Donnerstag, 08. Dezember 2016


Trinkwasser kann Heizkessel ruinieren

(lifePR) (München, ) Wasser ist nicht gleich Wasser. Richtig wichtig wird diese Tatsache, wenn es um das Nachfüllen von Wasser in die Heizung geht. Hantiert man sorglos mit Trinkwasser, kann dies im Extremfall den Kessel ruinieren. Hintergründe und Hinweise für die Praxis dazu von den Fachleuten von TÜV SÜD.

Das Material: Bei der Herstellung von Heizungssystemen kommen immer hochwertigere Werkstoffe und in immer geringerer Materialstärke zum Einsatz. Wird für das Nachfüllen der Heizung dann Trinkwasser mit hohem Kalkanteil verwendet, können durch die Ablagerungen an exponierten - von der Flamme berührten - Bauteilen in den Wärmeerzeugern so hohe Wärmespannungen auftreten, dass sich Risse bilden. Mögliche Folge: Der Kessel wird undicht. Die Gefahr besteht bei allen Heizungssystemen der Niedrigenergiebauweise, die mit oder nach Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 installiert wurden: Öl- oder Gaskessel, Brennwerttechnik oder konventionelle Feuerung, von Heizwasser durchflossene Wärmepumpen aller Art oder sogar Plattenwärmetauscher. Ebenfalls eine ungute Kombination: Wasser mit zu hohem Natriumgehalt und Wärmetauscher aus Aluminium oder Alu-Legierungen. Hier greift das Wasser das Material womöglich auch chemisch an.

Die Wasserqualität: Als Regel der Technik gilt die VDI 2035 "Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen". Sie greift zunächst für Heizungsanlagen mit einer Leistung über 50 kW. Viele Hersteller geben aber auch für Systeme mit geringerer Leistung eine Wassergüte nach VDI 2035 als Betriebsbedingung vor oder formulieren sogar noch schärfere Bedingungen. Ist Wasser in die Heizung nachzufüllen, empfiehlt sich also in jedem Fall auch die Lektüre der Betriebs- und Bedienungsanleitung und eine entsprechende Abstimmung mit der Wartungsfirma.

Der Wasserbedarf: Wasser muss bei Druckmangel in der Heizanlage nachgefüllt werden. Der Druckmangel wird in der Regel über einen Manometer angezeigt. Nach Aussage von TÜV SÜD verliert die Heizanlage in einem Einfamilienhaus bei normalem Betrieb durch Verdunstung an Dichtungen und Verschraubungen etwa ein bis zwei Liter Heizwasser pro Jahr. Fehlt mehr Wasser, hat dies meist eine technische Ursache - beispielsweise eine undichte Rohrverbindung. Um die beschriebenen Probleme beim Nachfüllen mit zu hartem Wasser zu vermeiden, sollte ein Fachmann bei der jährlichen Wartung neben dem Systemdruck auch die Heizwassergüte prüfen. Nach der Prüfung der Anlage auf Dichtheit sollten geeignetes Wasser (VDI 2035!) und gegebenenfalls chemische Behandlungsstoffe nachgefüllt werden. Um Korrosion vorzubeugen, sollte das Heizungswasser immer im stark alkalischen Bereich mit einem ph-Wert über 8,5 liegen und möglichst wenig Kalk enthalten. Zum Vergleich: Trinkwasser ist neutral mit einem ph-Wert um 7 und enthält durchschnittlich 0,2 Gramm Kalk je Liter.
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