Sonntag, 22. Januar 2017


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AWO Bundesverband fordert Ausbildungsoffensive und bessere Bedingungen für Pflege

"Fachkräftemangel nicht mit Qualitätsabbau beantworten"

(lifePR) (Berlin, ) "Schon lange warnt die AWO vor dem sich dramatisch zuspitzenden Fachkräftemangel in der Pflege - doch die Lösung dafür darf nicht eine Senkung der Qualitätsstandards sein", betont der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Deshalb lehnt die AWO die Forderungen des Arbeitgeberverbandes Pflege in dieser Form ab. Der Vorsitzende des Verbandes, Thomas Greiner, hat "Greencards", also eine Einreise- und Arbeitserlaubnis, für Ausländer gefordert, sowie die Abschaffung "bürokratischer Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse". Zudem verlangt Greiner, der auch Vorstandvorsitzender einer Gruppe privater Pflegeheime ist, von der Regierung die Ausbildungvorschriften zu entschlacken.

"Im Interesse der Pflegebedürftigen dürfen die fachlichen Standards und die Qualifikation der Pflegekräfte nicht einfach gesenkt werden", betont Stadler. "Zudem ist es insbesondere auch in der Betreuung von Demenzkranken wichtig, dass die Menschen in ihrer Muttersprache angesprochen und gepflegt werden." Das gilt natürlich nicht nur für deutsche Pflegebedürftige, weshalb die AWO im Rahmen des Programms zur Interkulturellen Öffnung ihrer Einrichtungen und Dienste verstärkt zweisprachige Fachkräfte, gerne mit Migrationshintergrund, ausbildet und einsetzt.

Tatsächlich sind die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich oft so hart, dass wohl auch die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU ab 2011 den Fachkräftemangel in Deutschland nicht lindern wird. Jetzt schon bieten qualifizierte Pfleger etwa aus Polen ihre Arbeitskraft lieber in Großbritannien oder Skandinavien an, wo die Bedingungen besser sind.

"Um unsere rapide alternde Bevölkerung gut zu versorgen, müssen wir dringend den Pflegebereich insgesamt attraktiver machen", fordert Stadler. "Und um den Fachkräftemangel grundlegend zu bekämpfen, brauchen wir vor allem eine Ausbildungsoffensive!" Daran können sich auch die privaten Anbieter deutlich mehr beteiligen als bisher.

Zugleich setzt sich die AWO für die bessere Anerkennung der mitgebrachten Qualifizierung von Migranten ein, die hierzulande oft nur Jobs weit unterhalb ihrer beruflichen Ausbildung finden, weil ihre Zeugnisse nicht den deutschen Vorschriften entsprechen. "Das läuft auf die Ausgrenzung zahlreicher Menschen und die Verschleuderung wichtiger Ressourcen hinaus", kritisiert der AWO Bundesvorsitzende. Deshalb erarbeitet der Verband derzeit konkrete Kriterien für eine verbesserte Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Ausbildungsabschlüsse.

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