Sonntag, 04. Dezember 2016


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Köhler hat Recht: "Wir müssen uns eigentlich vor unseren Kindern schämen"

Stellungnahme des ECF-Präsidenten Manfred Neun zum FOCUS-Interview (22.03.10) des Deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler

(lifePR) (Memmingen, ) Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler will nicht nur Parteipolitiker aufrütteln, er meint alle, und das wohlwollend und im Guten. Dies hat er schon mit seinem Appell: "Vertrauen wir den Bürgern" nach seiner Wiederwahl getan. Nun hat er erneut eine Diskussion ausgelöst:

"Wir sollten darüber nachdenken, ob der Preis von Benzin nicht tendenziell höher als tendenziell niedriger sein sollte."

Der ADAC hat sofort, und sicher im Namen vieler Autofahrer, seinen Widerspruch formuliert: Das sei unsozial. Unsozial ist, wie sich die Inanspruchnahme des öffentlichen Raumes in den letzten 50 Jahren einseitig zugunsten der Kraftfahrzeug-Nutzung verschoben hat, und zu Lasten von Kindern und Alten, von Fußgängern und Radfahrern. Schlechter öffentlicher Raum bietet eine schlechte öffentliche Sicherheit. Der gesamte Qualitätsverlust ist unsozial, weil er eine Zweiklassengesellschaft geschaffen hat. Wir beklagen zwar bereits die Auswirkungen, ignorieren aber die Ursachen. Kinder beispielsweise, die sich nicht mehr sicher im öffentlichen Raum bewegen können, verlieren nicht nur Bewegung und wertvolle Sozialkontakte, sondern wesentliche, umfassende Elemente einer gesunden Kindheit - mit Folgen für ihr ganzes Leben. Wir bürden unseren Kindern also sehr viel mehr auf, als nur Schulden.

In dieser Situation macht es der Bundespräsident allen, "die guten Willens sind", leicht, sich auf bessere Wege einzulassen. Dies wurde bereits in seiner Rede zur Verleihung des "Deutschen Umweltpreis 2009" deutlich:

"Vielleicht sollten wir den Hinweis ernst nehmen, dass unser heutiger Lebensstil jede Menge Verzicht von uns fordert. Wir verzichten auf belebte und lebenswerte Innenstädte und tauschen dafür Einkaufszentren auf ehemals grünen Wiesen ein. Menschen, die an Hauptverkehrsstraßen wohnen, müssen auf Ruhe verzichten, Kinder und Ältere auf Bewegungsfreiheit außerhalb ihrer Wohnung. Und Pendler verzichten auf kostbare Zeit mit Familie und Freunden, während sie mit tausenden anderen im Stau stehen - gemeinsam allein. Ein großer Teil unseres Alltags besteht aus Verzicht, wir haben es nur noch nicht begriffen. Denn wenn wir es begriffen, dann würden wir erkennen, dass zum Beispiel ein komfortabler, preiswerter und flächendeckender öffentlicher Verkehr mehr Lebensqualität bedeutet, mit weniger Lärm und Landschaftsverbrauch und mit weniger Zeitverschwendung im Auto, das nicht mobil ist. Und ... ich habe den Eindruck: Der Wandel ist schon im Gang. Es ist "cool", mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren statt mit dem Geländewagen."

Nicht nur in Deutschland, weltweit haben wir Fahrradverbände Erfahrungen gesammelt, wie der öffentliche Raum erfolgreich zurückgewonnen werden kann. Dies führt nicht nur zu besseren Bedingungen für die Radfahrer, sondern eindeutig zu einer signifikant höheren Lebensqualität für alle Menschen in all diesen fahrradfreundlichen Städten. Das Fahrrad ist das "Null-Emmisions-Fahrzeug". Wir müssen ihm aber Raum geben, mehr öffentlichen Raum. Nur im intelligenten Mix der Verkehrsmittel entwickelt sich auch die Nachhaltigkeit als Dreiklang: sozial - ökonomisch - ökologisch. Wir müssen nicht nur entschlossen umweltfreundlichere Autos entwickeln. Wir müssen auch rechtzeitig über neue Mobilitätskonzepte nachdenken. Die Welt wartet darauf.

Die besten Fahrrad-Mobilitätskonzepte aus der ganzen Welt für die ganze Welt gibt es dieses Jahr vom 22. - 25. Juni in Kopenhagen bei der "Velo-city Global 2010". Der weltgrößte Fahrradkongress wird veranstaltet von den Städten Kopenhagen und Frederiksberg sowie vom Europäischen Radfahrerverband ECF. Ein halbes Jahr nach dem Kopenhagener Klimagipfel wartet die Welt auf diese Signale.

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