Samstag, 03. Dezember 2016


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„Högschd unsouverän“

Ob Fußballer, Politiker oder Arbeitnehmer: Dialekte sollten bewusst eingesetzt werden

(lifePR) (München, ) Wenn Joachim "Jogi" Löw die Erfolge der Fußballnationalmannschaft bei der EM in der Pressekonferenz im badischen Dialekt vorstellt, wirkt er durch seinen Zungenschlag bodenständig und ehrlich. "Als er vergangene Woche aber die erste Niederlage einräumen musste, wurde ihm das geliebte Badische negativ ausgelegt", weiß Rhetorik-Trainer Lothar Haase. Spekulationen über Löws Amtszeit folgten. "Der Teufel steckt im Dialekt", so Haase, der gerade den Ratgeber "Erfolgsrhetorik" in der neuen Reihe "Beck kompakt" (Verlag C.H.Beck) herausgegeben hat. Denn: Mit dem Dialekt werden immer auch Emotionen transportiert.

"Löws Dialekt ist kein Problem, solange er Positives melden darf", erklärt Lothar Haase. "Der Hörer freut sich unbewußt über die ungewöhnliche Intonation und Sprachmelodie." Sobald der Bundestrainer aber "högschd Unangnehmes" verbreiten müsse, eine Niederlage wie gegen die Kroaten etwa, mache er sich durch seinen Zungenschlag zusätzlich angreifbar. Der Rhetorik-Experte: "Durch den Dialekt wird das Gesagte noch persönlicher. Löw wirkt dann nicht professionell, sondern provinziell." Diese Regel gilt nicht nur für Fußballtrainer - sondern in allen Bereichen des Lebens und im Arbeitsalltag.

Lothar Haase, selbst Cheftrainer am Managementinstitut Ruhleder, empfiehlt: "Menschen, die Reden halten müssen oder in größeren Unternehmen Karriere machen wollen, sollten sich für einen bewussten Umgang mit dem eigenen Dialekt entscheiden." Es bringe nichts, sich zu verstellen und den eigenen Zungenschlag abzutrainieren - das wirke gekünstelt. Haase: "Wer seine Firma nach Außen vertreten möchte, tut sich leichter, wenn er seine Herkunft nicht all zu deutlich auf der Zunge trägt."

Jogi Löws Badisch steht eben für einen eher kleinen Teil Deutschlands, Provinz eben: Bei positiven Botschaften ist das sympathisch. Bei schlechten Nachrichten wirkt der Dialekt aber unsouverän.

Etwas anders verhält es sich, wenn man bereits erfolgreich ganz oben steht: Altbundeskanzler Helmut Kohl, der in seinen jungen Jahren eine dialektfreie Aussprache gepflegt hat, entdeckte erst als Kanzler sein Pfälzisch wieder. "In der Zeit des politischen Aufstiegs wäre für Kohl sein Dialekt hinderlich gewesen, aber als Bundeskanzler hat er das Pfälzische intensiv gepflegt." Das Signal, das bei den Leuten ankam, war, dass er ganz bei sich ist und sich nicht verbiegt - eine ideale Führungsfigur.

Wie Sie selbst rhetorische Erfolge feiern und Klippen stilsicher umschiffen, lesen Sie jetzt in dem handlichen 128 Seiten-Ratgeber "Erfolgsrhetorik" von Lothar Haase, Reihe Beck kompakt, Verlag C.H.Beck, ISBN 978-3-406-57178-7, 6,80 Euro.
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