Samstag, 01. Oktober 2016


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Sudetendeutsche auf Reformkurs

(lifePR) (München, ) Die Bundesversammlung der Sudetendeutschen hat bei ihrer diesjährigen Sitzung, die sie am Wochenende unter Leitung ihres Präsidenten Reinfried Vogler im Sudetendeutschen Haus in München abhielt, den Reformkurs bestätigt und fortgesetzt, den der Sprecher und Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Bernd Posselt schon seit Jahren eingeschlagen hat. Posselt begrüßte, dass die Delegierten sowohl eine neue Grundsatzerklärung als auch eine Neuformulierung der Satzungsziele verabschiedeten, die vom SL-Bundesvorstand vorgeschlagen worden war. Der Europapolitiker und oberste Repräsentant der nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertriebenen Sudetendeutschen und ihrer Nachkommen betonte, diese mache die Landsmannschaft "zukunftsfest und stärke ihre Rolle als Bindeglied im deutsch-tschechischen Dialog."

Bei der Satzungsänderung strichen die Sudetendeutschen sowohl die Satzungsparagraphen, die von einer "Wiedergewinnung der Heimat" wie auch von einer "Restitution oder gleichwertigen Entschädigung" sprechen. Stattdessen fordern sie eine weltweite Durchsetzung aller Menschen- und Grundrechte, darunter das Recht auf die Heimat sowie das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Volksgruppen. Die EU-Grundrechtecharta soll in allen ihren Teilen für alle EU-Mitgliedsstaaten uneingeschränkt verbindlich gemacht werden. Weiter heißt es im Text der Satzung nunmehr "Verstöße gegen diese Rechte wie Völkermord, Vertreibungen, ethnische Säuberungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, menschen- und völkerrechtswidrige Enteignungen sowie Diskriminierungen" seien "weltweit zu ächten und dort, wo sie erfolgten auf der Grundlage eines gerechten Ausgleiches zu heilen."

In der neuen Grundsatzerklärung wird wie in der Satzung die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den Tschechen zum zentralen Ziel der sudetendeutschen Arbeit erklärt. Die Verbrechen an den Sudetendeutschen und die nach dem Zweiten Weltkrieg vom damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš gegen die Sudetendeutschen gerichteten Dekrete werden kritisiert und die Heilung allen Unrechts gefordert. Deutlich wie nie zuvor spricht die Landsmannschaft aber auch von der eigenen "Mitverantwortung" der Volksgruppe "für die Verfolgung und Ermordung von Sudetendeutschen und Tschechen, die dem nationalsozialistischen Regime missliebig waren, sowie für den Holocaust an den Juden in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien." Die Sudetendeutschen hätten sich "durch ihre Repräsentanten wiederholt zu ihrer Verantwortung im Zusammenhang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten bekannt" und seien "entschlossen, diese Vergangenheit auch weiterhin aufzuarbeiten." Die Sudetendeutsche Landsmannschaft setze sich dafür ein, die Sudetendeutsche Volksgruppe "auch in den kommenden Generationen als lebendige und vielfältige Gemeinschaft zu erhalten, die sich ihrer historischen sowie kulturellen Wurzeln bewusst ist und sich aus dieser Verantwortung heraus den aus ihrer Geschichte erwachsenen Aufgaben stellt."

Der volle Wortlaut der Beschlüsse zur Satzungsänderung und zur Grundsatzerklärung findet sich auf der Homepage der Sudetendeutschen Landsmannschaft www.sudeten.de
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