Freitag, 09. Dezember 2016


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Räpple: Steigende Energiepreise verteuern Lebensmittelerzeugung

(lifePR) (Freiburg, ) Trotz höherer Markterlöse können Landwirte Getreide, Mais und andere Ackerprodukte nur mit Hilfe von EU-Direktzahlungen kostendeckend erzeugen. Darauf verweist der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple, in einer Pressemitteilung. Über alle landwirtschaftlichen Bereiche hinweg sichern Ausgleichszahlungen mehr als 50 Prozent der bäuerlichen Einkommen.

Räpple wies darauf hin, dass die Preise für Mineraldünger seit Jahresbeginn um 28 Prozent und die für Futtermittel um 19 Prozent gestiegen seien. Hinzu komme, dass die Agrardieselpreise in den vergangenen Wochen und Monaten erheblich gestiegen sind. Räpple betonte, dass ein Landwirt 1970 für den Verkauf von 100 kg Weizen (20,10 €/dt) noch 68 Liter Dieselkraftstoff kaufen konnte (0,30 €/l). 2012 reichte die gleiche Menge Weizen (23 €/dt) gerade noch für 15 Liter Dieselkraftstoff (1,54 €/l).

Der BLHV-Präsident nannte es unverantwortlich, den Anbau von Biomasse für erneuerbare Energien als Preistreiber für Lebensmittel zu verteufeln. Deutlich gestiegene Energiepreise seien vielmehr Auslöser für eine Verteuerung von Lebensund Futtermitteln mit der Folge massiver Einkommensminderungen insbesondere bei den Milchvieh- und Schweinehaltungsbetrieben. Dort verteuerten sich sowohl die Energie- als auch die Betriebs- und Futtermittelkosten.

Jüngste Getreidepreis-Steigerungen, so Räpple, rechtfertigten keinesfalls spürbare Preiserhöhungen für Brot und Brötchen. Erfahrungen im Jahr 2007 hätten gezeigt, dass eine Verdoppelung der Getreidepreise von 12 auf 24 €/dt bei Brötchen zu einem Anstieg der Rohstoffkosten um 0,54 ct/Stück und bei Bier um 3 ct/Liter führten. Häufig seien damals die Preise deutlich stärker gestiegen als es von den gestiegenen Rohstoffkosten verursacht war.

Räpple verwies ebenfalls auf die seit Jahren sinkenden Verkaufserlöse der Landwirte bei den erzeugten Produkten. Von jedem Euro, den der Verbraucher für Lebensmittel ausgebe, erhalte der Landwirt gerade einmal 23,6 Cent. 1970 waren es noch 47,56 Cent. Von jedem Euro des Verbrauchers für Broterzeugnisse landeten gerade einmal 5,9 Cent beim Landwirt.

Die Sicherung der Lebensgrundlagen für die heimische Bevölkerung, so der BLHV-Präsident, sei auch in einer Zeit globaler Märkte eine zentrale Aufgabe von Land- und Forstwirten. Dazu zähle neben der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln auch die Bereitstellung erneuerbarer Rohstoffe und Energie. Das vermindere die Abhängigkeit von rohstoffreichen Weltregionen und von Energiekonzernen.

Land- und Forstwirte seien angesichts ihrer kapitalintensiven Unternehmen auf verlässliche Rahmenbedingungen sowohl für die Nahrungsmittel- als auch die Energieerzeugung angewiesen.

Ein politischer Zickzack-Kurs, wie die jüngsten Ankündigungen von Bundes- Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel und Landes-Finanzminister Nils Schmid befürchten lassen, gefährdeten nicht nur bäuerliche Existenzen. Sie seien ebenso wenig hilfreich für eine für die Bevölkerung unverzichtbare Multifunktionalität der Landwirtschaft mit ihrer zusätzlichen Verpflichtung, vielfältige Lebensräume für Menschen und Mitgeschöpfe zu pflegen und zu erhalten.

Wer den weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise beklage, so Räpple, dürfe den wachsenden Bedarf und die Endlichkeit fossiler Energien nicht ausblenden. Es sei unverantwortlich, dafür die Landwirtschaft an den Pranger zu stellen.

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