Freitag, 25. April 2014


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START-Schleswig-Holstein wächst: Zweiter START-Stipendiatenjahrgang aufgenommen

Rückblick auf erfolgreiches erstes START-Jahr / Feierliche Aufnahmezeremonie in der Fielmann Akademie Schloss Plön / Insgesamt 25 Jugendliche mit Migrationshintergrund werden durch sechs Partner gefördert

(lifePR) (Plön, ) Fünfzehn leistungsstarke und sozial engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind heute im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Rittersaal der Fielmann Akademie Schloss Plön in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. Die zehn Mädchen und fünf Jungen wurden von sechs Projektpartnern, die START in Schleswig-Holstein wie im vergangenen Jahr als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten, aus einer großen Anzahl von Bewerbern ausgewählt. Die 15 bis 20 Jahre alten Stipendiatinnen und Stipendiaten bzw. ihre Familien stammen aus den Ländern Irak, Kasachstan, Korea, Nigeria, Polen, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine und Weißrussland. Die Jugendlichen besuchen die Klassen neun bis zwölf in acht Gymnasien, drei Berufsfachschulen, zwei Realschulen und einer Gesamtschule. Auf ihrem Weg zum Abitur erhalten die Schülerinnen und Schüler eine finanzielle wie auch eine ideelle Förderung.

Seit seiner Einführung im März 2006 hat das START-Programm in Schleswig-Holstein ein erfreuliches Wachstum gezeigt: Mit den fünfzehn neu aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten fördert das Programm mittlerweile insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein. Die sechs Förderer – die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Deutsche Bank Stiftung – Stiftung Handelsbank in Lübeck, die Dräger-Stiftung, die Fielmann AG, das Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und die Possehl-Stiftung – haben das ursprünglich bei 60.000 € liegende Finanzvolumen im zweiten START-Jahr auf insgesamt rund 125.000 € p.a. erhöht. Die vier Stiftungen und die Fielmann AG tragen gemeinsam die Finanzierung der Stipendien. Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium hat für die Projektbetreuung die Stelle eines Landeskoordinators eingerichtet.

Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen die Chance auf eine gute Schulbildung und damit auf eine gute berufliche Perspektive erhalten, und zwar unabhängig von ihrer Herkunft. START hilft dabei, dieses Ziel zu verwirklichen. Dafür danke ich allen Beteiligten“, so die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. START sei ein hervorragendes Beispiel dafür, was bürgerschaftliches Engagement bewegen könne. Zudem sei das Projekt ein positives gesellschaftliches Signal an alle Zuwandererfamilien in Deutschland. „Sie sollen wissen, dass sie in Deutschland willkommen sind und gebraucht werden.“

„Bildung ist der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantenkindern in unsere Gesellschaft – eine Gesellschaft, die auf Zuwanderer angewiesen ist. Die START-Stipendiaten, Jugendliche mit großem Persönlichkeitspotenzial, fungieren als Botschafter und zeigen, dass man es in Deutschland als Zuwanderer zu etwas bringen kann. Diese Jugendlichen wollen wir weiter unterstützen", unterstreicht Dr. Christof Eichert, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Die an START beteiligten Projektpartner, die bereits im vergangenen Jahr an der Vergabe von zwölf Stipendien mitgewirkt haben, unterstreichen die Relevanz des Stipendienprogramms: „Unsere Förderung geht dabei über den materiellen Aspekt hinaus. So begleiten zum Beispiel ehrenamtliche Mentoren aus der Deutschen Bank die Stipendiaten. Das umfasst ganz praktische Dinge, etwa die Begleitung im Umgang mit Behörden oder die Vermittlung von Kontakten zu Unternehmen für Praktika", so Michael Ost, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Handelsbank in Lübeck, im Namen der START-Partner in Schleswig-Holstein.

Als „Investition in Köpfe“ soll START einen Beitrag zu Integration und Toleranz zwischen jungen Menschen in Deutschland leisten. Darüber hinaus hat das Stipendienprogramm zum Ziel, begabten und gesellschaftlich engagierten jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen zu erleichtern. So werden die START-Stipendien zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei weiterhin guten Leistungen und anhaltendem gesellschaftlichen Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Diese Ziele haben die ersten zwei START-Stipendiaten, die in diesem Jahr ihr Abitur abgelegt haben, mit Bravour erreicht.

Auf ihrem Weg zum Abitur erhalten die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten eine besondere Unterstützung in Form eines PCs mit Internetzugang und monatlich 100 € Bildungsgeld. Den Kern des Stipendiums bilden Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung, themenspezifische Seminare, Exkursionen in privatwirtschaftli¬che Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Vermittlung von Praktika. Welche Bedeutung diese Förderung hat, erläutert die 18-jährige Fereshta Azami, die im vergangenen Jahr in das START-Programm in Schleswig-Holstein aufgenommen wurde: „START bietet uns durch seine umfassende Förderung die Chance, unser Potenzial für eine sichere Schullaufbahn und Zukunft auszubauen sowie uns durch Bildung in die hiesige Gesellschaft zu integrieren. Durch die Vermittlung und die Einsicht in verschiedenste Kulturen wird zudem eine zunehmend tolerante Generation unterstützt, die das nötige Verständnis für eine friedvollere Zukunft gewährleistet.“

In den einzelnen Bundesländern finden außerdem gesonderte START-Aktivitäten statt. In Schleswig-Holstein zählten dazu Veranstaltungen unterschiedlichster Art: Neben gemeinsamen Theater- und Museumsbesuchen hat die Stipendiatengruppe z. B. eine Landtagsdebatte in Kiel zur Verabschiedung des neuen Schulgesetzes mit anschließender Diskussion mit Landtagsabgeordneten besucht. Eine von mehreren Firmenexkursionen führte zum Drägerwerk in Lübeck und ermöglichte interessante Einblicke in moderne Medizintechnik. Ein ganzes Wochenende war bei einem Besuch des „Zukunftszentrums Mensch – Natur – Technik – Wissenschaft“ in Nieklitz (MVP) der Frage gewidmet, was der Mensch aus der Natur lernen kann, um in Technik und Wirtschaft zukünftig nachhaltiger handeln zu können. Auch für die Neuankömmlinge hält das Programm lehrreiche und spannende Projekte bereit. Geplant sind bereits eine Exkursion nach Schleswig und ein Besuch der Bank der Zukunft zu dem Projekt Q 110 der Deutschen Bank in Berlin.

Im START-Programm werden im Schuljahr 2007/2008 rund 500 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern gefördert. Im Jahr 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen, konnte START mittlerweile mit Hilfe von rund 90 Kooperationspartnern in 14 Bundesländern aufgebaut werden. Neben Schleswig-Holstein und Hessen gibt es START auch in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Seit dem Schuljahr 2006/2007 gibt es auch in Wien, Österreich, zehn START-Stipendiaten.
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