Sonntag, 04. Dezember 2016


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Marktkommentar Renten

Trading - Range: 138.90-140.50 / Tendenz: schwach

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Das Bundesverfassungsgericht hat für die Beteiligung Deutschlands an ESM und Fiskalpakt grünes Licht gegeben, allerdings diese an Auflagen geknüpft. Die Haftungsobergrenze von 190 Mrd. Euro darf ohne Zustimmung des Bundestages nicht erhöht werden. Der Bundespräsident kann jetzt aber die Gesetze in der vorliegenden Form unterschreiben.

Die Freude an den internationalen Finanzmärkten kannte nach der Urteilsverkündung keine Grenzen, doch nur wenige Marktteilnehmer können die Folgen der Entscheidung einschätzen. Der ESM ist nun handlungsfähig und kann zusammen mit den unbegrenzten Anleihekäufen der EZB im Sekundärmarkt zum Wohle der Schuldenländer eingesetzt werden. Bundeskanzlerin Merkel, die von einem starken Signal aus Deutschland nach Europa sprach, wird sich bald nur noch ungern dieser Worte erinnern.

Wachsweiche Auflagen für Hilfsprogramme an die Mittelmeerländer, eine Schwächung des Euro sowie steigende Inflation dürften die Folge dieser Entscheidung sein und werden die Ursachen der Schuldenkrise nicht lösen. Die Inflation stieg in Deutschland im August von 1.7 % auf 2.1 %.

Während Aktien- und Creditmärkte haussierten, gaben die Kurse von Bundesanleihen angeführt von langen und mittleren Laufzeiten kräftig nach. Der Handel war weiter von großer Nervosität geprägt, die Umsätze haben sich aber deutlich belebt. Die schwache Nachfrage bei der Auktion 5- jähriger Bundesobligationen verstärkte den Druck zusätzlich. Die Rentenmärkte der EU- Schuldenländer präsentierten sich dagegen in fester Verfassung. Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.01 %), spanischer (5.55 %) und portugiesischer Papiere (7.79 %) ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 11, 19 bzw. 29 BP. Staatspapiere aus Frankreich (2.19 %) und Belgien (2.56 %) machten gegen Bunds 4-7 BP gut, die der Niederlande (1.87 %) holten 6 BP auf.

Auch US- Staatsanleihen notierten angesichts steigender Risikobereitschaft weiter schwach, stabilisieren sich aber heute in Fernost.

Der Bund- Kontrakt (139.60) verlor 78 Stellen, Schatz (110.57) und Bobl(124.83) gingen 9 bzw.

36 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.61 %,der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 152 BPaus. 10-jährige US- Treasuriesrentieren 4 BP höher bei 1.75 %, der JGB- Future(143.65) notiert 24 Stellen leichter. Der Euroklettert auf 1.293 Dollar, der Preis für das Barrel Ölfällt leicht auf 97Dollar.

Heute richtet sich der Focus auf die Vereinigten Staaten. Erzeugerpreise (+1.2 %/1.6 %; Kernrate +0.2 %/2.6 %) und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfen(370K) werden aber vor dem Zinsentscheid der US- Notenbanknur am Rande Beachtung finden. Nachdem EZB und BVG jetzt geliefert haben, ist die Erwartungshaltung hinsichtlich weiterer quantitativer Lockerungsmaßnahmen riesengroß und kann eigentlich nur enttäuscht werden.

Am Primärmarkt versteigert Italien heute 3-4 Mrd. Euro in den Juli 2015 BTP, 0.5-1 Mrd. Euro der August 2017 und 0.75-1.5 Mrd. Euro der März 2026 BTP. Das amerikanische Schatzamtversteigert 30- jährige Notes und 10- jährige TIPS im Volumen von jeweils 13 Mrd. USD. Die Auktion 10- jährigen Notes traf bei einem unterdurchschnittlichen 2.85fachen Nachfrageüberhang und indirekten Geboten von 36.2 % auf nur mäßiges Interesse.

Großbritannien bietet 3.5 Mrd. Euro 10- jährige Gilts an.

Technik:

Der Bund- Future geriet unter starken Druck, unterschritt wichtige technische Marken undschloss (139.60) 78 Stellen unter Vortagsniveau. Die Ausgangslage hat sich weiter eingetrübt, die Indikatoren auf Tagesbasis sind mit Ausnahme positiver Divergenzen bei dem Stochastic schwach zu werten. Im Wochenchart wächst mit Unterschreiten des 61.8 %- Retracements des letzten Aufwärtsimpulses bei 139.71 die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr bis zum Ausgangspunkt der Bewegung bei 135.27. Unterstützungen liegen bei 139.30/24 (Tief v. 16.08./12.09.), 138.90 (Tief v. 22.06.), 138.58 (Hoch v. 30.03.aus dem fortlaufenden Chart) und 138.26 (Tief v. 29.06.).

Widerstände sehen wir bei 139.90/96 (38.2 %- Fibonacci von 140.98 bis 139.24/Tief v. 22.08.), 140.11/13 (50 %/Tief v. 10.09.), 140.32/33 (61.8 %/Tief v. 11.09.), 140.50 (Hoch v. 12.09.), 140.77 (Hoch v. 07.09.) und 140.93/98 (Hoch v. 10./11.09.). Erst darüber hellt sich das Bild wieder auf und die nächsten Hürden bei 141.08 (Tief v. 05.09.) und 141.25/28 (38.2 %- Retracement von 144.49 bis 139.24/Hoch v. 06.09.) kommen ins Spiel.

Unterstützungen 139.24 / 138.90 / 138.58
Widerstände 139.96 / 140.13 / 140.50

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