Sonntag, 25. September 2016


KEINE ANGST VOR DEM BERNER BÄR. Alter Adel – neue Herren

Eröffnung der Ausstellung und des Audiorundgangs im Schloss Wildegg, Museum Aargau

(lifePR) (Wildegg, ) Als die Berner Truppen 1415 im Aargau einmarschierten, wurden sie in Wildegg keineswegs freundlich empfangen. Der damalige Schlossbesitzer, Thüring von Hallwyl, war ein Gefolgsmann Friedrichs des IV. von Habsburg und leistete mit seinen Leuten erfolgreich Widerstand gegen die Berner Eroberung. Während seine Verwandten auf der Stammburg Hallwyl den Brand der Schlossanlage hinnehmen mussten, wurde die Wildegg nicht einmal beschädigt. Sechs Vertreter des Adels und ein Knecht erzählen im Audiorundgang, wie sie die Berner Herrschaft erlebten, welche Änderungen der Wechsel mit sich brachte und was aus den alten Seilschaften wurde. Die Ausstellung mit Audiorundgang ist ab 30. April zu sehen.

"Erkennen Sie mich wieder? Ich bin der grosse Habsburger Krieger aus der Ahnengalerie im Schloss Wildegg" werden künftig Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung vom Portrait des Habsburgers in voller Rüstung empfangen. Dieser vertritt die Position der Habsburger und erzählt, was nach seiner Zeit um 1415 geschah. Damals verwalteten die Herren von Hallwyl das Schloss Wildegg als habsburgisches Lehen. Beim Einmarsch der Berner Truppen 1415 leisteten sie und ihre Gefolgsleute erbitterten Widerstand. Bei der Mühle von Wildegg kam es gar zu einem blutigen Zwischenfall: Berner Knechte wollten die Mühle plündern, aber die Bewacher unter Thüring von Hallwyl erstachen fünf von ihnen und die Berner zogen weiter nach Brugg. Thüring von Hallwyl übergab die Wildegg an seinen Bruder und zog ins Elsass, wo er bis an sein Lebensende ein loyaler und angesehener Dienstherr der Habsburger blieb. Der neue Schlossherr, Rudolf von Hallwyl, nahm das Burgrecht in Bern an und öffnete Schloss Wildegg den bernischen Truppen. Die Burg ging in der Folge an Bern und wurde 1483 mit allen dazugehörigen Gütern an Kaspar Effinger, einen reichen aargauischen Adeligen aus Brugg verkauft. Danach blieb die Wildegg während elf Generationen im Besitz der Familie von Effinger.

Sprechende "Köpfe" im Schloss

Sechs Vertreter des lokalen Adels und ein Berner Knecht erzählen in Form von überraschenden Hörstationen, was 1415 geschah, wie sie sich dem Herrschaftswechsel anpassten oder widersetzten. So erfahren Besucherinnen und Besucher von Thüring von Hallwyl, wie er dem Papst Johannes XXIII. bei der Flucht half oder wie Knecht Henslin als "Raufbold, Haudegen und Glücksritter" zum Heer der Berner kam. 1483 erwarb Kaspar Effinger die Burg Wildegg und nahm dort Wohnsitz. Von ihm erfahren wir in der Audiotour vom Aufstieg der Familie zu Reichtum und Macht, nämlich nach dem Wahlspruch "klug heiraten, erben und Geld ausleihen". Ebenfalls zu Wort kommen Albrecht von Rinach, der spätere Wildegger Schlossherr Bernhard Effinger, sowie die Frauen Margreth Gessler von Schloss Brunegg und Ursula von Mülinen, Schloss Kastelen und Äbtissin von Königsfelden. Sie alle geben persönliche Einblicke in ihr Leben und ihre Zeit. Dabei wird die Geschichte wieder lebendig. Die Audiostationen sind an verschiedenen Orten im Schloss zu finden und werden von einem informativen Faltblatt ergänzt.

"Sapperlot jetzt sind wir Berner!" heisst der neue szenische Rundgang

Mitten in die Wirren von 1415 führen die beiden Schauspielerinnen Salomé Jantz und Gabriela Angehrn das Publikum auf einem vergnüglichen szenischen Rundgang. Dabei erfahren Besucherinnen und Besucher hautnah von Vapeurs, Brämikappen, verlorenen zwölf Tagen und entspannten Generälen.

Die Première findet am 26. April um 17 Uhr statt. Weitere Informationen zu den Vorstellungen unter www.schlosswildegg.ch
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Über Schloss Wildegg, Museum Aargau

Schloss Wildegg ist ein authentischer Erlebnisort der Geschichte und der historischen Gartenkultur. Die heute von Gärten, Wiesen und Rebland umgebene Schlossanlage wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Habsburgern gegründet. Während elf Generationen befand es sich mit seinen Gütern im Besitz der Familie Effinger. Die 37 Wohn- und Arbeitsräume des Schlosses sind original eingerichtet und zeugen von der gehobenen Lebenskultur und dem erlesenen Geschmack der Familie Effinger. Die Möbel und Gemälde, Öfen und bemalten Tapeten, Uhren und Lampen, Porzellangeschirr und Waffen aus verschiedenen Epochen waren stets das Feinste vom Feinsten.

Ein reiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm erweckt den historischen Originalschauplatz zu neuem Leben.

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