Sonntag, 20. April 2014


Jahresversammlung des Landesverband Hessen der Landmaschinen-Fachbetriebe

(lifePR) (Stuttgart, ) Der neu gewählte Vorsitzende des Landesverbandes Hessen der Landmaschinen-Fachbetriebe Reiner Becker (Niederwalgern) eröffnete die Jahresversammlung in Steffenberg und bedankte sich bei den Mitgliedern für das Vertrauen, welches ihm und Herrn Gerold Schreiner als stellvertretender Vorsitzender entgegengebracht wird. Er bedankte sich bei seinem Vorgänger, Herrn Werner Krummel, für die hervorragende Tätigkeit der letzten Jahre. Weiter fuhr Becker fort, wird es in Zukunft wichtig sein, mit den Händler- und Handwerkskollegen sowie Landesinnungsmeister Erich Klotz enger zusammenzuarbeiten, um die definierten Ziele zu erreichen, denn es werden weiterhin die Ansprüche der Kunden in der Landtechnik steigen und die Märkte verändern, welche sich die Landtechnik dieser Herausforderungen stellen muss. Dies kann auch nur gemeinschaftlich erreicht werden.

Zur Lage von Landtechnik-Handel und Handwerk im Geschäftsjahr 2011 berichtet der Vorsitzende Reiner Becker von guten Verkaufszahlen und Umsatzsteigerungen. Die Stimmung ist aber langsam gesunken durch die enormen Witterungsschäden in der Landwirtschaft in Hessen, denn durch die zu erwartenden Ernteeinbußen und neue Aussaatmaßnahmen wird die Investitionsbereitschaft der geschädigten Betriebe nach hinten verlagert. Dies ist jedoch gebietsunterschiedlich und wirkt sich auf die gute Werkstattauslastung nicht aus. Durch das Besichtigen der Kollegenbetriebe werden immer wieder neue Anregungen und Ideen für die eigenen Betriebe mitgenommen. Die Firma Schreiner ist auf jeden Fall ein Vorbild der Landtechnikbranche, sie hat auf der Agritechnica die Auszeichnung zum Bundessieger Serviceaward bekommen.

Kleinwindanlagen

Das Thema "Kleinwindanlagen" als zusätzlich interessantes Geschäftsfeld für den Landmaschinenhandel und Handwerk wurde behandelt. Der Referent Tobias Landwehr, Geschäftsführer vom Bundesverband Kleinwindanlagen e.V. aus Stuhr-Seckenhausen erklärte ausführlich von den Grundlagen und Definition einer Windkraftanlage (WKA) bis zum geeigneten Standort, die Effektivität und verschiedene Anwendungsbeispiele. Die wirtschaftliche Arbeitsweise und natürlich die Baugenehmigungen, die in den Bundesländern sehr unterschiedlich sind, zeigte auf, dass bevor ein Fachbetrieb sich dieses neue Geschäftsfeld erschließt sich gut in diese Materie einarbeiten muss. Das Beispiel zeigte, dass eine Installation einer 30 kW-Anlage mit 4.000,-- €/kW berechnet werden muss und somit ein Kostenfaktor von 120.000,-- € + Anschlusskosten plus Fundament von 10.000,-- € eine Anlage auf 130.000,-- € Investitionssumme kommt. Bei diesem Ertrag und einer Auslastung von 1.200 Volllaststunden werden 36.000 kWh/Jahr produziert. Bei einem Eigenverbrauch von 75 % und 25 % Verkauf á 20 ct/kWh würde die Anlage sich in 21 Jahren Laufzeit amortisieren. Wenn die Einspeisung nach EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetz) zu 8,8 ct/kWh eingespeist werden kann und man mit einer Strompreissteigerung von 5 %/Jahr rechnet, wird sich die Anlage nach 16 Jahren amortisieren. Das wichtigste Kriterium dabei ist, dass die Amortisierung einer Anlage nur dann erfüllt wird, wenn mindestens 75 % der produzierten Stromenergie selbst verbraucht wird.

Landmaschinenauktion

Im Anschluss wurde von Matthias Resse, Territory-Manager vom Aktionshaus Ritchie Bros. aus Meppen das spannende Thema "Landmaschinenauktion" vorgetragen. Die Firma wurde nicht wie von vielen Landmaschinenbetrieben vermutet in Holland gegründet, sondern im Jahr 1958 in Kanada und zwar aus der Not heraus, dass die Familie Ritchie zu viele Möbel übrig hatte und sie auf die Idee kamen, diese Möbel zu versteigern. Die erste uneingeschränkte Auktion von Industrieausrüstungen fand 1963 statt. Der Auktionär beschäftigt 1.200 Mitarbeiter und ist tätig in 25 Ländern mit 110 Niederlassungen, in denen 332 Aktionen/Jahr durchgeführt werden. Ritchie Bros. verkauft auf den uneingeschränkten Auktionen eine große Vielfalt von gebrauchten Ausrüstungen u. a. für die Bereiche Bau, Transport, Landwirtschaft, Materialumschlag, Bergbau, Forstwirtschaft, Mineralölindustrie und Schiffbau. Die Bruttoerlöse bei den Auktionen waren 3,3 Mrd. US-Dollar, welches im Schnitt 13,4 Mio. US-Dollar pro Auktion darstellt. Spannend bei dem Vortrag war zu hören, dass bei Zurverfügungstellung einer Landmaschine bei dieser Auktion der Preis bei 1,-- Euro anfängt, aber zur Beruhigung der Mitglieder zuerst der Verkäufer beraten wird, ob die Maschine sich auch in dem Verkaufspreisrahmen realisieren wird, wie der Verkäufer es gerne hätte. Denn das Wissen um die Fairness und Transparenz der Auktion von Ritchle Bros. ist eine der Gründe dafür, dass jede Auktion hunderte bis tausende Bieter aus aller Welt anzieht. So können die Verkäufer die Bedingungen ihrer lokalen Märkte überwinden und für ihre wertvollen Objekte faire, globale Marktpreise erzielen. Es ist auch möglich, dass zum Zeitpunkt, wenn der Käufer am Verkaufstag verhindert ist und nicht persönlich an der Auktion teilnehmen kann, über das Internet bieten möglich ist. Das Auktionshaus erhält eine Versteigerungsprovision zwischen 10 und 15 %. Der Kauf einer Maschine auf dieser Aktion ist nur möglich, wenn der Interessent auf der Auktion 10.000,-- € per Scheck oder vorher an die Firma überwiesen hat. Wenn kein Kauf zustande kommt, wird das Geld oder der Scheck zurückgegeben. Wenn ein Kauf zustande kam, wird das eingesetzte Geld entsprechend verrechnet. Nur mit diesem Eintrittspreis ist es möglich, einen Auktionskatalog zu bekommen, um die Maschinen entsprechend selbst für die Auktion bewerten zu können.

Wenn ein Landmaschinenhändler eine Auktion bei Ritchie Bros. beginnen möchte, wird vom Agenten empfohlen, dass die ersten Erfahrungen mit ein bis zwei Maschinen gemacht werden sollen und dann später die Stückzahl erhöht werden kann, um ein Gefühl für die Auktion zu bekommen.

Es wurde von Matthias Resse empfohlen, eine Busreise für die Mitglieder zu organisieren und die Versteigerung in Meppen zu besuchen.

Verbandsbericht

Vom Verband wurde empfohlen, die neu beginnende Landtechnik-Auktion in München während des Oktoberfestes zu besuchen. Hier würde dabei auch die Möglichkeit bestehen, dies mit einem Fachgruppenausflug inklusive Fachexkursion der Berufsschul-Landtechnik-Lehrer mit zu verbinden. Nach diesem ausführlichen Bericht erläuterten Erich Reich und Achim Bazlen von der VdAW Geschäftsstelle im Einzelnen die branchenbezogenen Themenbereiche, Veranstaltungen, Schulungen sowie das wichtige Thema "Stundenverrechnungssatz." Bei diesem Thema tauschten die Landmaschinen-Fachbetriebskollegen wichtige Zahleninformationen aus und lernten viel durch die gemeinsame fachliche Diskussion. Das Schlusswort hielt Landesinnungsmeister Erich Klotz, er bedankte sich bei dem Vorstandsvorsitzenden für seine exzellente Arbeit und Durchführung der Jahreshauptversammlung und wünschte eine gute und kreative Zusammenarbeit mit den Verbandsmitgliedern.
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