Freitag, 19. Dezember 2014


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Circus-Krone-Elefant Colonel Joe gestorben

PETA fordert Elefantenverbot für Zirkusbetriebe

(lifePR) (Gerlingen, ) Wie PETA Deutschland e.V. jetzt aus Zirkuskreisen erfuhr, ist der Elefantenbulle Colonel Joe vom Circus Krone am vergangenen Mittwoch im Alter von 47 Jahren gestorben. Die Tierrechtsorganisation hat angesichts des schlechten Gesundheitszustands des Tieres jahrelang versucht, Circus Krone dazu zu bewegen, den Elefanten in eine tiergerechtere Elefantenanlage zu überstellen. 2009 hatte sogar Rocklegende Udo Lindenberg die Zirkusdirektorin Christel Sembach-Krone in einem offenen Brief darum gebeten, die kranken Elefanten endlich in Rente zu schicken. PETA übt nun erneut scharfe Kritik an der Elefantenhaltung in deutschen Zirkusbetrieben, da die Tiere dort durchschnittlich nur etwa die Hälfte ihrer natürlichen Lebensdauer erreichen und die sogenannte Dressur systembedingt von Gewalt und Zwang geprägt ist. Die Organisation hatte erst vor einem Monat die Haltungsbedingungen für die Elefanten im Münchner Winterquartier des Circus Krone inspiziert und tierquälerische Zustände in erheblichem Ausmaß vorgefunden. Dem Vernehmen nach hat das zuständige Münchner Kreisverwaltungsreferat bereits ordnungsrechtliche Schritte gegen die Zirkusverantwortlichen eingeleitet. Angesichts der Elefantenmisere in deutschen Zirkussen wirft PETA Bundesministerin Ilse Aigner bereits strafrechtlich relevantes Versagen beim Schutz der Tiere im Zirkus vor und fordert erneut ein Verbot von Wildtieren in der Manege.

"Colonel Joe hat jahrelang im Circus Krone gelitten, er wurde in der Manege zu unnatürlichen Dressuren gezwungen, wie etwa der Stand auf seinen Hinterbeinen", so Peter Höffken, Diplomzoologe und Wildtierexperte bei PETA. "Er litt seit Jahren unter einem großen Abszess am linken Vorderbein, einem nahezu vollständig steifen linken Vorderbein und unter schweren Verhaltensstörungen. Nach einem Leben in Ketten lag er häufig stundenlang teilnahmslos auf dem Boden seines erbärmlichen Zirkusgefängnisses, was ungewöhnlich für Elefanten ist."

Die mangelhafte Elefantenhaltung bei Circus Krone, der seit einem Gerichtsurteil von 2010 öffentlich als "notorischer Tierqualzirkus" bezeichnet werden darf, ist mittlerweile sogar behördlich bestätigt: Nach einer Strafanzeige von PETA und einer Gegenanzeige von Circus Krone hat die Staatsanwaltschaft München I im Oktober 2010 festgestellt "[...] dass bei einem Teil der Tiere des Circus Krone tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen vorlagen, die gutachterlicherseits als erhebliche Leiden im Sinne von § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz eingestuft wurden". Im Februar 2009 wurde Krone wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig verurteilt - Grund war die nicht art- und tiergerechte Elefanten- und Pferdehaltung.

Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt - im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland 2012 ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.

Weitere Informationen:
www.peta.de/kronechronik
www.peta.de/kronezoo
www.peta.de/circuskrone
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Über PETA Deutschland e.V

PETA Deutschland e. V. ist eine Schwesterorganisation von PETA USA, der mit über drei Millionen Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

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