Freitag, 26. August 2016


4. One World Award in Gold geht nach Südkorea und Indien

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer erhält Ehrenpreis OWA VIP-Award

(lifePR) (Legau/Bonn, ) Es war ein besonders bewegender Abend, sowohl für die Preisträger des 4. One World Award (OWA) als auch für die Gäste aus aller Welt. Denn erstmalig ging der OWA in Gold an zwei Projekte: die Vereinigung Hansalim aus Südkorea und das Timbaktu-Kollektiv aus Indien.

Zudem nahm Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des United Nations Environment Programme (UNEP), den diesjährigen Ehrenpreis OWA VIP-Award für sein jahrzehntelanges Engagement innerhalb der Bio-Bewegung entgegen.

Für seine Rolle als Führungspersönlichkeit innerhalb der ökologischen Landbaubewegung wurde der amerikanische Bio-Pionier Fred Kirschenmann mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.

Das Preisgeld für den OWA in Höhe von 35.000 Euro stiftete Rapunzel Naturkost.


Joseph Wilhelm, Gründer und Gesellschafter der Rapunzel Naturkost GmbH sowie Initiator des OWA, eröffnete den Abend mit den Worten: "Die Globalisierung betrifft uns alle. Sie lässt sich nicht ungeschehen machen und sie hat auch sehr viel Positives mit sich gebracht. Aber eine Globalisierung, die nur der Profitmaximierung dient, ist immer lebensfeindlich. Es geht darum, ihr eine Ausrichtung zu geben, die allen Menschen und Völkern auf dieser Erde nützt." Damit sprach er natürlich in erster Linie von den OWA-Finalisten. Gleichzeitig bedankte er sich bei der OWA-Jury, den Gästen und Rapunzel Partnern aus aller Welt sowie seinen eigenen Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Unterstützung.

Im Anschluss überreichte Theo Waigel, Bundesfinanzminister a.D., Prof. Dr. Klaus Töpfer den OWA­VIP Award (One World Award for Very Impacting People). "Mit Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer ehrt die weltweite Bio-Bewegung einen Mann, der schon früh "Farbe" bekannt hat, und dessen Unterstützung für die politische und internationale Anerkennung der biologischen Landbaubewegung von großer Bedeutung war und weiterhin ist", so das Urteil der Jury. Seine Verbundenheit mit der Bewegung des biologischen Landbaus geht auf seine Zeit als Bundesumweltminister in den 80er Jahren zurück, als die "Bios" noch von einem Bundeslandwirtschaftsminister als "Piepmatz-Ideologen" und vom Präsidenten des Bauernverbandes als "grüne Spinner" diffamiert wurden. Bereits vor 22 Jahren stellte er als Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) fest: "Der Weltgipfel in Rio hat deutlich gemacht, dass wir unsere Ressourcen in allen Bereichen äußerst sorgfältig verwenden müssen. Ein weltweites Imitieren der inzwischen so hoch intensivierten landwirtschaftlichen Produktionsmethoden, wird nicht zu einer Verminderung des Hungers führen, sondern Ressourcen verschwenden." Diese Einschätzung ist heute (leider) aktueller denn je.

In seiner Dankesrede betonte der heutige Direktor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) nochmals die Wichtigkeit, die Grundformen der Natur zu nutzen anstatt sie auszunutzen. "Es ist unsere Aufgabe, hier in Deutschland, Technologien zu entwickeln, die 9 Millionen Menschen vor Armut schützen, ohne Ressourcen zu belasten", so Töpfer.

Sichtlich bewegt von der besonderen Stimmung des Abends stellten Starköchin Sarah Wiener und OWA-Koordinator Bernward Geier die Preisträger des OWA in der Kategorie Silber vor. Pionier und Aktivist Ibrahima Seck aus dem Senegal, Demeter-Winzerfamilie Frey aus den USA, Wissenschaftlerin und Aktivistin Prof. Rita Schwentesius aus Deutschland/Mexiko sowie Jadranka und Zlatko Pejic von Biovega aus Kroatien freuten sich über jeweils 2.500 Euro und die OWA-Medaille.

Der Abend erreichte seinen Höhepunkt, als Jury-Mitglied und Träger des alternativen Nobelpreises Nnimmo Bassey zusammen mit Renate Künast, Bündnis 90/Die Grünen, den Gewinner des OWA in Gold verkündete und für eine Überraschung sorgte. In diesem Jahr gab es zwei Gewinner: die Vereinigung Hansalim aus Südkorea und das Timbaktu-Kollektiv aus Indien. Eine überraschende, aber auch konsequente Entscheidung der Jury, die sich nicht entscheiden konnte und wollte. Beide Gewinner sind auf ihre Art "Leuchtturm-Projekte" und Vorbilder für ein neues Wirtschaftsparadigma. Zudem setzte die Jury mit der Entscheidung, ein Kollektiv und eine Vereinigung auszuzeichnen, ein wichtiges Zeichen: Wenn wir die Welt verbessern möchten, kommt es auf das WIR an. "Unsere Gewinner beweisen auf ihre ganz eigene Art, wie wichtig es ist, nicht nach Profit, sondern nach Gemeinwohl zu streben, um die Veränderung einer Gesellschaft bewirken zu können", so der Juror.

Hansalim ist die größte Organisation solidarischer Landwirtschaft. Die Vereinigung produziert mit 2.000 Höfen gesunde Lebensmittel für 1,6 Millionen Menschen, die durch 21 Verteilerkooperativen, 180 Bioläden und ein weitentwickeltes Liefersystem erreicht werden. Zugleich engagiert sich Hansalim für eine AKW- und gentechnikfreie Welt. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury davon, dass Hansalim nicht nur seine radikalen Wurzeln im besten Sinne des Wortes pflegt und kultiviert, sondern es schafft, seine fundamentalen Werte auch als großer Verband zu bewahren. Dabei wandert kein Profit in private Taschen. Diese Tatsache beweist, dass selbst innerhalb kapitalistischer Systeme eine Ökonomie für das Gemeinwohl möglich ist.

Wie wichtig Zusammenhalt in einer solidarischen Landwirtschaft ist, zeigte die Vereinigung Hansalim aus Südkorea nicht nur, indem sie mit einer Delegation von 14 Mitgliedern nach Legau gekommen ist, sondern auch durch die Spende ihres Anteils in Höhe von 12.500 Euro an das Timbaktu-Kollektiv in Indien.

Das Timbaktu-Kollektiv entstand aus dem politischen Engagement und den Visionen der beiden Gründer Bablu Ganguly und Mary Vattamattam. Ihr Ziel war und ist es, der indischen Landbevölkerung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, in dem beide Geschlechter gleichberechtigt miteinander leben. Dieser Idee haben sich bis heute 200.000 Mitglieder angeschlossen. Sie engagieren sich in vielfältigen Bereichen wie Armutsbekämpfung und Frauenrechte, Bildung oder dem ökologischen Landbau. Obwohl das Kollektiv in allen Bereichen große Erfolge vorweist, gratulierte die Jury besonders zu den Fortschritten im Bereich Frauenrechte und -emanzipation. Mary Vattamattam und Bablu Ganguly setzen ihre Visionen auf bewundernswerte Weise um und zeigen, was Menschen erreichen können, wenn "Worte zu Taten" werden.

Zudem verlieh IFOAM-Geschäftsführer Markus Arbenz zusammen mit dem Ehepaar Percy und Louise Schmeiser den Lifetime Achievement Award an Bio-Pionier Fred Kirschenmann aus den USA. Sie betonten Kirschenmanns unermüdlichen Einsatz für die Belange der Landwirte und sein Engagement für die ökologische Landwirtschaft auf politischer und akademischer Ebene. Als internationale Führungspersönlichkeit zeige er eindrucksvoll - mit Herz und Hand - wie nachhaltig ein Leben und somit ein Lebenswerk gesellschaftlich wirken kann.

Mit der diesjährigen Verleihung des OWA bekam die "OWA-Family" signifikanten Zuwachs. Inzwischen sind es bereits 19 Finalisten und neun OWA-Preisträger, die sich in Zukunft strukturiert vernetzen werden, um sich gegenseitig auszutauschen und zu fördern. Aber auch, um die Ziele des One World Award und ihr eigenes Engagement noch intensiver gemeinsam in die Welt zu tragen.

Weitere Information zum OWA finden Sie unter: www.one-world-award.de

Über den One World Award (OWA)

Bio-Pionier Joseph Wilhelm, Gründer und Gesellschafter von Rapunzel Naturkost, rief 2008 den internationalen OWA ins Leben. Damit werden Persönlichkeiten, Projekte und innovative Ideen ausgezeichnet, die durch ihr ökologisches, ökonomisches und soziales Engagement eine bessere und gerechtere Welt fördern. Der Gewinner des OWA in Gold erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, die Gewinner des OWA in Silber freuen sich jeweils über 2.500 Euro - gestiftet von Rapunzel Naturkost. Als Partner und Schirmherrin steht dem OWA seit Beginn die IFOAM, der internationale Dachverband der weltweiten Bio-Landbaubewegung, zur Seite. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.
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