Samstag, 03. Dezember 2016


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Uneinheitliche Lage bei Film- und Fernseh-Koproduktion

Dialogue - Deutsch-französische Koproduktion für Film & Fernsehen

(lifePR) (Berlin, ) "Frankreich und Deutschland sind zwei der stärksten Spieler der Kultur im digitalen Zeitalter": Mit diesen Worten begrüßte Alexander Thies, Vorsitzender des Produzentenallianz-Gesamtvorstands, am heutigen Donnerstag die Gäste des fachöffentlichen Teils der Produzentenallianz-Gesamtmitgliederversammlung. Unter dem Titel "Dialogue - Deutsch-französische Koproduktion für Film & Fernsehen" gaben Experten aus Deutschland und Frankreich einen Überblick über den Stand und die Entwicklung der Koproduktionen und der verschiedenen Förderinstrumente.

"In unserem digitalen Zeitalter ist es mehr denn je notwendig, dass wir die deutschen und französischen Positionen einander gegenüberstellen und Fragen anpacken, die uns alle betreffen", erklärte Emmanuel Suard, Leiter des Institut français d'Allemagne und für die Französische Botschaft Co-Gastgeber der Veranstaltung. "Die digitale Welt bietet unzählige Möglichkeiten, aber wir müssen - ich zitiere unsere Kulturministerin Fleur Pellerin - 'den Künstlern ermöglichen, Kunstschaffende zu bleiben, daher muss das Urheberrecht an die neuen Technologien angepasst werden, die unsere neuen Kulturträger sind'.

Auch Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt FFA, erwähnte in seiner Keynote "Koproduktionen zwischen Frankreich und Deutschland im Kinobereich" das Urheberrecht und stellte fest, dass der EU-Kommission bei den Plänen für einen digitalen EU-Binnenmarkt eine Strategie für den Film völlig fehle. Die deutsch-französische Koproduktion im Kinobereich nannte er eine Erfolgsgeschichte, die unter anderem vom "Mini-Traité franco-allemand" befördert wurde, das mit einem Budget von jährlich 3 Mio. Euro seit 2001 explizit deutsch-französische Kinofilme unterstützt. Allein 2013 seien 32 deutsch-französische Koproduktionen entstanden, von denen 19 die Förderung gar nicht in Anspruch nehmen mussten.

Dass sich die Lage bei der Fernseh-Koproduktion vollkommen anders darstellt, erklärte Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Leiter der Hauptabteilung Spielfilm und Fernsehfilm ARTE GEIE: Es gebe derzeit kaum echte TV-Koproduktionen, was bemerkenswert sei, da Frankreich und Deutschland füreinander ansonsten die wichtigsten Handelspartner seien und zum Beispiel mit Airbus gemeinsam den Weltmarktführer im Flugzeugbau geschaffen hätten. Hoffnung mache aber der deutsch-französische Förderfonds für die gemeinsame Entwicklung fiktionaler Fernsehserien, der auf der französischen Seite vom Centre national du cinéma et de l'image animée CNC und auf der deutschen Seite von FFF Bayern, Film- und Medienstiftung NRW, Medienboard Berlin-Brandenburg und MfG Baden-Württemberg getragen wird. Medienboard-Förderreferent Oliver Zeller erläuterte, dass 200.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stünden, pro Projekt maximal 50.000 Euro bewilligt würden, die Richtlinien Ende Juli veröffentlich werden sollten und mit Förderentscheidungen im Dezember 2015 zu rechnen sei.

Magalie Armand von der CNC-Abteilung internationale Beziehungen stellte neben dem "Mini-Traité" auch das Förderprogramm "cinémas du monde" vor, das vom CNC und dem französischen Außen- und Kultusministerium getragen wird und durch das bisher 156 Langfilme von Regisseuren aus 64 Ländern realisiert werden konnten. Zielsetzung sei neben der Förderung von internationalen Koproduktionen auch, ein Wertesystem von Toleranz, Freiheit und Liberalität zu vermitteln.

In Frankreich gibt es mit dem "Crédit d'impôt international" auch ein Steuernachlassmodell für internationale Produktionen, das Mélanie Chebance, Beauftragte für Produktionsangelegenheiten Film France, vorstellte. Im Gegensatz zum Deutschen Filmförderfonds DFFF hat es kein begrenztes Volumen und gilt nicht für internationale Koproduktionen, sondern nur für ausländische Projekte. Derzeit erstattet es bei Kino-, TV-, Web-Filmen und Serien (Live-Action oder Animation) 20 % der anrechenbaren Kosten bis zu einer Höhe von 20 Mio. Euro, ab 2016 30 % bis zu einer Höhe von 30. Mio. Euro. Seit 2009 wurden damit 84 Projekte mit einem Volumen von 240 Mio. Euro gefördert, unter anderem die Produktion der Animationskomödie "Minions" oder des Actionfilms "Thor".

Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V

Die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen ist die maßgebliche Interessenvertretung der deutschen Produzenten von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken. Sie vereint ca. 230 Produktionsunternehmen aus den Bereichen Animation, Dokumentation, Kinofilm, TV-Entertainment, TV-Fiktion und Werbung.

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