Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Bis 2009 schafft Oerlikon Solar 1000 High-tech Jobs

Bundesrätin Doris Leuthard eröffnet Oerlikon Solar Pilotlinie in Trübbach

(lifePR) (Trübbach, ) Voll automatisierte End-to-End Pilot-Produktionsanlage am Schweizerischen / Standort Trübbach eröffnet / Starker Ausbau der F&E-Tätigkeit in Trübbach / Oerlikon-Kunden in Massenproduktion, mehr als 400.000 Solarmodule industriell gefertigt / Solarstrom wird wirtschaftlich eine Alternative und erreicht bald Netzparität ("Grid Parity") / Enge Kooperation zwischen Politik, Wissenschaft und Industrie als Erfolgsmodell.

Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Pilotlinie zur Produktion und Erforschung modernster Dünnschicht Solar Module durch Bundesräten Doris Leuthard gibt Oerlikon ein klares Bekenntnis zum schweizerischen Standort und festigt seine globale Technologie- und Marktführerschaft.

Die Bundesrätin Doris Leuthard meint: "Oerlikon Solar ist für mich ein gutes Beispiel eines weltweit führenden Unternehmens im Solarbereich, das den Weltmarkt aus der Schweiz heraus bedient." Wie Bundesrätin Leuthard bei der Eröffnung betonte, trage die Pilotline nicht nur dazu bei, die global steigende Nachfrage nach Solarenergie zu befriedigen. Solche Projekte würden auch die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft unterstützen, damit die Schweiz eines der innovativsten Länder der Welt bleibe. Denn die Schweiz soll Key Player im Bereich Innovation und im Bereich Solartechnologie bleiben. "Wir haben die Kernkompetenzen zu beiden: die Bildung und Forschung sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen einerseits und Unternehmen mit den technologischen Fertigkeiten andererseits."

"Mit der neuen Pilotlinie stärken wir den weiter den Standort Trübbach. Hier schlägt das Herz unserer weltweit ausgerichteten Forschung und Entwicklung", erklärt Dr. Uwe Krüger, CEO von Oerlikon. Bis Ende 2009 wird Oerlikon Solar in der Schweiz mehr als 1000 neue Hightech-Arbeitsplätze geschaffen haben. Der schweizerische Hightech-Konzern trägt wesentlich mit dazu bei, dass Solarstrom schon bald auch ökonomisch eine echte Alternative zu konventioneller Energieerzeugung wird. "Wir werden mit unseren Anlagen bis 2010 Netzparität erreichen", sagt Oerlikon Solar CEO Jeannie Sargent.

Die Eröffnung der Solarfabrik im Pilotmassstab im schweizerischen Trübbach ist ein Meilenstein in der Erfolggeschichte von Oerlikon Solar. Diesem Schritt, der ein zweistelliges Millionen-Investment beinhaltet, kommt deshalb so grosse Bedeutung zu, weil Oerlikon mit dieser Labor-Solarfabrik erstmals sämtliche Herstellungsschritte produktionsnah simulieren kann. "Für die Weiterentwicklung unserer Solartechnik bricht damit ein neues Zeitalter an", sagt Jeannie Sargent.

Doch auch die schweizerischen Wissenschaft sowie der Innovationsförderung durch den Bund sind Teil dieser Erfolgsstory. Vor mehr als 20 Jahren startete eine Forschergruppe um Dr. Johannes Meier an dem Institut für Mikrotechnik der Universität Neuchâtel die bahnbrechenden Arbeiten an neuen Solarmodulen aus Dünnschicht-Silizium. Und noch immer geniesst die schweizerische Solarforschung Weltruf. Das Bundesamt für Energie sowie die Bundesagentur zur Innovationsförderung KTI unterstützten gerade die anfänglichen Arbeiten durch zahlreiche Projekte. Inzwischen hat sich eine leistungsfähige schweizerische Solarindustrie entwickelt - darunter als eines der führenden Unternehmen: Oerlikon Solar.

Oerlikon Solar plant 2009 CHF 1 Mrd. Umsatz Nachdem Dr. Meier der Erfinder dieser Technologie 2002 zu Oerlikon wechselte, begann das Unternehmen mit der Kommerzialisierung der Forschungsarbeiten. Dann ging es Schlag auf Schlag: Gründung des Geschäftsbereichs 2006, Kunden wie ersol Thin Film oder Schott Solar bestellen erste Anlagen, im ersten Jahr erreichen die Umsätze bereits eine zweistellige Millionenhöhe. Innerhalb von nur zwei Jahren ist dann aus dieser Keimzelle ein bedeutendes Geschäft geworden mit enormen Zukunftspotenzial: In diesem Jahr erwartet Oerlikon Solar Umsätze von über CHF 700 Mio, 2009 soll die Milliardengrenze überschritten werden; der Kundenkreis hat sich mit asiatischen Abnehmern wie der CMC Magnetics aus Taiwan, Chint Solar, China oder Gadir Solar, Spanien, globalisiert. In Singapur entsteht zurzeit ein neuer Standort für den asiatischen Markt, der Anfang 2009 in Betrieb geht. Experten bewerteten den Dünnschicht-Solarmarkt 2007 bereits auf mehr als 17 Mrd. US-Dollar - Oerlikon ist auf Seiten der Ausrüster gemessen an der installierten Produktionskapazität Marktführer.

Und: aus den 28 Mitarbeitern, die Anfang 2006 am schweizerischen Standort in Trübbach die Pionierarbeit leisteten, sind mittlerweise 650 geworden. "Unsere Planungen zielen darauf hin, bis Ende 2009 am Standort Trübbach rund 1000 Menschen zu beschäftigen", sagt Oerlikon Solar CEO Jeannine Sargent, die vor rund einem Jahr aus dem Silicon Valley, Kalifornien, in das rheinische Solar Valley in Trübbach wechselte. Die Arbeitsplätze, die hier entstehen, sind hochqualifizierte Hightech-Jobs: Ingenieure, Softwarespezialisten, Prozessentwickler, Automatisierungsexperten. "Hier wird der Zusammenhang zwischen Innovation und Standortsicherung besonders deutlich", sagt Oerlikon CEO Krüger.

Motoren dieser rasanten Entwicklung sind die weltweit hohe Nachfrage nach erneuerbaren Energien sowie die technologische Führungsrolle, die Oerlikon Solar in der Dünnschicht-Silizium-Technik für sich reklamieren darf.

Prof. Dr. F. Baumgartner, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: "Erneuerbaren Energien und im speziellen Photovoltaik sind entscheidende Jobmotoren für die nächsten Jahrzehnte. Wir an den Hochschulen merken die Begeisterung und auch die Erwartungen der jungen Generation aktiv an diesem Wandel mitzuwirken und sich gleichzeitig einen nachhaltigen und sinnvollen Arbeitplatz im technischen Bereich zu sichern. Ohne Investition gibt es keinen Wandel, schon gar nicht im Bereich Bildung, Forschung und Entwicklung. In den vergangenen Jahren hat Oerlikon sicherlich einen eindrucksvollen Weg vorgezeigt, wie Wissenschaft und Industrie erfolgreich zusammenarbeiten können - diesen eingeschlagenen Weg wollen wir au zukünftig konsequent weiterverfolgen."

Solarstrom als wird ökonomisch wettbewerbsfähig Jüngstes Beispiel für die technologische Führungsposition von Oerlikon Solar ist die patent-geschützte micromorph® Modultechnologie, die vor wenigen Monaten zur Marktreife gebracht und jetzt erstmals an Kunden ausgeliefert wurde. Dabei werden zwei unterschiedliche Siliziumarten, amorphes Silizium und mikrokristallines Silizium, in einer oberen und einer unteren Zelle miteinander kombiniert. Die obere amorphe Zelle wandelt den sichtbaren Teil des Sonnenspektrums um, während die untere mikrokristalline Zelle die Sonnenenergie im nahen Infrarotspektrum aufnimmt. Diese neue mikromorphe Tandemtechnologie ermöglicht gegenüber herkömmlichen amorphen einzelnen Zellen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit um bis zu 50 Prozent und damit schon bald Wirkungsgrade von über 10 Prozent. Zudem verpflichtet sich Oerlikon Solar, ausschließlich Materialien einzusetzen, die ungiftig, kostengünstig und sofort verfügbar sind.

Dieser Technologiesprung ist damit ein wichtiger Schritt, um Solarstrom noch günstiger zu machen - so günstig, dass es wirtschaftlich eine Alternative zu konventioneller Stromerzeugung wird ("Netzparität"). "Netzparität" liegt vor, wenn Sonnenenergie zu den gleichen Kosten wie herkömmliche Energiegewinnung mithilfe fossiler Brennstoffe erhältlich ist. Um diese in den nächsten Jahren erreichen zu können, hat sich Oerlikon Solar der stetigen Weiterentwicklung der PV-Technologie sowie der Kostenreduzierung solarer PV-Energie verschrieben. Die Nutzung der Vorteile durch Kostenersparnisse, die mithilfe groß angelegter und hocheffizienter Produktionsstätten für Solarmodule erzielt werden, ist ein bedeutender Schritt in diese Richtung. "In Rom beispielsweise erreichen wir bereits heute um die Mittagszeit Netzparität", sagt Sargent.

Der Durchbruch für Sonnenergie ist damit vollzogen - und dennoch befindet sich diese Technologie noch ganz am Anfang. "Das ist vergleichbar mit der Computerindustrie vor 30 Jahren, als die ersten Mikroprozessoren auf den Markt kamen", so Sargent. Entsprechend hohe Entwicklungsmöglichkeiten weise diese junge Technologie auf - "Wir stehen hier immer noch ganz am Anfang - das Potenzial ist enorm", so Sargent weiter.

Einer engen Kooperation zwischen Politik, Wissenschaft und Industrie im Solarbereich, die schon in der Vergangenheit wesentliches geleistet hat, kommt auch in Zukunft ein hoher Stellenwert zu.

"Die Schweiz hat ideale Voraussetzungen, im globalen Solarmarkt als Technologielieferant eine führende Rolle einzunehmen", sagt Oerlikon CEO Krüger.

"Das Erfolgsmodell einer engen Kooperation zwischen Politik, Wissenschaft und Industrie sollten wir unbedingt weiterführen und intensivieren", so Krüger.
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