Sonntag, 25. September 2016


Droht der österreichischen Gastronomie das gleiche Schicksal wie der bayerischen Wirtshauskultur?

(lifePR) (Dorfen, ) Im Herbst 2010, direkt nach dem bayerischen Rauchverbot durch Volksentscheid, freuten sich nicht wenige österreichische Gastronomen auf zahlreiche neue Gäste aus Bayern. Diese Freude war berechtigt, denn mit der liberalen Lösung von getrennten Nichtraucher-und Raucherräumen bot man den Gästen Komfort und Gemütlichkeit, ohne dabei jemanden zu benachteiligen. Die in Bayern geschassten Raucher fanden also eine Willkommenskultur in Österreich vor, die nun gefährdet scheint. Nichtraucher-Aktivisten in Austria erhielten starke Unterstützung durch die neue Gesundheitsministerin und Kinderärztin Oberhauser. Die möchte bis 2018 eine rauchfreie Gastronomie im Alpenland und setzt dafür alle Hebel in Bewegung.

Dieser politische Elan gefällt nicht nur den Gesundheitswächtern in Österreich. Sogar der bayerische Mitverursacher des Rauchverbots, Sebastian Frankenberger, empfahl sich gleich mal als Berater. Nun prallen die Fronten hart aufeinander. Die politische Mitte "eiert" ein wenig, zeigt Verständnis für beide Seiten. Wirte und rauchende, wie nichtrauchende Gäste protestieren lautstark dagegen. Eine Petition ist auf dem Weg und wird wohl eine imposante Zahl der Verbotsgegner entwerfen. Verbände bringen sich in Stellung, lokale und regionale Initiativen organisieren sich. Den Bayern kommt das bekannt vor.

Eventuell gibt es aber doch einen Unterschied zwischen Bayern und Österreich bei dieser Frage. Man hatte es ohnehin kaum für möglich gehalten, das dieser Tabak-Verteufelungs-Zug jemals in Österreich ankommen kann. Die neue Erfahrung mobilisiert aber mächtig. Schnell und entschlossen bilden sich Bündnisse und Allianzen aus Gastronomiebetrieben, Gästen, Vereinen und Verbänden. Das dauerte damals in Bavaria länger und war auch durchaus gespalten. In Österreich hat man aber den Vorteil, die negativen Folgen eines rigorosen Rauchverbots in der Gastronomie durch die Zahlen aus Bayern einschätzen zu können. Und die sprechen eine deutliche Sprache. Wirtshaussterben, Existenzvernichtung, Arbeitsplatzvernichtung, Entstehung von neuen sozialen Brennpunkten, Lärmbelästigungen und Klagen vor Gericht wegen Rauchen vor der Gasthaus-Tür und viele weitere Nachteile für Gesellschaft und Wirtschaft sind belegbar. Die können, anders als damals in Bayern, auch nicht als Absurdität abgestempelt werden. Zudem gibt es Nachweise dafür, dass liberale Lösungen in anderen Ländern und Regionen sehr gut funktionieren. Somit erhalten die apokalyptischen und häufig einseitigen Mahnungen, nur ein totales Rauchverbot sei zielführend, eine Glaubwürdigkeitsdelle.

Auf die österreichischen Nachbarn kommt also eine heftige Debatte zu, die speziell die Polaritäten der bevormundenden Gesundheitsmissionare und der liberalen "leben und leben lassen"-Bevölkerung laut und deutlich sichtbar werden lässt. Man möge sich durchaus fragen, ob die gesellschaftliche Spaltung als Folge dieser Auseinandersetzungen nicht ein zu hoher Preis für kompromissloses Verhalten einiger Protagonisten ist?
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