Freitag, 09. Dezember 2016


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Strategiereport

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Derzeit überdeckt die Grexit-Angst noch die fundamentalen Kursrisiken von deutschen Staatsanleihen. Eine höhere Teuerung wird aber zunehmend belasten. Hinzu kommt die anstehende Zinswende der Fed. Deren Signalwirkung sollte besser nicht unterschätzt werden, zumal das EZB-QE seinen Nimbus weitgehend eingebüßt hat.

Aktien haben zwar einen Teil der Übertreibung abgebaut. Die jüngsten Rückgänge bei konjunkturellen Stimmungsindikatoren sprechen allerdings ebenso wie die nachlassende Disinflation für eine weitere Bewertungskontraktion. Schließlich besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Inflationsentwicklung und KGVs. Somit ist aus fundamentaler Sicht weiterer Korrekturbedarf gegeben.

Mit Blick auf die aktuellen Chance-Risiko-Verhältnisse ist es empfehlenswert, Liquidität und Immobilien überzugewichten. Renten sollten neutral gewichtet und Aktien untergewichtet werden. Im Fall von Portfolio 5, das keine Immobilien enthält, ist es ratsam, Liquidität deutlich überzugewichten.

Nach sichtbaren Erholungsansätzen im Frühjahr haben Rohstoffe erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt. Bei wieder etwas günstigeren fundamentalen Verhältnissen werden sich die zuletzt defensiveren Finanzinvestoren wohl auch wieder stärker engagieren.

Die Realzinsen dürften trotz US-Zinswende angesichts anziehender Teuerungsraten sehr niedrig bleiben. Auch saisonal steht mit dem zweiten Halbjahr traditionell eine eher günstige Phase für Gold an.

Performance-Rückblick

Immobilien beim 1M-Vergleich vorne

Die Performance von deutschen Staatsanleihen weist beim jüngsten Einmonatsvergleich ein deutliches Minus auf (iBoxx:-1,9 %). Aktien tendierten zumeist leichter. Dabei schnitten japanische Dividendenpapiere in lokaler Währung am besten ab (+1,2 %), gefolgt von US-Titeln (0,0 %). Euro- Aktien belegten den dritten (-2,0 %), britische Werte den vierten Platz (-2,3 %). Schweizer Valoren waren das Schlusslicht (-3,2 %). Zuletzt gaben die hier beobachteten Währungen gegenüber dem Euro zumeist nach. Hierdurch tauschen japanische Dividendenpapiere währungsbereinigt den Rang mit Euro-Aktien. Rohstoffe und Gold hatten zuletzt ein Minus zu verzeichnen (-1,4 % bzw. -2,2 %). Auf Eurobasis schnitten beide sichtbar schlechter ab (-4,0 % bzw. -4,7 %). Beim Vergleich der bisherigen kumulierten Performance aller hier beobachteten Anlageinstrumente auf Eurobasis seit dem Jahresultimo 2014 lagen japanische Dividendenpapiere vorne (+20,9 %), gefolgt von Euro-Aktien (+16,5 %).

Basisszenario

Moderates Wirtschaftswachstum

Die Weltwirtschaft zeigt sich insgesamt stabil. In den USA wird das BIP-Wachstum über Trend liegen. Die Eurozone entwickelt sich insgesamt verhalten. Aus den Schwellenländern kommen weiterhin keine durchschlagenden positiven Konjunkturimpulse. China arbeitet seine Reformagenda ab. Geopolitische Auseinandersetzungen haben keine nachhaltige Auswirkung auf die Entwicklung der Weltwirtschaft. Das Preisklima wird sich angesichts vielfach mangelnder Überwälzungsspielräume vorerst nur leicht eintrüben. Die Geldpolitik bleibt in den großen Industrieländern zwar noch sehr locker, der Wendepunkt dürfte aber in den USA immer näher rücken.

Performance-Ausblick

Weit überwiegend negative Ertragserwartungen

Derzeit überdeckt die Grexit-Angst noch die fundamentalen Kursrisiken von deutschen Staatsanleihen. Eine höhere Teuerung wird aber zunehmend belasten. Hinzu kommt die anstehende Zinswende der Fed. Deren Signalwirkung sollte besser nicht unterschätzt werden, zumal das EZB-QE seinen Nimbus weitgehend eingebüßt hat. Aktien haben zwar einen Teil der Übertreibung abgebaut.

Die jüngsten Rückgänge bei konjunkturellen Stimmungsindikatoren sprechen allerdings ebenso wie die nachlassende Disinflation für eine weitere Bewertungskontraktion. Schließlich besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Inflationsentwicklung und KGVs. Somit ist aus fundamentaler Sicht weiterer Korrekturbedarf gegeben. Nach sichtbaren Erholungsansätzen im Frühjahr haben Rohstoffe erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt. Bei wieder etwas günstigeren fundamentalen Verhältnissen werden sich die zuletzt defensiveren Finanzinvestoren wohl auch wieder stärker engagieren. Bis Anfang Juni waren die Short-Positionen bei Gold relativ hoch.

Gleichzeitig gaben die Gold-ETFs aus ihren physischen Beständen weiter ab. Allmählich könnte aber das Szenario greifen, dass die US-Notenbank die Zinswende sehr behutsam durchführen wird. Die Realzinsen dürften somit angesichts anziehender Teuerungsraten sehr niedrig bleiben.

Auch saisonal steht mit dem zweiten Halbjahr traditionell eine eher günstige Phase für Gold an.

Asset-Allocation der Mischportfolien

Liquidität und Immobilien übergewichten

Mit Blick auf die aktuellen Chance-Risiko-Verhältnisse ist es empfehlenswert, Liquidität und Immobilien überzugewichten. Renten sollten neutral gewichtet und Aktien untergewichtet werden. Im Fall von Portfolio 5, das keine Immobilien enthält, ist es ratsam, Liquidität deutlich überzugewichten.

Allokation des um Rohstoffe diversifizierten Portfolios

Rohstoffe und Gold neutral gewichten

Die ab Frühjahrsbeginn eingetretene leichte Zuversicht bei Rohstoffen ist zuletzt einer gewissen Ernüchterung gewichen. Unerwartet hohe und lang anhaltende Angebotsüberschüsse sowie weiter anwachsende Lager dominieren das Bild. Die mitunter enttäuschenden fundamentalen Marktverhältnisse erhalten weiterhin eher gedämpfte Begleitmusik durch das makroökonomische Umfeld.

Das Wirtschaftswachstum fällt überwiegend wenig dynamisch bzw. nicht rohstoffintensiv genug aus, um den notwendigen Rückenwind für deutlich anziehende Notierungen zu erzeugen. Die Kapazitätsanpassungen auf der Angebotsseite lassen auch angesichts der Währungsverhältnisse sowie vermehrter Produktivitätsbemühungen und einer überraschenden Ausdauer bei der Verfolgung marktanteilsmaximierender Strategien wohl länger auf sich warten als von uns noch in den vergangenen Monaten gedacht. Dennoch dürfte für viele Produzenten des Rohstoffsektors mit den Preisen von Ende Januar bzw. Mitte März die "Schmerzgrenze" bereits erreicht worden sein.

Laufzeiten-Allokation

Kurzläufer zuletzt vorne

Deutsche Staatsanleihen hatten beim jüngsten Einmonatsvergleich ein deutliches Minus zu verzeichnen (iBoxx:-1,9 %). Kurzläufer führten die Rangliste (-0,1 %) an. 3-5j.Papiere belegten den zweiten Platz (-0,2 %), 5-7j. Titel Rang 3 (-0,8 %). 7-10j. Papiere fanden sich auf dem vorletzten Platz wieder (-1,7 %). Ultralangläufer waren mit großem Abstand das Schlusslicht (-5,2 %). Bei der kumulierten Performance seit dem Ultimo 2014 lagen Kurzläufer zuletzt in Führung (+0,1 %).

Mittlere Laufzeiten als Anlageschwerpunkt

Die Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen ist seit April deutlich steiler geworden. In der Spitze lag der 10/2-Spreads bei fast 120 Bp und hat sich damit beinahe vervierfacht. Da diese Entwicklung offenbar mit dem Segen der EZB erfolgt ist und diese durchaus Vorteile bringt, kann noch keine Entwarnung gegeben werden: Erstens erleichtert die erhöhte Abgabefreude der Investoren ihr Ankaufprogramm. Zweitens reduziert sie den Anlagedruck und damit die Risiken für die Finanzmarktstabilität.

Drittens dient die steilere Zinskurve als Beleg für eine erfolgreiche Geldpolitik.

Die Fundamentaldaten, die schon länger in eine positive Richtung weisen, können nun mehr Wirkung entfalten. Dies spricht dafür, dass längere Laufzeiten - abgesehen von der insgesamt erhöhten Volatilität - allgemein unter Druck bleiben. Zudem scheint der Markt nun verletzlicher gegenüber einer Zinswende in den USA. Laufzeitenrisiken sollten zunächst begrenzt werden.

Duration unter Benchmark-Niveau

Beim reinen Laufzeiten-Portfolio raten wir, 5-7j. Titel aufgrund des besseren Chance-Risiko- Verhältnisses deutlich überzugewichten, 3-5j. Papiere überzugewichten. 7-10j. Papiere sollten leicht über Neutralwert dotiert, Kurzläufer untergewichtet und Ultralangläufer deutlich untergewichtet werden. Insgesamt ist für das Portfolio somit eine Duration unter Benchmark-Niveau empfehlenswert.

Allokation der internationalen Aktienanlagen

Euro- und US-Aktien leicht übergewichten

Die Performance-Erwartungen auf Euro-Basis sprechen gegenwärtig bei internationalen Aktien vornehmlich unter Währungsgesichtspunkten für eine leichte Übergewichtung von Euro- und USAktien zu Lasten von Schweizer Valoren, japanischen Dividendenpapieren und britischen Werten.

Portfoliostrukturen der Mischdepots

Mit Blick auf die aktuellen Chance-Risiko-Verhältnisse ist es empfehlenswert, Liquidität und Immobilien überzugewichten. Renten sollten neutral gewichtet und Aktien untergewichtet werden. Im Fall von Portfolio 5, das keine Immobilien enthält, ist es ratsam, Liquidität deutlich überzugewichten. Die Performance-Erwartungen auf Euro-Basis sprechen gegenwärtig bei internationalen Aktien vornehmlich unter Währungsgesichtspunkten für eine leichte Übergewichtung von Euro- und US-Aktien zu Lasten von Schweizer Valoren, japanischen Dividendenpapieren und britischen Werten. In der Laufzeiten-Allokation von Staatsanleihen raten wir, aufgrund des besseren Chance- Risiko-Verhältnisses, 5-7j. Titel deutlich überzugewichten und 3-5j. Papiere überzugewichten. 7-10j. Papiere sollten leicht über Neutralwert dotiert, Kurzläufer untergewichtet und Ultralangläufer deutlich untergewichtet werden.

Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.
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