Freitag, 31. Oktober 2014


Ausgepackt: das Klimapaket 2020 der Region Hannover

Hybridbusse für die üstra, dichterer S-Bahn-Takt, Förderung des Radverkehrs, Gebäudesanierungen, mehr Strom aus Wind und Sonne

(lifePR) (Hannover, ) Bis 2020 will die Region Hannover in ihrem Gebiet die CO2-Emissionen als Hauptverursacher des Klimawandels im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent reduzieren. Grundlage ist das von der Regionsversammlung beschlossene Klimaschutzrahmenprogramm. In den nächsten Jahren soll dieses Ziel mit einer ganzen Reihe von konkreten Maßnahmen auf verschiedenen Handlungsfeldern erreicht werden: Im Verkehrsbereich mit schadstoffarmer Antriebstechnologie für Busse, zusätzlichen Angeboten bei Stadt- und S-Bahnen sowie der Förderung des Radverkehrs. In der Regionalplanung mit einem Ausbau der Anteils von erneuerbaren Energien an der Stromversorgung. Auch die in den letzten Jahren intensivierte energetische Sanierung von Gebäuden im Regionsbesitz wird fortgesetzt.

Regionspräsident Hauke Jagau und seine Dezernenten für Umwelt, Planung und Bauen, Prof. Dr. Axel Priebs, und für Wirtschaft, Verkehr und Bildung, Ulf-Birger Franz, haben heute (21.12.) die Maßnahmen vorgestellt, die im "Klimapaket 2020" stecken, das zukünftig auch als Logo alle Klimaschutzaktivitäten in der Region Hannover sichtbar machen wird. "Wir wollen die Botschaft nach außen tragen, dass sich die Region Hannover ihrer Verantwortung für den Klimaschutz stellt und damit einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Ressourcen und zu langfristiger Versorgungssicherheit leistet. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist die Voraussetzung für eine lebenswerte Region", sagte Regionspräsident Hauke Jagau.

Als erste Maßnahme aus dem "Klimapaket" soll die Umstellung der üstra-Stadtbusse auf Hybridtechnik erfolgen. Die Planung sehen vor, dass bis zum Jahr 2016 61 der insgesamt 117 in diesem Netz erforderlichen Fahrzeuge Busse sein werden, die einen herkömmlichen Dieselmotor mit einem Elektroantrieb kombinieren. Hybridbusse verbrauchen weniger Treibstoff und stoßen rund 30 Prozent weniger CO2 aus. Nach der Linie 121 (Haltenhoffstraße - Altenbekener Damm) wird die üstra die neuen Fahrzeuge auf weiteren Routen einsetzen, die die Innenstadt Hannovers bedienen (Buslinien 100/200, 128, 134). "Unser Ziel ist die Umstellung der Busflotte im gesamten Kernnetz der üstra bis zum Jahr 2020", kündigte Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz an. Als Ergänzung wird die Region Hannover zusammen mit der üstra die Umstellung der Stadtbusflotte auf Hybridbusse zur Förderung beim "Schaufenster Elektromobilität" der Bundesregierung einreichen, in dem sich groß angelegte regionale Demonstrations- und Pilotvorhaben präsentieren können.

Im Schienennahverkehr will die Region zusätzliche Angebote bei der S-Bahn schaffen. Auch die Förderung des Radverkehrs soll vorangetrieben werden. Im kommenden Jahr wird die Stelle eines Radverkehrskoordinators eingerichtet, dessen Aufgabe es sein wird, neue Projektideen zu initiieren und umzusetzen.

Nach Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro in den letzten beiden Jahren für die energetische Sanierung von Schulgebäuden stehen für 2012/13 die Gebäude der BBS ME (Gustav-Bratke-Allee), der BBS Alice-Salomon-Schule, der BBS Handel und der BBS 2 zum Umbau an. Rund 6,5 Millionen Euro sind dafür im Haushalt der Region vorgesehen. Als Neubau im Passivhausstandard ist der Anbau der Gedenkstätte Ahlem geplant. Die Versorgung des neuen Förderzentrums Auf der Bult soll CO2 -neutral erfolgen. "Das Gebäude wird genauso viel Energie erzeugen, wie es selbst verbraucht", erläutert Franz.

In die Zuständigkeit von Umwelt- und Planungsdezernent Prof. Dr. Axel Priebs fällt die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms 2015 (RROP). "Der Klimaschutz wird im RROP eine noch größere Rolle spielen. Insbesondere der Anteil von Wind, Sonne und Biomasse an der Stromversorgung soll in der Region Hannover weiter ausgebaut werden. Ich gehe davon aus, dass sich das Potenzial der erneuerbaren Energien gegenüber dem heute erreichten Stand deutlich steigern lässt", so Priebs. Bei der Windenergie wird der Schwerpunkt in den nächsten Jahren auf dem so genannten Repowering liegen, dem Austausch von bestehenden Anlagen gegen modernere, leistungsfähigere Nachfolgemodelle: "Dafür werden wir alle schon ausgewiesenen Standorte bewerten und unter Einbeziehung der Städte und Gemeinden und der Bürger ausloten, ob und in welchem Umfang wir neue Flächen ausweisen."

In der Region Hannover leisten die erneuerbaren Energien einen bedeutenden Beitrag zur Stromerzeugung. Rechnerisch können 100.000 Haushalte mit Strom von den gegenwärtig 237 installierten Windkraftanlagen versorgt werden. Für das "klimaoptimierte" RROP sollen aus regionalplanerischer Sicht auch Standortkriterien für mögliche Solarparke entwickelt und potenziell geeignete Flächen vertieft untersucht werden.

Energie gespart wird mit dem "Stromsparcheck" für einkommensschwache Haushalte durch die Klimaschutzagentur. Die von der Region Hannover geförderte Aktion führt zu einer direkten Reduktion der CO2-Emissionen, da in den beratenen Haushalten kostenfrei Strom- und Wassersparprodukte installiert werden.

Und auch für den Moorschutz wird sich die Region Hannover weiter engagieren, sowohl im Erhalt der vier Hochmoore im Norden Hannovers als auch in den Bemühungen um Wiedervernässung von Moorflächen. "Die derzeit etwa 2000 Hektar Hochmoorfläche in der Region Hannover binden jährlich etwa 50.000 Tonnen CO2", betonte Prof. Priebs.
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