Sonntag, 04. Dezember 2016


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Iatz geats los!

Das "Fisser Blochziehen" ist einer der berühmtesten Fasnachtsbräuche im Alpenraum

(lifePR) (Serfaus/Tirol, ) In Köln feiern die Jecken, in Rio tanzen die Amazonen und in Fiss treibt der "Bajatzl" seinen Schabernack. Ob Fasching, Fasnacht oder Karneval - die fünfte Jahreszeit verwandelt graue Straßen in bunte Festmeilen. Atemberaubende Berggipfel statt fliegender Kamelle, schweres Gehölz statt reißender Büttenreden und traditionelle Masken statt glänzender Satin-Kostüme: Wer hätte gedacht, dass auch in den Höhen der Alpen die Fasnacht so ausgelassen gefeiert wird? In dem beschaulichen Bergdorf Fiss ist alle vier Jahre der Teufel los.

Am 31. Januar 2010 ist es wieder so weit: Mit dem Schrei: "Iatz geats los - iatz springa d'Schallner" läuten "Schallner" und "Mohrelen" (beide Symbole des Frühlings) pünktlich um 12.30 beim Kulturhaus in Fiss das "Fisser Blochziehen" ein. Über 10.000 Zuschauer werden erwartet, wenn mit wildem Geschrei, bunten, teils schaurigen Masken und lauter Kapellenmusik das "Fisser Blochziehen" gefeiert wird. Neben dem Bösen wird hierbei dem langen Winter der Garaus gemacht.

Im Zentrum des kommenden Fasnachtumzuges steht der "Bajatzl" - der Arkobat der Lüfte. Schelmisch windet er sich durch die engen Gassen und springt galant von Dach zu Dach. Er verkörpert das Gute und die Heiterkeit im Leben. Für Amüsement unter den Zuschauern sorgt neben ihm auch der "Giggeler", der Hahn. Er symbolisiert die Fruchtbarkeit und bezirzt so manche Dorfschönheit - zwischen Hexen und umstehenden Damen macht er dabei keinen Unterschied.

Seinen Namen verdankt der Fisser Fasnachtsbrauch dem Bloch, einem 35 Meter langen Zirbenstamm. Er repräsentiert einen Pflug, der die Felder für die Aussaat aufbricht und damit den Frühlingsanfang einläutet. Beim Festtagsumzug wird der Bloch auf einem geschmückten Holzschlitten von den Bärentreibern (Symbol der Naturbändiger), den Mohrelen sowie den Bauern und Handwerkern durch das Dorf gezogen. "Hüa"! Der Fuhrmann gibt mit einem lauten Schrei das Kommando. Am Ende des Stammes sorgt der Schwoaftuifl (Schweifteufel) für Belustigung bei den Zuschauern. Von der Versuchung geleitet, den Zug zu stoppen, tanzt er mit verrückten Einfällen um den Bloch herum und zieht mit einem befestigten Seil den Bloch entgegen der Fahrtrichtung. Unterstützung erhält er von seinen schaurigen Hexen mit ihrem wilden Geschrei und fuchtelnden Besen. Seine Gehilfinnen verkörpern die bösen Dämonen und den bitteren Winter, der den Menschen in Serfaus, Fiss und Ladis vor ein paar Jahrzehnten noch gehörig zu schaffen machte.
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