Samstag, 03. Dezember 2016


Paartherapie mit Schutzengeln

"Tie Break" im Komödienhaus ist eine himmlische Komödie über ganz irdische Probleme

(lifePR) (Heilbronn, ) "Tie Break" von Charles Lewinsky ist die nächste Premiere im Komödienhaus des Theaters Heilbronn, für die sich am 16. Mai um 20 Uhr erstmals der Vorhang hebt. Um dem Titel auf den Grund zu gehen, könnte man seine Bestandteile einzeln anschauen: Tie für Bindung oder Beziehung; Break für Pause oder Unterbrechung: also Beziehungspause? Tie Break steht außerdem für das Unentschieden im Sport und auch das hat irgendwie etwas mit diesem Stück zu tun: Die Komödie von Charles Lewinsky ist ein Beziehungsstück mit einem irdischen Paar in der Krise, zwei Engeln, die ihnen als unsichtbare Begleiter beistehen sollen, und mit Gott, der sich höchst persönlich in dieser heiklen Angelegenheit zu Wort meldet. Schauspielensemblemitglied Nils Brück führt Regie.

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Adam (Oliver Firit) und Eva (Judith Lilly Raab), die nur zufällig so heißen wie das erste Paar in der Bibel, stecken mitten in einer Ehekrise. Er hat sie betrogen, mindestens einmal, das ist sicher. Sie gönnt ihm dafür keine entspannte Minute. Wie er die Dinge auch anfasst, sie findet garstige Kommentare, die allesamt darin gipfeln, dass er als Mann völlig unfähig zu eigentlich allem ist.

Jetzt sind die beiden von ihrer Paartherapeutin in ein gemeinsames Wochenende in einer einsamen Hütte geschickt worden, um alle Probleme zu besprechen. Den Fragenkatalog hat die Therapeutin gleich mitgegeben. Doch ihr kleiner Bungalow, beworben als "rustikal mit ländlichem Charme" erweist sich zumindest für die luxusverwöhnte Eva als totale Bruchbude. Und als wenn die ganze Situation nicht schon angespannt genug wäre, schlittern die zwei von einem Missgeschick ins nächste.

Denn das Paar ist nicht allein in der Hütte. Es wird von zwei unsichtbaren Schutzengeln begleitet: Lou (Einstand für Ensembleneuling Anja Willutzki) und Ferdi (Ferdinand Seebacher). Er ist ein kleiner Gauner, der kürzlich nach einem Banküberfall einen tödlichen Unfall hatte. Sie ist schon über 100 Jahre tot und verdiente ihr Geld einst als "Salondame". Da das himmlische Gericht in beiden Fällen nicht entscheiden konnte, ob Lou und Ferdi zu Lebzeiten mehr Gutes oder mehr Schlechtes getan haben, ob sie also in den Himmel oder in die Hölle kommen sollen, wurden sie ins "Tie Break" geschickt - als Schutzengel auf eine Rettungsmission. Je nachdem, wie sie sich dort bewähren, geht die Fahrt nach oben oder nach unten.

Im himmlischen Gericht herrscht allerdings, wie in allen großen Verwaltungen, ein ziemliches Chaos. So wissen die beiden Engel nicht so genau, was von ihnen eigentlich erwartet wird. Außerdem bringen sie auch ihre spezifisch weibliche bzw. männliche Sicht ins Geschehen ein. Und dieses verstrittene Paar wieder zusammenzubringen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Doch Engel Lou wettet mit Ferdi, dass da noch was geht zwischen den beiden. Wer gewinnt, darf dem anderen für immer und ewig unter die Nase reiben, dass er Recht hatte.

Zwei Drittel der Deutschen glauben an Schutzengel

Klingt alles sehr überirdisch? Immerhin zwei Drittel der Deutschen glauben an Schutzengel, hat Regisseur Nils Brück in Vorbereitung auf seine Inszenierung herausgefunden. Und wenn man bedenkt, dass mehr als jede dritte Ehe in diesem Land geschieden wird - 2013 standen 373655 Eheschließungen 169833 Scheidungen gegenüber - dann sind das sehr reale Konflikte, die der Schweizer Charles Lewinsky in seiner himmlischen Komödie verarbeitet. Für den Regisseur bedeutet die Arbeit an diesem Stück, die Probleme der Figuren absolut ernst zu nehmen, denn nur daraus entsteht die Komik. Bei "Tie Break" kommt als besondere Herausforderung hinzu, dass das Publikum zwar alle vier Figuren auf der Bühne sieht, das irdische Paar aber keine Ahnung haben darf, dass es unsichtbare Begleiter hat.

Ausstatterin Ulrike Melnik verwandelt die Bühne des Komödienhauses in eine auf den ersten Blick anheimelnde Hütte mitten im Wald, bei der sich aber im Laufe des Abends immer mehr Tücken herausstellen wie herausfallende Türen oder unberechenbare Sicherungskästen. Dieses Etablissement steht ganz im Gegensatz zur sonstigen Umgebung von Adam und Eva, die in gut bezahlten Jobs tätig sind und in einer Designerwohnung leben. Während Adam, der sich auf ein Wochenende in der Natur eingestellt hat, auch kleidungsmäßig entsprechend ausgerüstet ist, hat Eva geglaubt, ihr Mann entführt sie zur Versöhnung in ein Luxushotel. Mit Wandern und Natur hat sie nichts im Sinn und so nehmen die Konflikte ihren Lauf.

Autor Charles Lewinsky

Charles Lewinsky wurde 1946 in Zürich geboren, wo er heute lebt. Er arbeitete als Dramaturg, Regisseur und Redakteur, seit 1980 als freier Autor. Er schreibt Hörspiele, Romane und Theaterstücke, verfasste schon über 1000 TV-Shows fürs Fernsehen und über 700 Liedtexte für verschiedene Komponisten. Außerdem schrieb er u.a. das Drehbuch für den Film: "Ein ganz gewöhnlicher Jude", ARD 2005. Sein autobiografisch gefärbter Roman "Melnitz", eine Familiensaga über das Schweizer Judentum, war 2006 ein vom Feuilleton gelobter Bestseller. Sein Roman "Gerron" wurde 2011 für den Schweizer Buchpreis nominiert. Und auch sein Ende 2014 erschienener Roman "Kastelau" stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.

Premiere am 16. Mai 2015, 20 Uhr, Komödienhaus
Tie Break
Komödie von Charles Lewinsky
Regie: Nils Brück
Ausstattung: Ulrike Melnik
Dramaturgie: Stefanie Symmank


Mit: Oliver Firit (Adam), Judith Lilly Raab (Eva), Ferdinand Seebacher (Ferdi), Raik Singer (Stimme Gottes), Anja Willutzki (Lou)
Weitere Vorstellungstermine: Do. 21.05.2015 20.00 Uhr, Fr. 22.05.2015 20.00 Uhr, Sa. 30.05.2015 20.00 Uhr, Di. 09.06.2015 20.00 Uhr, So. 14.06.2015 15.00 Uhr, Do. 18.06.2015 20.00 Uhr, Fr. 19.06.2015 20.00 Uhr, Sa. 20.06.2015 20.00 Uhr, Mi. 24.06.2015 20.00 Uhr, Sa. 27.06.2015 20.00 Uhr, Fr. 03.07.2015 20.00 Uhr
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