Sonntag, 04. Dezember 2016


Europäischen Gartenpreis 2012 : Preisträger aus Dänemark, Italien und Frankreich

(lifePR) (Jüchen, ) Zum dritten Mal wurde am 31. August 2012 in Schloss Dyck der Europäische Gartenpreis des EGHN verliehen. Das Europäische Gartennetzwerk EGHN (European Garden Heritage Network) und die Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur als Projektträger stellten einem internationalen Fachpublikum aus 35 Nominierungen die 9 geladenen Finalisten vor.

Für die einzelnen Nominierungen waren innovative Konzepte bei Realisierung und Management, städtebauliche Aspekte, Fragen der Nachhaltigkeit, besondere Angebote für Besucher oder außergewöhnliches Engagement ebenso wichtig wie hohe Qualität bei der Neuanlage oder Wiederherstellung eines Parks oder Gartens.

Erstmals wurde in diesem Jahr die Durchführung des Europäischen Gartenpreises durch die Baumschule Lorenz von Ehren aus Hamburg unterstützt, die mit ihrem Engagement dazu beitragen möchte, dass besonders herausragende Parks und Gärten sowie besondere Initiativen zur Gartenkultur in Europa stärker wahrgenommen werden.

Sonderpreis der Stiftung Schloss Dyck

Beim Sonderpreis der Stiftung würdigte die internationale Jury des Gartenpreises nicht ausschließlich Gärten, sondern auch das Engagement von Einzelpersonen und Organisationen. In diesem Jahr stand die Verbindung von privater und öffentlicher Nutzung im Vordergrund. Entsprechend unterschiedlich sind die Preisträger in dieser Kategorie.

Horst Forytta hat, mit unendlicher Energie und mit größtenteils eigenen Mitteln, die Initiative für den Garten von Marihn in Mecklenburg-Vorpommern ergriffen. Ausgehend von einem ehemaligen Englischen Landschaftsgarten entstand so in den letzten Jahren eine herausragende Gesamtanlage, die alte Strukturen mit 20 neuen, sehr attraktiven Gartenräumen vom Küchengarten bis zum Rosengarten aufnimmt.

Mrs. Gilly Drummond war 1984 in Hampshire Gründerin des ersten Garden Trusts in England. Durch das Engagement von Mrs. Drummond entstand der Dachverband "Association of Gardens Trusts", in dem 35 Vereinigungen privater Gartenliebhaber eng zusammenarbeiten, um das Wissen über Gärten einer breiten Zielgruppe zu vermitteln und um wertvolle Gartenanlagen zu schützen.

Den ersten Platz in dieser Kategorie erhielt die Porcinai Vereinigung und Archiv aus Florenz. Nachfahren, Freunde und Schüler des international renommierten Landschaftsarchitekten, Architekten und Designers zeigen ein außergewöhnliches Engagement, die Werke, Schriften und Pläne von über tausend Gärten zu bewahren und sie zu katalogisieren. Damit wurde der umfassende Nachlass eines berühmten Landschaftsarchitekten aufgearbeitet, bewahrt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Pietro Porcinai war in seiner Gartengestaltung ein Meister in der Neuinterpretation traditioneller Formen sowie in der Übersetzung von Vergangenheit in Moderne.

Innovativster zeitgenössischer Garten

Die Jury hob in diesem Jahr besonders innovative Konzepte größerer Städte in Europa hervor. In Großstädten, in denen freiwerdende Grundstücke stark nachgefragt sind, wurden Nutzungsentscheidungen zu Gunsten neuer, hochwertiger Stadträume und Parks gefällt, die ein deutliches Mehr an Stadt- und Lebensqualität bieten.

Aus einer Reihe vergleichbarer Projekte wurde der "Ostpark" in Berlin als neuer Park für eine breite Nutzerschicht auf der ehemalige Bahnfläche des Gleisdreiecks als Finalist gewürdigt. Der Promenadenpark "Madrid Rio" in Madrid überzeugte die Jury aufgrund des umfassenden und zugleich detaillierten Masterplans zur Umgestaltung innerstädtischer Flussuferbereiche.

Schließlich wurde der Preis für das beste zeitgenössische Konzept und Design den "Berges du Rhône" in Lyon zugesprochen. Das linksseitige, "vergessene" Flussufer der Rhône mit vormals über 2.000 Parkplätzen wurde innerhalb von zwei Jahren auf fünf Kilometern zu einer vielfältigen Erlebnisfläche für Erholung, Sport, Kinderspiel und Events umgestaltet, die schon jetzt als ein selbstverständlicher Lebensbereich am Fluss angenommen wird.

Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks

In der Kategorie "Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks " hatte die Jury drei Finalisten ausgewählt, die sehr unterschiedliche Konzepte verfolgen, jedoch alle zu einer überzeugenden Aufwertung und Weiterentwicklung der jeweiligen Anlage geführt haben.

Die zwölf Gärten rund um das Schloss Chatonnière an der Loire nehmen nicht nur emotionale Themen auf (z.B. Liebeslieder, Wohlgerüche, Schweigen, Intelligenz und Fülle), sondern sind mit der umgebenden Landschaft verknüpft, die ebenfalls im klassischen Sinn gestalterisch einbezogen wird.

Alles über alte Anbaumethoden von Obst und Gemüse zu erfahren, kann nirgends verlockender sein als bei einer Führung durch den Museumsgarten im belgischen Gaasbeek. Mit seiner einzigartigen Vielfalt an Spalierobst verbindet der auf historischen Grundlagen entwickelte Garten wertvolles gärtnerisches Fachwissen mit einem Gartenerlebnis von malerisch überbordender Obstproduktion.

Gewinner der Kategorie "Beste Weiterentwicklung" wurde der Park von Schloss Egeskov in Dänemark. Ausgehend von einer vielschichtigen historischen Substanz mit unter anderem bis zu 8 Meter hohen und mehr als 200 Jahre alten Hecken fügen sich neue interessante, vielseitige und gepflegte Gartenbereiche behutsam in die Gesamtanlage ein. Der private Eigentümer Micheal Graf Ahlefeldt-Laurvig-Bille lässt die mehr als 200.000 Besucher im Jahr an seiner Geschichte, Sammelleidenschaft, Kunst- und Gartenliebe teilhaben.

Das Europäische Gartennetzwerk EGHN möchte mit der Ausrichtung des Europäischen Gartenpreises das Bewusstsein für Parks und Gärten fördern und außergewöhnliche zukunftsweisende Konzepte und Projekte würdigen. Hierfür nominiert eine internationale Jury jährlich eine Vielzahl von Gärten, Parks, Initiativen oder Personen. Die Mitglieder der diesjährigen Jury waren: Roswitha Arnold (D), Ed Bennis (GB), Gunnar Ericson (S), Stephan Lenzen (D), Mariachiara Pozzana (I), Alan Thornley (GB), Jens Spanjer (D).

Nach der festlichen Preisverleihung im historischen Festsaal von Schloss Dyck konnten sich die fast 200 geladenen Gäste dann bei der Eröffnung der Licht- und Klanginszenierung illumina von der romantischen "Magie der Nacht" im Park verzaubern lassen.

Mehr Informationen zu allen Finalisten, zu den Preisträgern und zum Europäischen Gartenpreis allgemein findet sich auf www.europeangardenaward.eu.
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