Mittwoch, 07. Dezember 2016


Pharmamarkt: Scheininnovationen aus der Politik

(lifePR) (Berlin-Mitte, ) Die Politik hat 2007 eine ruinöse Preisspirale im Bereich der Generika ausgelöst: diese bedroht die Existenz deutscher Unternehmen, den Wettbewerb und damit absehbar die niedrigen Preise in diesem Arznei-mittelsegment. Anstatt die Fehlentwicklungen in diesem Bereich zu kor-rigieren, wird jetzt wieder die Pharmaindustrie als Kostentreiber an den Pranger gestellt. Es soll ein noch höherer Zwangsrabatt auf Arzneimittel unter dem Namen Pharmasoli eingeführt werden - dabei liegt das Preis-niveau 2009 unter dem von 1983, bewegen sich die Ausgaben für Arz-neimittel 2009 im vereinbarten Rahmen, tragen die Arzneimittelhersteller nach Abzug von Mehrwertsteuer und den Vergütungen für Großhandel und Apotheken nur 11 Prozent zu den GKV-Ausgaben bei und melden die Kassen Überschüsse. Zudem haben die Hersteller seit 2002 mehr als 7 Milliarden Euro Zwangsrabatte geleistet. "Hektische Zwangsrabatte und Preismoratorien sind fehl am Platz: Wir fordern endlich Reformen, die einen nachhaltig funktionsfähigen Generikamarkt und eine selbstre-gulierende Balance zwischen Ausgaben und Innovationen im patentge-schützten Markt sicherstellen", äußert sich Dr. Bernd Wegener, der Vor-sitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zu den aktuellen Diskussionen.

"Reformierte Festbeträge ohne den ruinösen Preisverfall durch das Instru-ment der Zuzahlungsbefreiung statt Rabattverträgen im Generikamarkt und Verhandlungen zwischen Herstellern und Kassen über patentgeschützte Arz-neimittel: das ist der Weg voran", so Wegener und ergänzt: "Interessant, dass man uns zu unseren eigenen Vorschlägen zwingen will - denn wir haben schon Ende Januar 2010 ein Konzept vorgelegt, das Verhandlungen zwi-schen Herstellern und Kassen über patentgeschützte Arzneimittel vorschlägt. Entscheidend sind die Spielregeln, unter denen verhandelt wird. Denn hier entscheidet sich, was entsteht: noch mehr Bürokratie und staatlicher Dirigis-mus oder ein selbstregulierendes System, das eine Balance zwischen Arz-neimittelausgaben und dringend benötigten Innovationen sicherstellt."

Die Politik setzt bei Ihren Überlegungen stark auf Nutzenbewertungen von Arzneimitteln. "Wir auch", so Wegener "aber es wird so getan, als seien diese komplexen Bewertungen auf Knopfdruck abrufbar - das ist eine Illusion". "Handlungsdruck besteht: Bei der Reform des generischen Marktes und der Rabattverträge. Wir fordern daher eine sachliche Diskussion - denn Schein- innovationen aus der Politik helfen niemandem weiter", betont Wegener.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt mit seiner fast 60jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 280 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassi-sche Pharma-Unternehmen, Pharma-Dienstleister, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel und der Homöopa-thie/Anthroposophie.

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