Montag, 05. Dezember 2016


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Rohstoffreport-Update

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Auch Rohstoffe haben in den letzten Wochen von der wieder gestiegenen Risikotoleranz der Finanzinvestoren profitiert. Gleichzeitig führten Sonderfaktoren wie die Feriensaison, die Hitzewelle und Dürre in vielen Teilen der Welt sowie die wieder vermehrten politischen Spannungen im Nahen Osten zu einem mitunter rasanten Anstieg der Notierungen. Entsprechend blieb das Kursbild heterogen. Auffällig war wiederum das schlechte Abschneiden der besonders konjunktursensitiven Industrierohstoffe.

Während bei Mineralölprodukten und Getreide das lokale Hoch erreicht sein dürfte und in den Herbst hinein mit einer Preisberuhigung zu rechnen ist, wachsen bei Primär metallen die Chancen auf eine zumindest leichte Erholung. Immerhin bestehen u. E. gute Aussichten darauf, dass das Verarbeitende Gewerbe nach über zweieinhalb Jahren rückläufiger Raten gegenwärtig das zyklische Tief markiert. Sollte unser Szenario einer baldigen Konjunkturerholung gerade auch in Asien sich in den kommenden Monaten nicht erfüllen, sondern eine nachhaltige Wachstumsschwäche zu verzeichnen sein, könnten die Notierungen selbst der bislang schon relativ schwachen Basismetalle erneut deutlich unter Druck kommen.

Preisberuhigung nach Schaukelpartie

Kurzfristig erhöhte Angebotsunsicherheiten sowie eine relativ robuste Nachfrage aufgrund der Feriensaison und der Hitzewelle in vielen Ländern hat die Spot-Preise bei Mineralölprodukten in den Sommermonaten deutlich ansteigen lassen. Während die Verhältnisse an den physischen Märkten in den Herbst hinein preisberuhigend wirken dürften, bleiben die geopolitischen Risiken als mögliche Preistreiber virulent. Mit Blick auf die Spannungen zwischen Israel und dem Iran sowie den Bürgerkrieg in Syrien kann es immer wieder zu Irritationen kommen. In den aktuellen Preisen ist u. E. aber bereits eine recht hohe politische Risikoprämie enthalten.

Weiter in Wartestellung

Mit Blick auf zusätzliche massive quantitative Lockerungen befinden sich die Notenbanken zumindest in zwei Dilemmata: Können Wachstum und Beschäftigung gefördert werden ohne neue Kreditblasen zu erzeugen? Massive quantitative Maßnahmen werden vermutlich dazu führen, dass längerfristig keine glaubwürdige Inflationsbekämpfung mehr möglich erscheint, da die Notenbanken dann existenzgefährdende Abschreibungen auf riesige Bestände langlaufender Wertpapiere durchzuführen hätten. Wahrscheinlich muss die wirtschaftliche Lage noch wesentlich schlechter werden, bevor es zu beherzteren Maßnahmen kommt. Solange bleiben Edelmetalle in Wartestellung.

Mühsame Stabilisierung

Basismetalle haben bis zuletzt enttäuscht. Unterstellt man wie wir eine baldige Wachstumserholung für Asien, so dürften sich die Notierungen aber in Bodennähe befinden. Zwar haben zuletzt auch der Kern Europas sowie China und Japan etwas geschwächelt. Bei schneller Überwindung dieser Delle im Verarbeitenden Gewerbe und einem Abbau der in den Sommermonaten mitunter deutlich gestiegenen Lager müsste bald eine leichte Preiseerholung bei Industrierohstoffen möglich sein. Zudem reagiert die Angebotsseite vermehrt auf den bald zweijährigen Preisabstieg. Sollte unser Erholungsszenario nicht eintreten, wären weitere Abschläge von bis zu 20% bei den Notierungen möglich.

Wetter und Preise haben Extrempunkt wohl erreicht

Im Zuge der schlimmsten Dürre seit 56 Jahren im Mittleren Westen der USA sowie ausgeprägter Trockenheit in Asien und Australien ist es im Juli zu einem Preisschub bei Getreide gekommen. Die beiden vom Weltlieferanten USA dominierten Sorten Mais und Soja haben in den letzten Wochen neue Preisrekorde aufgestellt. Die Dürre betrifft 87 % der US-Produktion von Mais, 85 % von Sojabohnen, 63 % von Heu und 72 %von Rindvieh. Der Höhepunkt des Wetterschocks dürfte aber erreicht sein. Inzwischen bewegen sich die Notierungen auf dem erklommenen Hochplateau seitwärts. Allerdings können die Erträge sehr stark von Feld zu Feld variieren, weshalb Produktions- und Preisschätzungen derzeit ausgesprochen schwierig sind.

Kakao robust - Zucker und Kaffee auf Bodensuche

Der Weltzuckerüberschuss wird nicht so stark ausfallen wie zeitweilig erwartet, so dass eher um 20 als bei 15$¢/lb Unterstützung zu erwarten ist, zumal Zucker als Kalorienlieferant von der Preisexplosion bei Getreide profitiert. Bei Kaffee drückt die Rekordernte in Brasilien bei gleichzeitig zurückhaltender physischer Nachfrage. Allerdings ist nicht mit aggressiven Verkäufen seitens der Produzenten zu rechnen. Zudem gibt es wetterbedingt wahrscheinlich eine größere Bandbreite der Qualität. Die 150er Marke dürfte somit halten. Weniger günstige Wetterbedingungen in Westafrika sprechen bei Kakao für nicht so üppige Ernten und relativ robuste Notierungen zwischen 2400 und 2500 $/t.

Nach Überschlachtung mittelfristig neuer Preisauftrieb

Bei ausgetrockneten Wiesen sind die US-Viehzüchter auf das ebenfalls derzeit knappe Heu bei der Fütterung angewiesen. Kurzfristig mag durch vorzeitige Schlachtung aufgrund nicht mehr tragbarer Futterkosten das Rindfleischangebot noch nicht zurückfallen, auf mittlere Sicht ist aber auch wegen geringerer Investitionsbereitschaft mit Verknappung und wieder anziehenden Preisen zu rechnen. Extrem ist gegenwärtig die Situation bei Magerschweinen, wo die hohen Betriebskosten scheinbar zu einem kurzfristigen Überangebot führen. Allerdings kann es hier mittelfristig zu deutlichen Gegenbewegungen kommen, zumal am Weltmarkt die Nachfrage insgesamt eher hoch bleiben dürfte.
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