Donnerstag, 29. September 2016


TTIP: Chance oder Risiko? Unternehmerinnen luden zur Diskussion über das umstrittene Freihandelsabkommen

(lifePR) (Freiburg, ) "Angesichts des gewaltigen Handelsvolumens zwischen den USA und der EU sowie Deutschland im Besonderen ist der Abschluss eines Freihandelsabkommens aus Sicht der deutschen Unternehmerinnen begrüßenswert, ruft aber auch viele Befürchtungen hervor", so Martina Feierling-Rombach, Landesverbandsvorsitzende des VdU Baden. "Wir brauchen daher dringend eine sachgerechte und fachlich fundierte Diskussion über die Chancen, aber eben auch Risiken, die TTIP tatsächlich bietet." Deshalb lud der VdU-Landesverband Baden am 6. Mai zu einer Informationsveranstaltung.

Über 100 Besucherinnen und Besucher hörten zunächst einen Impulsvortrag vom Wirtschaftsexperten Prof. Dr. Lars P. Feld von der Uni Freiburg. Er ging insbesondere auf die Themen Handelsliberalisierung und Schiedsgerichte ein und verwies auf die Vorteile des Abkommens, dessen Hauptprofiteure die Mittelständer seien. Der Ökonom plädierte dafür, TTIP zur Reform der Investitionsschutzabkommen zu nutzen und die Schutzstandards zu präzisieren.

Die öffentliche Kritik an TTIP sei nicht nur in Deutschland und Österreich deutlich zu hören, so Dr. Katharina Reuter. Der kürzlich stattgefundene Anti-TTIP-Tag habe die Paneuropäische Bewegung auf der Straße gezeigt. Die Geschäftsführerin von UnternehmensGrün e.V. sprach sich klar für einen Verhandlungsstopp aus. Sie befürchtet eine Absenkung der Umwelt- und Sozialstandards, die den deutschen Mittelstand weniger wettbewerbsfähig machen würde. Handelsabkommen seien nicht per se gut, sondern nur unter bestimmten Bedingungen zu befürworten.

Als Vertreter der Industrie und des Mittelstandes wies Gökhan Balkis, Geschäftsführer der Franz Morat Group, darauf hin, dass Deutschland nur dank des Exports so stark sei und eine starke Wirtschaft Themen wie Verbraucher- oder Umweltschutz mitfinanziere. Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetages Baden-Württemberg, bemängelte die politische Kommunikation im Zusammenhang mit TTIP. Es fehle ihr an Eingrenzung dessen, was die EU wirklich wolle, an klaren Aussagen, welches die tatsächlichen Risiken seien. Sie plädiert jedoch für mehr Transparenz in der weiteren Kommunikation.
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