Freitag, 02. Dezember 2016


"Männer unter sich"

Siebtes Festival Tanz! Heilbronn vom 6.-10. Mai befasst sich mit verschiedenen Facetten der Männlichkeit / Londoner BalletBoyz sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen

(lifePR) (Heilbronn, ) Vom 6.-10. Mai läuft am Theater Heilbronn zum siebten Mal das Festival „Tanz! Heilbronn“. Diesmal werden unter dem Motto „Männer unter sich“ herausragende internationale Arbeiten des zeitgenössischen Tanzes präsentiert, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten von Männlichkeit befassen. Auf diesem Festival werden sich erstmals die Londoner BalletBoyz in Deutschland präsentieren, eine reine Männerkompanie, angesiedelt zwischen zeitgenössischem und klassischem Tanz.
Längst drehen sich Gender-Forschungen und -Diskussionen nicht mehr nur um die veränderte Rolle der Frau in der Gesellschaft. Auch das Bild des Mannes befindet sich im Wandel, ob in Beruf, Familie oder Partnerschaft. Festivalkuratorin Karin Kirchhoff, die bereits seit 2009 für die Programmatik des Festivals „Tanz! Heilbronn“ verantwortlich ist, hat ein breites Spektrum von Männlichkeitsdarstellungen gefunden. Der Bogen spannt sich von der Präsentation traditioneller Männerbilder bis zum Überschreiten von Geschlechtergrenzen und dem Verwirrspiel mit Körpermerkmalen. Insgesamt 8 Stücke stehen auf dem Festivalprogramm, dazu Workshops, Publikumsgespräche und ein Film.

Mittwoch, 6. Mai 2015, 19.30 Uhr, Großes Haus
Eröffnung mit Emanuel Gat: „Plage Romantique“

Einzig der Auftakt des Festivals fällt thematisch ein bisschen aus dem Rahmen. Dafür ist es gelungen, den weltbekannten israelischen Choreografen Emanuel Gat und seine Kompanie mit ihrem neuesten Stück nach Heilbronn zu holen: „Plage Romantique“, das nach Düsseldorf und Hamburg erst zum dritten Mal in Deutschland zu sehen ist. Mit „Plage Romantique“ wird das Festival am 6. Mai 2015 um 19.30 Uhr im Großen Haus eröffnet. In diesem »choreografischen Musical « ergänzt Gat den Rhythmus seiner Choreografie mit einem Soundtrack, der live von den Tänzern produziert wird und – elektronisch verfremdet – wie Brandung über die Bühne rauscht. Sie singen, spielen Gitarre und machen Geräusche mit ihren Körpern. Dies ist eine gleichsam intelligente wie spielerisch-humorvolle Weiterführung von Emanuel Gats choreografischer Beschäftigung mit der Musikalität von Tanz. Emanuel Gat hat den Tanz in Europa entscheidend geprägt und füllt mit seinen hochmusikalischen Abenden die großen Tanz-Bühnen. Neben der Arbeit mit seiner eigenen Kompanie ist er für die wichtigsten Häuser der Welt aktiv. Ballettkompanien von Sydney bis Paris, von Warschau, Stockholm und New York reißen sich um diesen Künstler, der zur Weltspitze des Tanzes gehört.

Donnerstag, 7. Mai 2015, 19.30 Uhr, BOXX
Niv Sheinfeld/Oren Laor: „Two Room Apartment“

Die israelischen Tänzer und Performer Niv Sheinfeld und Oren Laor markieren in «Two Room Apartment» ihre Spielfelder mit Klebeband auf dem Boden und beginnen ein sehr berührendes persönliches wie auch politisches Duett über ihre Arbeits- und Lebensbeziehung. Dieses Stück wurde vom israelischen Dance Critic‘s Circle als „Bestes Stück des Jahres 2013“ ausgezeichnet. In ihren Stücken kombinieren Sheinfeld und Laor Elemente des zeitgenössischen Tanzes mit Elementen aus der Performance-Kunst und dem physical theatre. Basis ihrer choreografischen Arbeit ist die vor über 25 Jahren von dem heterosexuellen Paar Liat Dror und Nir Ben Gal geschaffene und getanzte choreografische Performance gleichen Titels 1987 international als Meilenstein zeitgenössischen israelischen Tanzes viel beachtet, birgt das Stück in seiner Re-Interpretation die so intime wie rückhaltlos offene Nähe zweier Künstler und Lebenspartner, die ihre langjährige Zusammenarbeit reflektieren.
Im Anschluss: Publikumsgespräch

Freitag, 8. Mai 2015, 19.30 Uhr, Komödienhaus
Compagnie Pál Frenák: „The Hidden Man“

In „The Hidden Men“ hängen drei Seile vom Bühnen-Himmel herab. Vier Männer präsentieren mit physischer Wucht und rauer Sinnlichkeit die Archetypen des „Mannes“: Den Macho, den Narziss, den Herkules. Die Arbeit des Ungarn Pál Frenák ist stark beeinflusst von Architektur und Design und kombiniert wuchtige choreographische Strukturen mit sehr speziellen Bühnenbildern. Macht, Lust, Unterwerfung, Besitz und die Tiefen des menschlichen Egos sind fundamentale Themen der Kompanie. Ein ungewöhnlicher Querschnitt aus klassischen und modernen Techniken verleiht der Gruppe einen ganz eigenen Stil und eine unverkennbare Tanzsprache.

Freitag, 8. Mai 2015, 21.00 Uhr, Komödienhaus
Podiumsdiskussion: „Stark und schön? Männer auf der Bühne“


Zahlreiche Choreografen des Festivals diskutieren über die Darstellung von Männlichkeit auf der Bühne und im Tanz. Außerdem geht es um das Selbstverständnis von Männern unterschiedlichen Alters in verschiedenen Kulturen.

9. Mai – Drei Tanzstücke an einem Tag

Samstag, 9. Mai 2015, 16 Uhr, BOXX
Graham & Simão Smith: „Der Nächste“ – Ein Tanzstück für Eltern und Kinder


„Der Nächste“ zeigt eine so leichtfüßige wie nachdenkliche Begegnung zwischen Vater und Sohn, dem Choreografen Graham Smith und seinem zehnjährigen Sohn Simão. Sie raufen, tanzen, spielen, necken einander. Dabei verhandeln sie ganz nebenbei existenzielle Fragen zwischen Eltern und Kindern. Was übernimmt der Sohn vom Vater, was kann dieser dem Jungen mit auf den Weg geben? Vater und Sohn haben dieses Stück gleichberechtigt miteinander entwickelt.

Samstag, 9. Mai 2015, 17.30 Uhr, Komödienhaus
Mickaël Phelippeau: „Pour Ethan“


„Pour Ethan“ ist ein feinsinniges, authentisches Porträt eines außergewöhnlichen Teenagers: Der Choreograf Mickaël Phelippeau begegnete in der Bretagne vor einigen Jahren dem heute 15jährigen Ethan, der ihn sofort mit seiner großen Bühnenpräsenz beeindruckte. In diesem Tanzstück untersucht er den fragilen Zustand zwischen Kindheit und Erwachsensein auf zugleich leichte und eindringliche Weise.

Samstag, 9. Mai 2015, 19.30 Uhr, Großes Haus
BalletBoyz: theTALENT 2015
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG


Zum ersten Mal sind auf diesem Festival die Londoner BalletBoyz in Deutschland zu erleben, eine reine Männerkompanie, bestehend aus zehn hervorragenden Tänzerpersönlichkeiten. Namhafte Choreografen kreieren für sie außergewöhnliche Werke an der Schnittstelle zwischen klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz. Sie kommen mit einem zweiteiligen Abend nach Heilbronn, der im Auftrag des Royal Ballet in London entstanden ist. Der erste Teil „The Murmuring“ wurde inspiriert von „murmur“ (Murmeln) und „murmuration“, einem Flugmuster von Vogelschwärmen. Nachwuchschoreograf Alexander Whitley kreierte dieses zeitgenössische Stück zum pulsierenden Elektro-Sound des Duos „Raime“. Der zweite Teil „Mesmerics“ ist ein abstraktes Ballett von vollendeter Schönheit. Christopher Weeldon, Associate Artist des Royal Ballet, schuf das Werk nach Musik von Philipp Glass.

Sonntag, 10. Mai 2015, 18 Uhr, BOXX
Ahmed Khemis: „Trans-e“


Ahmed Khemis zählt zu den charismatischsten Tänzern und Choreografen der jüngeren Generation in Tunesien. Sein Solo Trans-e ist inspiriert von einer in Tunesien immer noch populären Geschichte. Er schlüpft in die Figur des „Bou Saâdia“, die auf der Legende eines nordafrikanischen Königs basiert. Dessen Tochter wurde von französischen Sklavenhändlern geraubt, und jahrelang tanzt er mit Tiermasken, zerlumpter Kleidung und Schellen an den Beinen auf der Suche nach ihr durch die Straßen. Zu zwischen traditionellen Klängen und Jazz changierender Musik inszeniert Ahmed Khemis ein tranceartiges, gleichzeitig physisch-dynamisches Solo, in dem er folkloristische Tanzelemente in eine zeitgenössische Ästhetik überführt. Die Legende wird zum Sinnbild für die künstlerische Suche des Choreografen.

Sonntag, 10. Mai 2015, 19.30 Uhr, Komödienhaus
Eisa Jocson: „Macho Dancer“


Mann oder Frau? Die philippinische Tänzerin Eisa Jocson hat sich für ihr Solo das Bewegungsrepertoire der Macho Dancer angeeignet, das sind junge Männer, die auf den Philippinen in heißen Shows tanzen. Sie sind Verführer und Objekte der Begierde und ihre durchtrainierten Körper sind ihr größtes Kapital. Die Tänzerin und Choreografin liefert ein zugleich lustvolles wie verwirrendes Spiel mit den Geschlechteridentitäten.
Im Anschluss: Publikumsgespräch

Zusatzprogramm

Dienstag, 5. Mai, 20.15, Kommunales Kino (Ebene 3 im K3)
Film: Man for a day“


Bereits einen Tag vor dem offiziellen Festivalauftakt präsentiert das Kommunale Kino Heilbronn den Dokumentarfilm „Man for a day“ von Katarina Peters und der Drag-King-Pionierin Diane Torr. Begleitet wird hier eine Gruppe Berliner Frauen während eines Workshops von Diane Torr, die sich mit den Geheimnissen des Mannseins vertraut macht. Es ist gelungen, Diane Torr auch für einen Workshop während des Festivals Tanz! Heilbronn zu gewinnen (10. Mai).

8./9./10. Mai 2015 Workshop in den Steps Tanzstudios
Im Tanz begegnen – Zwei Workshops – zwei Polaritäten
mit Christine Grunert und Olaf Herzog
für Frauen und Männer ab 40 Jahren – ohne Vorkenntnisse


Mit Elementen des zeitgenössischen Tanzes und des Tango gehen die Workshopteilnehmer auf die Suche nach ihren jeweiligen weiblichen und männlichen Eigenschaften, die jeder in sich trägt. Zunächst treffen sich die Frauen und die Männer in den dreitägigen Workshops separat, um am Ende zum Austausch der tänzerischen Ergebnisse zusammenzukommen.

10. Mai 2015 Workshop 11-16 Uhr, TheaterWerkStatt im Wollhaus
Gender as performance
Mit Diane Torr
Für Menschen ab 14 Jahren – ohne Vorkenntnisse


Hier erkunden die Teilnehmer im Gespräch und in der Bewegung die Ursprünge von Geschlecht (gender) und Identität. Sie kreieren für sich neue Gestaltungsmöglichkeiten und suchen nach Räumen jenseits der bipolaren Geschlechterbilder. Diane Torr ist eine weltweit bekannte Performance-Künstlerin, die insbesondere als Drag- King-Pionierin berühmt wurde. (drag king: Frau, die mittels Aussehen und Verhalten eine Männerrolle einnimmt). Ihre Workshops „Man for a day“ gibt sie seit über 20 Jahren für Frauen und für Männer die Workshops „Woman for a day“.

Der Vorverkauf für das Festival beginnt am 12. Februar. Das Programm ist wieder so zusammengestellt, dass man alle Stücke anschauen kann. Es gibt zwei Festivalcards. Eine für alle acht Vorstellungen und eine für sechs Vorstellungen nach Wahl. Mit der Festivalcard spart man über 25 Prozent gegenüber dem Einzelpreis.

Weitere Informationen unter
www.theater-heilbronn.de
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