundament für das automatisierte Fahren. Chassis & Safety beschäftigt weltweit über 38.000 Mitarbeiter und erzielte 2014 einen Umsatz von rund 7,5 Milliarden Euro.

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