Montag, 05. Dezember 2016


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Personalisierte Therapie bei Lungenkrebs

Uniklinik Köln und BARMER GEK - erster bundesweiter Vertrag

(lifePR) (Berlin, ) Personalisierte Therapieansätze auf Basis molekular-diagnostischer Untersuchungen führen zu deutlich verbesserten Überlebenschancen - vor allem für Patienten mit Lungenkrebs. Als erste gesetzliche Krankenkasse übernimmt die BARMER GEK bundesweit für ihre Versicherten ab dem 1. Juli 2015 die Kosten für eine aufwendige Diagnostik. Diese ermöglicht erstmals eine zielgerichtete Behandlung. Nach der Vertragsunterzeichnung fand am 21. Mai 2015 hierzu eine gemeinsame Pressekonferenz in der Uniklinik Köln statt.

"Jeder Lungenkrebspatient bekommt künftig einen Therapievorschlag, der basierend auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die für ihn persönlich wirksamsten Medikamente beinhaltet", erläuterte Dr. Mani Rafii, Mitglied des Vorstandes der BARMER GEK. Bei der Behandlung von Lungenkrebs sei die Kenntnis spezifischer Merkmale der Tumorzellen des Patienten entscheidend. Nur so könne eine auf jeden einzelnen Betroffenen zugeschnittene Arzneimitteltherapie erfolgen. Diese funktioniere nach dem "Schlüssel-Schloss-Prinzip": Für den Therapieerfolg entscheidend sei die Wahl des passenden Wirkstoffes, je nach vorliegender Mutation der Tumorzelle. "Bislang ist die Personalisierte Therapie bei Lungenkrebs keine Kassenleistung. Die BARMER GEK und die Uniklinik Köln haben daher einen Vertrag zur integrierten Versorgung geschlossen. "Wir ermöglichen damit eine gezielte und wohnortnahe Behandlung. Das bringt unseren Versicherten wertvolle Lebenszeit mit höchstmöglicher Lebensqualität", sagte Rafii.

Medikamente kommen zielgerichtet zum Einsatz
Im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln werden seit dem Jahr 2009 zahlreiche Lungenkrebspatienten erfolgreich mit Personalisierten Therapien behandelt. Molekularpathologische Untersuchungen sind dafür die Grundlage. Je nach Veränderung, die in der jeweiligen Gewebeprobe vorliegt, können Medikamente zielgerichtet eingesetzt werden. Im Jahr 2014 wurden an der Uniklinik Köln circa 5.000 Gewebeproben von Lungenkrebspatienten genomisch untersucht - das entspricht fast zehn Prozent aller Lungenkrebspatienten in Gesamtdeutschland.

Das "Netzwerk Genomische Medizin" an der Uniklinik Köln hat mittlerweile bundesweit 220 Kooperationspartner. Prof. Dr. Jürgen Wolf, Ärztlicher Leiter des CIO Köln, betonte den Netzwerkgedanken, welcher der Behandlung von Lungenkrebs an der Uniklinik Köln zu Grunde liegt: "Mit dem heutigen Tag kommen wir unserem Ziel wieder ein Stück näher, die innovative molekulare Lungenkrebsdiagnostik und -therapie als Behandlungsoption zum Patienten zu bringen. Wer Lungenkrebs hat, aber bislang noch nicht genomisch untersucht worden ist, kann seinen Arzt auf unser Netzwerk aufmerksam machen. Und für Versicherte der BARMER GEK ist nun auch die Hürde der Kostenübernahme beseitigt", so Prof. Wolf.

Sein Kollege Prof. Dr. Reinhard Büttner, Direktor des Instituts für Pathologie an der Uniklinik Köln, hob die Art und Weise der Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Onkologen vor Ort hervor: "Zentral testen - dezentral behandeln, das war immer unser Ansatz im Netzwerk. Das heißt, die Patienten werden wohnortnah behandelt und wir machen die zentrale Labordiagnostik in Köln. Zugleich versuchen wir momentan auch, weitere Referenz-Pathologen in ganz Deutschland für das Netzwerk zu gewinnen", so Prof. Büttner auf der Pressekonferenz.

Anschubfinanzierung durch Wissenschaftsministerium
Der Aufbau des "Netzwerkes Genomische Medizin" an der Uniklinik Köln wurde mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Seit 2011 hat das Wissenschaftsministerium den Aufbau der Forschungsplattform mit insgesamt 3,5 Millionen Euro unterstützt. Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte im Vorfeld der Pressekonferenz hierzu: "Das Netzwerk Genomische Medizin ist ein echtes Erfolgsmodell, was die Durchsetzung Personalisierter Therapieansätze betrifft. Ich freue mich, dass unsere Anschubfinanzierung von 2011 so schnell einen so wertvollen Nutzen für eine jetzt erneut größer werdende Patientengruppe gebracht hat."

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