Samstag, 10. Dezember 2016


TÜV SÜD: Jetzt an die neuen Vignetten denken

Mautpflicht - Österreich erhöht die Preise

(lifePR) (München, ) Egal ob Österreich, Schweiz, Italien oder Frankreich: Wen es im Winter zu unseren Nachbarn in die Berge zieht, muss für die Autobahnbenutzung zahlen. Wird das versäumt, drohen teils empfindliche Strafen. Ab Dezember gibt es in Österreich und in der Schweiz die neuen Jahres-Vignetten. Die Experten von TÜV SÜD erklären, worauf man bei der Maut achten muss und wie hoch die Bußgelder sind.

Österreich: Fliederfarben und teurer. So lässt sich die neue Vignette für 2010 charakterisieren. Diese kostet für Pkw bis 3,5 Tonnen und für das ganze Jahr 76,20 Euro statt 73,80 Euro noch im Vorjahr. Wer mit dem Auto nur in den Ski-Monaten mal nach Österreich will, kommt eventuell mit der Zwei-Monats-Vignette hin. Kostenpunkt: 22,90 Euro - vorher 22,20 Euro. Die günstigste Fahrerlaubnis auf Österreichs Autobahnen ist die Zehn-Tages-Variante. Kostenpunkt: 7,90 Euro, 2008 waren es noch 20 Cent weniger.

Biker müssen ab dem kommenden Jahr ebenfalls mehr bezahlen: Fürs ganze Jahr 30,40 Euro statt 29,50 Euro, das Zwei-Monats-Pickerl 11,50 Euro und damit 40 Cent mehr. Für die Zehn-Tages-Fahrerlaubnis legen Motorradfahrer zehn Cent mehr hin: 4,50 Euro.

Zwölf Monate zahlen - 14 Monate fahren: Die neue Jahres-Vignette gibt es ab dem 1. Dezember 2009 an allen ÖAMTC-Stützpunkten und ist 14 Monate lang gültig: bis zum 31. Januar 2011. Wird man ohne Pickerl erwischt, wird es in Österreich am teuersten: Sofort werden 120 Euro Ersatzmaut fällig. Und wer die nicht an Ort und Stelle bezahlen kann, muss mit einer Geldstrafe zwischen 300 bis 3.000 Euro rechnen.

Auch bei den sonstigen Vorgaben rund um die Autobahnmaut ist man in Österreich sehr genau: Der Aufkleber muss exakt an der vorgegebenen Stelle an der Windschutzscheibe innen und ordnungsgemäß aufgeklebt werden. Richtig platziert ist die Vignette am linken, rechten oder am oberen Rand der Windschutzscheibe. Dazu Johann Meyer, Kfz-Experte bei TÜV SÜD: "Alte Vignetten dazu vorher entfernen, denn es sind maximal zwei österreichische Aufkleber auf der Scheibe erlaubt."

Streng verboten sind Folien, Saugnäpfe oder Klebebänder, die einen direkten Kontakt der Vignette mit der Windschutzscheibe verhindern. "Wer so erwischt wird, muss tief in die Urlaubskasse greifen", warnt Meyer.

Biker müssen das Pickerl sichtbar und an einem nicht entfernbaren Teil des Motorrades anbringen. Achtung: Die Trägerfolie mit der Seriennummer unbedingt aufbewahren. Sie gilt als Kaufnachweis für kostenlosen Ersatz, wenn etwa die Windschutzscheibe erneuert werden muss.

Schweiz: Die neue Jahres-Vignette ist orangefarben, hat violette Zahlen und kostet genauso viel wie im Vorjahr. Autobahnen und andere Straßen mit weiß-grüner Beschilderung dürfen nur mit Vignette befahren werden. Die Jahresvignette kostet wie im Vorjahr 27,50 Euro für Pkw bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Die Vignette gilt immer ein Kalenderjahr, also vom 1. Januar bis zum bis 31. Dezember. Andere Zeit-Vignetten gibt es nicht. "Man darf damit aber auch schon einen Monat vorher - also im Dezember des Vorjahres - und einen danach - also im Januar des Folgejahres - auf eidgenössischen Straßen unterwegs sein", erklärt Meyer. Die Plakette gibt es bei den deutschen Automobilclubs, in schweizerischen Zollämtern, Postbüros, Tankstellen und Werkstätten. Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen zahlen Staffelpreise. Für Motorräder gilt der gleiche Preis wie für Pkw. Tarif für die Schwarzfahrt: Kaufgebühr plus 65 Euro Bußgeld.

Italien: Hier gibt es das älteste Mautsystem in Europa mit rund 80 gebührenpflichtigen Strecken. Der Tribut wird an Maut-Stationen fällig. Die Windschutzscheibe bleibt kleberfrei. Meist richtet sich die Gebühr nach der Streckenlänge - pro 100 Kilometer zahlt der Automobilista etwa fünf Euro. Für Motorräder, Wohnmobile und Lkw gelten Staffelpreise. Auf einigen Strecken gibt es auch Pauschalbeträge: Auf den Autobahnen zwischen Como-Milano, Varese-Milano, Torino-Bardonecchia, Morgex-Aosta, Roma-Civitavecchia, Napoli-Salerno, Messina-Furiano und Cefalù-Buonfornello. Südlich von Neapel und auf Sizilien wird in der Regel keine Maut erhoben. Sehr bequem und gut für die Kostenübersicht im Urlaub: An den meisten Mautstellen kann man auch bargeldlos beispielsweise mit Kreditkarte zahlen.

Frankreich: Auch in Frankreich behält der Autobahnbenutzer freie Sicht - kein Aufkleber, die Maut wird bei der Auffahrt auf die Autobahn fällig. In Frankreich kosten 100 Autobahnkilometer ebenfalls etwa fünf Euro für Pkw. Für Motorräder, Wohnmobile und Lkw gelten Staffelpreise. Die Gebühren können in bar oder mit Kreditkarte beglichen werden. Die Umgehungsautobahnen von Paris, Lyon, Bordeaux und Marseille sind gebührenfrei. Das gilt zudem für einige kurze Autobahnabschnitte in Grenznähe. "Dort sind die Regelungen sehr unterschiedlich - also vorher erkundigen", so der Hinweis des Mautexperten.

Weitere Informationen für Autofahrer unter www.tuev-sued.de
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