Sonntag, 04. Dezember 2016


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Urlaub im Bayerischen Wald

Einzelhandels- und Tourismuskonzept mit Verträglichkeitsuntersuchung für Perlesreut vorgestellt - Empfehlungen abgegeben

(lifePR) (Perlesreut, ) Mit dem Einzelhandels- und Tourismuskonzept mit Verträglichkeitsuntersuchung für den Markt Perlesreut, erstellt durch CIMA Stadtmarketing, hat sich die Gemeinde ein Leitbild erstellen lassen. Sofern die Empfehlungen auch umgesetzt und realisiert werden können, will sich die Gemeinde damit für die Zukunft auf den Weg machen. Vorteile und Defizite wurden durch Michael Seidel und Thomas Raab in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates im Gasthaus Gruber aufgezeigt, wobei der Kaufkraftbindung eine bedeutende Rolle zukommt.

Wie attraktiv der Markt Perlesreut der Zukunft gestaltet werden kann, das wird auch in großem Maße von der Investitionsbereitschaft von Betriebsinhabern, die weitermachen wollen, abhängig werden. Was erforderlich ist, erläuterte mit klaren Aussagen Dipl. Geogr. Michael Seidel im Einzelhandelskonzept. Das Einzugsgebiet von Perlesreut umfasst mit Perlesreut sowie Fürsteneck, Haus im Wald und Ringelai ein Gebiet mit rund 8100 Einwohnern. Nach der Modellrechnung, so Seidl, verfügt Perlesreut über ein bindungsfähiges Umsatzpotenzial von derzeit 20,4 Millionen Euro, der tatsächlich vom Perlesreuter Einzelhandel erzielte Umsatz liegt bei rund 16,1 Millionen Euro. Mit 4,7 Millionen Euro fließen über 33 Prozent des gesamten verfügbaren Marktpotenzials von Perlesreut in die Konkurrenzzentren ab.

Diese Abflüsse werden vom gegenläufigen Kaufkraftzufluss aus dem Umland von 11,1 Millionen Euro mehr als kompensiert. Somit kommen über 44 Prozent des Umsatzpotenzials von außerhalb des Marktes Perlesreut. Ringelai stellt mit 3,3 Millionen Euro fast 30 Prozent des Kaufkraftzuflusses, Haus im Wald 27 und Fürsteneck 14 Prozent. Während die meisten der innenmarktrelevanten Sortimentsbereiche ausschließlich im Ortszentrum vertreten sind, haben die Anbieter von Lebensmitteln und Spielwaren ihren Verkaufsflächen-Schwerpunkt außerhalb.

Zusätzlich zur Bestanderhebung wurde eine qualitative Bewertung des Angebotsniveaus und der Warenpräsentation vorgenommen. Im Ortszentrum schnitten vier Betrieb mit "top" und allen Ansprüchen gerecht werdend ab, drei Betriebe mit modern und zeitgemäß, drei Betriebe mit Optimierungsbedarf und vier Betrieb mit veraltet,renovierungsbedürftig. "Das Ortszentrum kann sich zurzeit bezogen auf die Ladengestaltung nicht von anderen Lagen abgrenzen und entsprechend profilieren.", erklärte Michael Seidel. Im Bereich Sport, Spiel und Hobby liegt die Bindungsquote bereits aktuell weit über 100 Prozent, hier sind die Umsatzmöglichkeiten bereits ausgeschöpft. Größere offene Umsatzpotenziale finden sich insbesondere in den Branchen Bekleidung und Wäsche, Schuhe und Lederwaren sowie Möbel, Teppiche und Heimtextil.

Nähe zum Wohnort ist Kaufkriterium

Durch Einzelhandels-Neuansiedlungen würde einerseits die Attraktivität der Gemeinde als Einzelhandelsstandort gestärkt, andererseits stelle jedes Projekt zugleich einen neuen Mitbewerber dar. Für fast 94 Prozent der Perelsreuter ist die Nähe zum Wohnort das Kriterium dafür, im Ort einzukaufen. Daneben spielen die reichhaltige Auswahl und ein gewisser Patriotismus eine Rolle. Über zwei Drittel der Umlandbewohner gab ebenfalls die Nähe an, warum man in Perlesreut einkauft.

Im Meinungsbild bekam das Frei- und Hallenbad die besten Note, die Erreichbarkeit mit dem Bus schnitt am schlechtesten ab. In den Empfehlungen führte Michael Seidel aus, der Edeka-Markt stelle für das Ortszentrum den wesentlichen Magneten dar. Eine Verlagerung des Betriebes würde eine gravierende negative Beeinträchtigung des Aufkommens in der Perelsreuter Ortsmitte bedeuten. Laut dem bayerischen Entwicklungsprogramm sind im Kleinzentrum Perlesreut keine Einzelhandelsprojekte mit mehr als 1200 Quadratmeter Geschossfläche zulässig, wohl aber Lebensmittel-Supermärkte im Verflechtungsbereich bis 899 Quadratmeter, alle sonstigen Branchen bis 799 Quadratmeter.

Eine wesentliche Ursache für leer stehende Einzelhandelsflächen seien Betriebsaufgaben. Dabei sind oft typische, die Wieder-Vermietung erschwerenden Merkmale festzustellen: fehlender ebenerdiger Zugang, veraltete Gestaltung, sehr kleine Schau- fensterfläche und ungünstige Lage. Um Leerstände zu vermeiden, sollte daher auch versucht werden, den Betrieben möglichst optimale bauliche Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. Daher sei es anzustreben, durch Erweiterung oder Zusammenschluss bestehender Verkaufsflächen die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit für den Einzelhandel zu verbessern.

Die Ergebnisse für das Tourismuskonzept stellte Thomas Raab vor. 66 Prozent der Befragten meinten, dass Perlesreut in Zukunft verstärkt auf den Tourismus setzen sollte. Die "Nein-Sager" vermissten dafür fehlende Angebote und Attraktivität. Stärken seien die Landschaft, das gute Wanderwegenetz, die Natur, das Bad. Im Bereich der Beherbergungsbetriebe fehlen nach Meinung der Befragten vor allem Hotels, im Bereich der Gastronomie besteht darüber hinaus der Wunsch nach Cafés für die Gäste. Weiter sollten Angebote für Kinder und Jugendliche erarbeitet werden wie auch Wandertouren und organisierte Ausflüge. Ein kleines Museum wie für Schnupftabak, Radwege, stehen auf der Wunschliste der Befragten.

Als Empfehlungen wurden festgestellt: Die Gastronomie stellt neben dem Einzelhandel einen wesentlichen Attraktivitätsfaktor eines Ortszentrums dar und kann insbesondere über außergastronomische Angebote im Sommer die Aufenthaltsqualität positiv beeinflussen. "Die Haushaltsbefragung hat gezeigt, dass Restaurants und Cafés sowohl von der eigenen Bevölkerung als auch von Umlandbesuchern stark nachgefragt und in Perlesreut vermisst werden", so Thomas Raab.

Service ist besonders wichtig

Realisiert werden sollte für den Einzelhandel und den Tourismus eine "Qualitäts-Lage Ortszentrum Perlesreut". Insbesondere die Betriebe in der Ortsmitte sollten ein möglichst geschlossenes, serviceorientiertes Auftraten nach außen zeigen. Die Werbegemeinschaft sollte ihre Aktionen und Maßnahmen weiter fördern. Neben branchenspezifischen Serviceleistungen sind Freundlichkeit, Warenkenntnis und Beraterqualität durch das Personal wesentliche Kriterien der Serviceorientierung. Verbessert werden sollte der Außenauftritt und die Gestaltung des Verkaufsraums, damit verbunden sei die Orientierung zum Erlebniseinkauf. "Und auch Lächeln zwei Minuten vor Ladenschluss".

Für den öffentlichen Raum wird die Schaffung ausreichender und sicherer Flächen für Fußgänger und eine Optimierung des Verkehrsflusses und des Parkens am Marktplatz, wie auch eine einheitlichen Möblierung vorgeschlagen, eine einheitliche attraktive Oberflächengestaltung. sowie eine Beschilderung von Parkplätzen und Fußwegen zum Ortszentrum. Bürgermeister Manfred Eibl meinte, um Perlesreut zukunftsfähig zu machen, bedürfe es nun Umsetzungsmaßnahmen aus den Empfehlungen. Eibl regte die Bildung von Arbeitskreisen an. Text: Norbert Peter

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