Freitag, 09. Dezember 2016


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Röttgen und Merkel müssen beim Weltklimagipfel vermitteln und die Industriestaaten zur Übernahme von mehr Verantwortung drängen

(lifePR) (Kopenhagen/Berlin, ) Bei einem Treffen mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Kopenhagen haben heute Vertreter vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die deutsche Delegation beim Weltklimagipfel zu entschlossenem Engagement aufgefordert. Zur Überwindung der gegenwärtigen Blockaden müsse die Bundeskanzlerin ihre guten Kontakte zu US-Präsident Barack Obama und zum chinesischen Staatschef Hu Jintao nutzen, um zwischen beiden zu vermitteln. Es wäre ein Fiasko, wenn am Ende der zweiten und entscheidenden Verhandlungswoche in Kopenhagen keine wirksamen Beschlüsse für mehr Klimaschutz stünden. Dies drohe jedoch, wenn die Industriestaaten inklusive der USA sowohl bei ihren bisherigen CO2-Minderungszielen als auch bei den Finanzzusagen für die Entwicklungsländer nicht deutlich zulegten.

Der BUND sieht ein Minderungsziel von mehr als 40 Prozent für die Industriestaaten und einen Beitrag der Europäischen Union für Anpassung und Klimaschutz in den armen Ländern von jährlich mindestens 35 Milliarden Euro als erforderlich an. Bisher addierten sich die CO2-Minderungen der Industrieländer bis 2020 auf knapp 20 Prozent im Vergleich zu 1990. Dies sei weit entfernt von dem, was der UN-Klimarat als notwendig erachte.

Bei dem Treffen in Kopenhagen überreichten die BUND-Vertreter Umweltminister Röttgen eine von mehr als 10000 Bundesbürgern unterzeichnete Petition, die ihn und die Kanzlerin zum größtmöglichen Einsatz für ein akzeptables Gipfelergebnis auffordert. Es genüge nicht, wenn beide immer wieder das so genannte Zwei-Grad-Ziel beschwören würden, das die maximal tolerierbare Temperaturerhöhung bis zum Ende dieses Jahrhunderts beschreibt. Ein Abschlussdokument, in dem sich die Staatengemeinschaft lediglich auf dieses langfristige Ziel verständige, sei nicht ausreichend.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: "Wir brauchen schnell Fortschritte bei der Minderung der Treibhausgase. Entscheidend ist, dass sich die USA bewegen und ihre Klimaschutzangebote deutlich aufstocken. Schließlich ist ein Amerikaner durchschnittlich für zwanzig Tonnen CO2-Emissionen im Jahr verantwortlich. Fünf Mal mehr, als sich ein Chinese im Durchschnitt anrechnen lassen muss. Frau Merkel gilt als gute Moderatorin, in dieser Woche kann sie zeigen, ob sie es schafft, die USA so in die Kopenhagener Verhandlungen einzubinden, dass alle Industrieländer faire Anteile bei der Bewältigung der Klimakrise übernehmen."

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