Sonntag, 25. September 2016


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Bewegung statt Schonung

Knieschmerz-Studie empfiehlt Physiotherapie

(lifePR) (Bochum, ) Bei sportlich aktiven, jüngeren Menschen sind Knieschmerzen weit verbreitet, vor allem das sogenannte patellofemorale Schmerzsyndrom. Ausgelöst werden die Schmerzen unter der Kniescheibe - der Patella - meist durch Treppensteigen, Bergablaufen oder sportliche Aktivitäten in der Hocke. Die Ursachen der Erkrankung sind jedoch meist unbekannt. Bisher wurde Betroffenen in der Regel Schonung verordnet, bis der Knieschmerz von selbst vergeht. Eine aktuelle Studie belegt nun aber, dass Physiotherapie bessere Ergebnisse als die "wait and see"-Strategie erzielt.1 Ute Repschläger, Vorsitzende im Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e. V. erläutert: "Die Patienten hatten deutlich weniger Schmerzen und eine bessere Funktion des Kniegelenks." Sportmediziner empfehlen daher ein Training unter Anleitung von Physiotherapeuten.

Zum patellofemoralen Schmerzsyndrom zählen Beschwerden rund um die Kniescheibe, die unter Belastung oder bei Beugung des Beins schlimmer werden. Da es bislang kaum wissenschaftlich untermauerte Therapien gab, verordneten Ärzte gewöhnlich das Knie zu schonen. Eine neue Studie testete nun die "Bewegungstherapie kontra Schontherapie": Betroffene trainierten nach dem allgemeinen Aufwärmen zunächst auf einem Fahrradergometer, es folgten statische und dynamische Übungen für die Muskeln von Oberschenkel, Wade und Gesäß. Hinzu kamen Dehnübungen und ein Gleichgewichtstraining.

Besonders wichtig: Der Physiotherapeut steigerte die Übungen langsam so, dass Schmerzreaktionen vermieden wurden. Als Studienergebnis konnte gezieltes Bewegungstraining unter Anleitung Schmerzen kurz- und langfristig besser vermindern als abwartende Schonung. Besonders die Muskulatur der Oberschenkelinnenseite und im Hüftbereich stabilisiert die Kniescheibe und sollte daher bei Beschwerden gezielt gekräftigt werden. "In der Behandlung des patellofemoralen Schmerzsyndroms sind aber nicht nur Kräftigungsübungen zu beachten", erklärt Ute Repschläger, "sondern auch die Dehnung der Kniebeugemuskulatur, die bei diesem Krankheitsbild oft verkürzt ist." Ziel der Physiotherapie ist es, die Stellung der Kniescheibe in ihrem Gleitlager mittig zu optimieren, z. B. durch funktionelles Beinachsentraining. Auch Gleichgewichtsübungen helfen Betroffenen, das Standbein Beinachse für ein besseres Gangbild zu trainieren (Foto). Im Einzelfall können Kältebehandlungen oder Elektrotherapie den Heilungserfolg unterstützen. Zudem sucht der Physiotherapeut nach individuell Schmerz auslösenden Faktoren, die zukünftig vermieden werden können. Dies sind bei Sportlern beispielsweise veraltete Trainingsmethoden wie Froschsprünge oder Kniebeugen mit Gewichten - also alle Übungen, die einen hohen Druck im Bereich der Kniescheibe bewirken.

Die Studie gibt sportlich aktiven Menschen mit Knieschmerzen wieder Hoffnung. Auch nach einem Jahr hatten die trainierten Patienten weniger Schmerzen.

1 www.aerzteblatt.de (BMJ 2009)

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