Samstag, 10. Dezember 2016


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Deufel: Bundesgesundheitsminister mit der falschen Therapie

(lifePR) (Erfurt, ) Als "falschen Therapie-Ansatz" bezeichnet der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Thomas Deufel, die Forderung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler nach Abschaffung des Numerus clausus für das Medizinstudium und mehr Studienplätzen. "Unser Problem ist nicht die Zahl der Studierenden an medizinischen Fakultäten, sondern die Tatsache, dass immer weniger Absolventen nach dem Studium tatsächlich dort, wo sie gebraucht werden, als Arzt arbeiten." Das führe auch in Thüringen zu einem Mangel, der durch die Aufstockung der Studentenzahl "nur theoretisch lösbar, praktisch aber nicht finanzierbar" sei.

Nach den Angaben des Staatsekretärs verlassen jährlich rund 230 Absolventen die Friedrich-Schiller-Universität in Jena. "Das reicht aus, um die medizinische Versorgung sicherzustellen." Deufel, von Hause aus selbst Arzt, beobachtet eine zunehmende Abwanderung von Medizinern in große Ballungszentren oder ins Ausland, aber auch eine Tendenz, nach dem Studium nicht als Arzt zu arbeiten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich mindestens jeder fünfte Absolvent ganz gegen den Arztberuf entscheide. Diesem Problem sei mit einer bloßen Aufstockung der Studentenzahlen nicht beizukommen. Vielmehr gelte es, Niederlassungsanreize für Mediziner zu schaffen und generell die Attraktivität insbesondere des Hausarztberufs zu erhöhen.

Laut Deufel soll die Zahl der Medizinstudienplätze in Thüringen trotz zurückgehender Abiturientenzahlen in den nächsten Jahren konstant gehalten werden, was de facto eine Kapazitätsausweitung bedeute. Sie gehören mit zu den teuersten Studienplätzen überhaupt. "Wenn Herr Rösler die Zahl der Studierenden noch weiter aufstocken will, dann muss er auch sagen, woher er das Geld nimmt."

Was den Zugang zum Medizinstudium betrifft, muss nach den Worten von Deufel sichergestellt sein, dass tatsächlich die am besten geeigneten Interessenten einen Studienplatz erhalten. "Die Hochschulen machen in diesem Zusammenhang von ihren Auswahlmöglichkeiten noch zu wenig Gebrauch." Diese Aufgabe solle nicht an die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen weiterdelegiert werden. "Für Thüringen möchte ich erreichen, dass Medizinbewerber verstärkt vor Ort ausgewählt werden", so Deufel. Das erhöhe die Chance, Ärzte auszubilden, die ihren Beruf später tatsächlich im Lande ausüben.
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