Freitag, 20. Januar 2017


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Statt Stent-OP: Bewegungstraining

Studien belegen Alternativbehandlung bei Koronarer Herzkrankheit

(lifePR) (Bochum, ) Kann Bewegung tatsächlich eine Alternative zu operativer Hightech-Medizin sein? Die Studien eines Bremer Forscherteams1 bestätigen dies nicht nur. Sie zeigen sogar, dass regelmäßiges Belastungstraining bei Koronarer Herzkrankheit besser ist als eine Stent-Implantation. Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e. V., erklärt das überraschende Ergebnis so: "Durchblutungsstörungen des Herzmuskels entstehen durch verengte Herzkranzgefäße. Regelmäßiges Belastungstraining kann die Gefäßfunktion und Durchblutung verbessern, wodurch Gefäßschädigungen aufgehalten werden." Statt einer schweren Stent-Operation können stabile Herzpatienten daher auch Schwimmen, Gymnastik oder Lauftraining auf ihr Tagesprogramm setzen.

Das Herz pumpt aus eigener Kraft Blut bis in die entlegensten Körperzellen, um diese mit Sauerstoff, Nährstoffen, Abwehrzellen und Hormonen zu versorgen.

Ist ein Blutgefäß verstopft oder verkalkt, entstehen Durchblutungsstörungen. Es kann zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen, den beiden häufigsten Herz- Kreislauf-Erkrankungen. Körperliche Bewegung hält die Blutgefäße offen, so dass das Risiko von Durchblutungsstörungen stark gesenkt wird. "Besonders Ausdauertraining - wie Schwimmen, Radfahren oder Walking - erhöht den Blutfluss in den Muskelschichten des Herzens und hält die Arterienwände elastisch", weiß Ute Repschläger.

Dies machte sich auch das Forscherteam aus Bremen zunutze, das mit seinen provokanten Studiendaten bereits 2004 großes Aufsehen erregte. Damals wurden Patienten mit Durchblutungsstörungen erstmals unterschiedlich therapiert: Eine Gruppe erhielt ein festgelegtes, regelmäßiges Belastungstraining auf dem Fahrradergometer. Die andere Gruppe bekam eine Stent-Implantation mit Herzkatheder. Im Ergebnis ging es den Patienten der Bewegungstherapie-Gruppe besser. Selbst nach fünf Jahren hatten sie noch deutlich weniger lokale Störungen der Blut- und Sauerstoffversorgung, weniger Klinikaufenthalte und gefäßerweiternde Eingriffe. Eine Folgestudie ergab nun die gleichen Ergebnisse: Körperliches Training war der Stent-Operation als Präventionsstrategie überlegen und reduzierte kardiovaskuläre Schädigungen.

Ute Repschläger rät daher: "Patienten mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit ist ein Bewegungstraining unter therapeutischer Anleitung zu empfehlen." Die alternative Behandlungs-Strategie ist zudem wesentlich kostengünstiger als eine Operation. Dies haben auch die Krankenkassen erkannt und finanzieren daher allen Versicherten therapeutische Präventionskurse wie Herz-Kreislauf-Training, Aqua-Fitness oder Nordic Walking zumindest anteilig.

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