Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Fliegerbombe auf dem FlughafenTegel

Liegen auch Blindgänger auf dem Flughafen Tempelhof? / Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de stellt Strafanzeige wegen vorsätzlicher Gefährdung des Luftverkehrs

(lifePR) (Berlin, ) Laut Presseberichten wurde schon Ende 2008 ein brisantes Gutachten bekannt, das unter dem Flughafen Tegel tonnenweise Blindgänger und scharfe Munition liegen.

Das Gutachten lag zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als 3 Jahren vor und spricht von einer "Objektiven Gefahrensituation" und wurde vom Berliner Senat seit Oktober 2005 unter Verschluss gehalten.

Anstatt die Gefahr umgehend zu beseitigen, entschied man sich bei Senat und Flughafengesellschaft, das Gutachten wegzuschließen und die Gefahr zu ignorieren.

Trotz des Fundes von über einer Tonne Munition allein beim Bau des Terminals C bestehe laut offizieller Stellen "keine konkrete Gefahr".

Nicht nur die Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers, sondern auch die Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter sollte umgehendes Handeln selbstverständlich erscheinen lassen.

Wir fordern den Senat und den Regierenden Bürgermeisters Wowereit, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, auf verbindlich dafür Sorge zu tragen, dass die flächendeckende Kampfmittelberäumung aller nicht versiegelten Flächen unverzüglich begonnen wird. Für das Frühjahr 2009 wurde die Durchsuchung des Flughafengeländes nach alter Munition vom Senat angekündigt. Der aktuelle Fund zeigt nicht nur die akute Gefahr auf, sondern auch, dass eine Räumung bisher offenbar nicht erfolgte.

Seit der Nutzung als Flughafen während der Luftbrücke 1948 wurde in Tegel nie eine vollständige Kampfmittelberäumung durchgeführt. Insbesondere wurden große Bereiche, die nahe an den Runways und Taxiways liegen, komplett ausgespart.

Dabei ist die Gefahr offensichtlich: Je länger alte Munition im Boden lagert, desto brisanter wird sie. In Tegel wurden alleine beim Bau des neuen Terminals C 1,5 Tonnen Munition gefunden, sowie in einigen Bereichen die aus Oranienburg bekannten Bomben mit chemischem Langzeitzünder, die bauartbedingt jederzeit explodieren können.

Tegel wurde seit 1828 von der Preußischen Artillerie als Schießplatz benutzt. Direkt neben der Chemisch-Technischen Reichsanstalt gelegen, wurde dort geforscht, das Gelände verfügte über zahlreiche Munitionsbunker.

Seit den 1930er Jahren führte der "Verein für Raumschifffahrt" mit den Raketenpionieren Rudolf Nebel und Hermann Oberth seine ersten Versuche mit Flüssigkeitsraketen auf dem Gelände durch. Auch Wernher von Braun arbeitete dort, bevor er weiter nach Kummersdorf und Peenemünde zog. Im Krieg wurde das Gelände mehrfach bombardiert, bevor es während der Luftbrücke in nur drei Monaten zum Flughafen umfunktioniert wurde.

Die Gefahr durch Blindgänger ist keineswegs abstrakt: Am 28. September 2000 explodierte auf dem Siegerland Flughafen direkt nach der Landung eines Flugzeuges eine 500 kg Bombe direkt unter der Start- und Landebahn. Der Flughafen musste damals zunächst für 3 Wochen geschlossen werden. Wäre die Bombe direkt unter dem Flugzeug explodiert, so hätte es wohl eine Katastrophe gegeben.

Ein typisches Mittelstreckenflugzeug ist mit rund 100 Passagieren besetzt. Aufgrund des Kerosins führt eine Explosion unterhalb des Flugzeugs unweigerlich zu einem Flammeninferno. Auch gegenüber den Mitarbeitern der Flughafenfeuerwehr und der Rettungsdienste ist die Situation äußerst brisant. Sollte es in Tegel zu einem Unglück kommen, könnten die Helfer nicht zwischen sicheren und unsicheren Bereichen unterscheiden. Ein Tankfahrzeug der Feuerwehr wiegt rund 50 Tonnen und birgt ein hohes Risiko, Blindgänger auszulösen.

Das Aktionsbündnis kritisiert vor allem den Umgang des Senats und der Flughafengesellschaft mit der Situation: Wenn die Gefahr seit 4 Jahren bekannt ist, dann muss sie mindestens genauer untersucht und schnellstmöglich beseitigt werden.

Ein Sprecher des Aktionsbündnisses be-4-tempelhof.de: "Es ist ein Unding, dass Klaus Wowereit als Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft hier auch noch der Vertuschung von Risiken in der Behörde Vorschub leistet". "Jedes "normale" Unternehmen wäre bei diesem Risiko sofort geschlossen worden."

Es ist auch keineswegs ausgeschlossen, dass nicht auch Blindgänger auf dem Flughafen Tempelhof verborgen liegen. Neben der Bodenbelastung durch Munitionsreste auf dem ehemaligen Schießstand der Amerikaner wird unter dem Flughafen Tempelhof ein giftiges Sammelsurium vermutet.

Die Berliner Zeitung berichtete dazu am 08.07.2009:

"Beim Betanken der Flugzeuge lief immer wieder Kraftstoff daneben und sickerte ins Erdreich. "Handhabungsverluste im Bereich von Betankungsanlagen", sagt dazu der Tempelhofer Umweltstadtrat Oliver Schworck (SPD). Jetzt zeigt sich, welche gravierenden Folgen diese "Handhabungsverluste" hatten: Im Bereich des alten Teils des Flughafens, der bis 1945 in Betrieb war, ist das Grundwasser laut Schworck auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern mit dem Umweltgift Benzol verschmutzt. Das betroffene Areal ist etwa so groß wie zwei Fußballplätze. Die letzten Untersuchungen stammen aus dem Jahr 2007. Damals war das Grundwasser mit bis zu 14.000 Mikrogramm Benzol pro Liter belastet. Damit liege ein Gewässerschaden vor, sagt Schworck. Aus Sicht der Behörden bestehe "Sanierungsbedarf". Weil das Grundwasser dort nicht gefördert werde, um es als Trinkwasser zu verwenden, bestehe keine Gesundheitsgefahr. Wann die Flächen saniert werden, ist noch offen. Wie teuer die Sanierung wird, ist ebenfalls unklar. Vor einer endgültigen Entscheidung über die Sanierung seien weitergehende Untersuchungen durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nötig, sagt der Stadtrat, in der Berliner Zeitung vom Juli 2009.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses weiter: "Es besteht der begründete Verdacht, dass der Senat von Berlin absichtlich seit Jahren Munition im Erdreich von Tegel nicht räumen lässt und damit wissentlich die erhebliche Gefährdung von Menschenleben (Passagiere, Besatzungen, Arbeiter und Angestellte des Airports) in Kauf nimmt. Dies trifft scheinbar auch auf Tempelhof zu."

"Das ist allerdings nicht nur ein handfester Skandal, das grenzt an vorsätzliche Gefährdung des Luftverkehrs", so der Sprecher weiter.

Das Aktionsbündnis stellt deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt wegen vorsätzlicher Gefährdung des Luftverkehrs.

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