Sonntag, 04. Dezember 2016


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Welche Quellen überliefern wir für die künftige historische Forschung?

Schweizer Studierende zu Gast an der Archivschule Marburg

(lifePR) (Marburg, ) Zum inzwischen fünften Mal waren 30 Studierende des schweizerischen Studiengangs Master of Advanced Studies in Archival Library and Information Science (MAS ALIS) an der Archivschule Marburg zu Gast. Die Gruppe reiste mit den DozentInnen Dr. Gaby Knoch-Mund und Leonardo Broillet, Dr ès lettres, von den Universitäten Bern und Lausanne am 27. Mai 2015 an und verbrachte bis zum 30. Mai 2015 insgesamt vier Blockseminartage in Marburg. In einem Vortrag vermittelte die Leiterin der Archivschule Marburg, Frau Dr. Irmgard Becker, zunächst einen Überblick über die deutsche Diskussion zur archivischen Überlieferungsbildung der letzten 120 Jahre. Gemeinsam mit dem 49. Wissenschaftlichen Lehrgang der Archivschule Marburg verglichen die Studierenden in einer vertiefenden Gruppenarbeit deutsche und schweizerische Konzepte der Überlieferungsbildung. In das Blockseminar waren zwei Vorträge aus dem deutschen Archivwesen eingebunden. Dr. Matthias Buchholz von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gab in seinem Vortrag interessante und abwechslungsreiche Einblicke in die Anwendung statistischer Auswahlverfahren. Dr. Kai Naumann vom Landesarchiv Baden-Württemberg stellte aktuelle Entwicklungen im Bereich der Übernahme und Bewertung digitaler Unterlagen vor.

Wie bisher war für die Schweizerischen Studierenden die unterschiedliche Art der Diskussionskultur besonders interessant und aufschlussreich. In Deutschland gibt es von jeher zahlreiche Kontroversen zur Theorie und zu den Methoden der Überlieferungsbildung, welche die Diskussion geprägt haben und bis heute prägen. In der Schweiz wird von Anfang an nach dem Konsens gesucht, so dass Meinungsverschiedenheiten meist nicht offen ausgetragen werden.

Überlieferungsbildung ist eine der wichtigsten Aufgaben der Archive. Dabei werden vorwiegend aus gegenwärtigen Verwaltungsunterlagen archivwürdige Unterlagen ausgewählt und damit die Quellengrundlagen der zukünftigen Geschichtswissenschaft geschaffen. Die ausgewählten Unterlagen werden in den Archiven als Archivgut aufbewahrt und für eine Nutzung durch die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Archivare sorgen somit dafür, dass Historiker und andere Interessierte Material für ihre Forschungen finden.

Durch eine Stadtführung lernten die Schweizer die Marburger Altstadt kennen, bei einem Empfang in der Archivschule hatten die Studierenden aus beiden Ländern die Gelegenheit, sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Ausbildungsgängen auszutauschen.

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